"Zu viele Köche verderben den Brei" ist ein altes deutsches Sprichwort. Es meint: Wenn zu viele Menschen an einem Thema doktern, kommt nichts Gutes dabei heraus.

Beim FC Schalke 04 gilt diese Weisheit nicht - im Gegenteil: Seitdem Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck die sportliche Verantwortung erneut übertragen bekommen haben, mundet der "königsblaue" Kuchen.

Der Ofen läuft heiß

Trainer Rutten wurde nach dem 25. Spieltag entlassen, die Schalker hatten gerade ihre Heimpartie gegen den Hamburger SV mit 1:2 vergeigt. Das Interimstrio übernahm die Geschicke - und fortan lief der Ofen heiß. Die Mannen um Kapitän Mladen Krstajic überzeugten wieder in ihren Begegnungen und siegten drei Mal am Stück - und jeweils ohne, dass Torwart Manuel Neuer hinter sich greifen musste.

"Die Mannschaft spielt einen tollen Fußball und hat es geschafft, dass der Funke wieder auf die Fans übergesprungen und die Aussöhnung mit den Fans gelungen ist", lobt Geschäftsführer Peter Peters.

Perfekte Mixtur

Büskens, Mulder und Reck halten offenbar das richtige Rezept in ihren Händen. Sie setzen die perfekte Mixtur der Zutaten ein - genauso wie sie es bereits bei ihrem ersten Kommando auf Schalke taten.

Nach dem Rauswurf von Mirko Slomka Mitte April 2008 sprangen Mike Büskens und Youri Mulder mit großem Erfolg ein. Die Mannschaft blieb unter ihnen in den sechs Partien ungeschlagen und feierte gar fünf Erfolge. Und auch damals gelangen den "Königsblauen" drei Siege am Stück ohne Gegentreffer.

Acht Zu-Null-Siege in neun Partien!

In dieser Saison bauten die Schalker Interimstrainer ihre Bilanz auf sage und schreibe acht Zu-Null-Siege in neun Partien aus! Erst ein Remis und ein Gegentor stehen zu Buche. Das Triumvirat hat die beste Bilanz aller aktuellen Cheftrainer in der Bundesliga - ist noch ungeschlagen und holte im Schnitt 2,78 Punke.

Nach den 2:0-Triumphen über Arminia Bielefeld und Karlsruher SC ließen es die "Knappen" am vergangenen Spieltag häufiger klingeln: Der FC Energie Cottbus wurde mit 4:0 aus der Veltins-Arena gefegt. Vier Tore in einem Spiel hatte der FC Schalke 04 zuletzt vor einem Jahr erzielt: Im ersten Spiel unter Büskens und Co. und ebenfalls gegen die Cottbuser, die damals gar mit 5:0 bezwungen wurden.

Darauf müssen die Bayern achten

Die nächste Bewährungsprobe steht für das Schalker Trainertrio an, wenn es am Samstag gegen den FC Bayern geht. Noch dazu in der Allianz Arena, wo die Münchner in dieser Runde erst zwei Mal verloren haben.

Doch auch der amtierende Deutsche Meister muss vor den von Sieg zu Sieg eilenden Schalkern gewarnt sein. bundesliga.de fasst zusammen, worauf die Münchner besonders achten müssen:

  • An den vergangenen drei Spieltagen lag die Chancenverwertung der "Knappen" bei gut 21 Prozent. Unter Fred Rutten hatten die "Königsblauen" nur knapp 13 Prozent ihrer nicht geblockten Schüsse in Tore umgemünzt.

  • Die Zweikampfbilanz der Gelsenkirchener war in den jüngsten drei Wochen mit einer Erfolgsbilanz von fast 55 Prozent Ligaspitze. Zuvor hatte Schalke nur etwa 50 Prozent seiner Duelle am Ball für sich entschieden.

  • Der Torschnitt stieg unter Büskens, Mulder und Reck von zuvor 1,4 auf 2,7 pro Spiel.

  • Kevin Kuranyi traf an den vergangenen drei Spieltagen jeweils ins Schwarze.

  • Der Gegentorschnitt sank von 1,1 auf 0 pro Partie.