Hamburg - Uruguay war die Überraschung bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Im Spiel um Platz 3 unterlagen die "Himmelblauen" zwar Deutschland mit 2:3, das Ergebnis war aber das beste einer uruguayischen Nationalmannschaft seit 40 Jahren.

Mit einem kaum veränderten Kader fiebern die Südamerikaner nun der Copa America in Argentinien entgegen und haben sich dafür namhafte Testspielgegner ausgesucht - unter anderem das DFB-Team (So., ab 19:45 Uhr im Live-Ticker).

bundesliga.de stellt Ihnen die wichtigsten Spieler und den Trainer der "Celeste" vor.

Fernando Muslera

Als Argentinien im Achtelfinale der WM 1986 in Mexiko das entscheidende 1:0 gegen Uruguay schoss, erblickte fast zeitgleich in Buenos Aires ein kleiner Junge namens Fernando Muslera das Licht der Welt. Eigentlich kein guter Start in die Karriere. Dass der Knirps 24 Jahre später einer der besten Torhüter der WM 2010 werden sollte, war da noch nicht geplant. Bekannt wurde Muslera durch seine gehaltenen Elfmeter im Viertelfinale gegen Ghana - und vielleicht durch den Umstand, dass er als Ritual mit Pfosten und Latten spricht, um deren Beistand zu erbeten. Auf der Linie ist Muslera ein Riese. Schwächen hat der Schlussmann von Lazio Rom bei hohen Bällen - wie er beim 2:3 im Spiel um Platz 3 gegen die DFB-Auswahl "bewiesen" hat.

Diego Lugano

Diego Lugano ist so etwas wie das Herz der uruguayischen Nationalmannschaft. In einem Buch, das im April 2011 erschien, ist das auch auf den ersten Blick ersichtlich. "Im Herzen himmelblau" heißt es auf dem Cover mit dem Foto Luganos. Darin blickt er hinter den Kulissen auf die WM 2010 zurück und voraus auf die Zukunft der "Celeste". Eine Zukunft, in der noch viele Jahre mit dem Kapitän zu rechnen sein soll. In der Innenverteidigung ist er eh nicht wegzudenken. Seine Kopfballstärke, in der Defensive wie auch der Offensive, ist gefürchtet. Seine robuste Spielweise zwingt seinen Gegenspielern auch nicht gerade ein Lächeln ins Gesicht. Seine loyale und aufopferungsvolle Art und Weise Fußball zu spielen, hat ihn für Uruguay und auch seinen Verein Fenerbahce zu einer unverzichtbaren Größe gemacht.

Diego Perez

Im Mittelfeld ist Uruguay im Vergleich zu den anderen Mannschaftsteilen eher schwach aufgestellt. Eigentlich verwunderlich, gilt Südamerika doch als Schmiede für technisch versierte Ballzauberer. Bei Uruguay verrichten in der Zentrale aber mehr die soliden Arbeiter ihr Handwerk. Diego Perez ist einer von ihnen. Dass ihm die "Garra Charrua", "die "Klaue der Charrua", nachgesagt wird, spricht für seine Fertigkeiten. Es bedeutet, dass er mit der List, der Geschicklichkeit und vor allem dem Mute der uruguayischen Ureinwohner zu Werke geht. Aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes wird der Spieler vom AS Monaco auch der "Russe" genannt - oder auch "der Löwe ohne Mähne". Vielleicht alles keine wirklichen Komplimente. Aber die will Perez auch nicht hören, sondern lieber mit harter, unermüdlicher Arbeit auf dem Platz glänzen.

Diego Forlan

Diego Forlan hat momentan nicht so wirklich Spaß am Fußball. Dabei war er 2010 dem Fußball-Olymp schon sehr nahe. Mit seinem 2:1 in der Verlängerung schoss er Atletico Madrid zum Gewinn der Europa League und bei der WM wurde er von der FIFA zum besten Spieler des Turniers gekrönt. Doch bei seinem (Noch-)Club Atletico kam er zuletzt nur als Joker zum Einsatz. Eine Demütigung für einen Spieler mit den Qualitäten Forlans. Mit Edison Cavani drängt sich bei Uruguay nun ebenfalls vehement die Konkurrenz im Angriff auf. Noch hat Forlan bei Trainer Tavarez einen Stein im Brett. "Sein Potenzial scheint mir intakt zu sein", sagte dieser. In Normalform ist der komplette Stürmer Forlan fernab jeder Diskussion.

Oscar Tabarez

Wenn einer "El Maestro" genannt wird, dann kommt das sicherlich nicht von ungefähr. Natürlich ist die Bezeichnung als Lehrer schon von daher passend, da Tabarez als eben solcher gearbeitet hat. Doch der 64-Jährige hat in seiner nun mehr über 30-jährigen Trainerkarriere genügend Erfahrungen gesammelt, um mit fast jeder Situation umgehen zu können und die dazu passende Antwort zu finden. Bei der WM in Südafrika hat er das mit Uruguay eindrucksvoll bewiesen. Das beste Ergebnis seit 40 Jahren hat für Aufbruchsstimmung gesorgt. Nun liegt es am ruhigen und besonnenen Tabarez, diesen Schwung weiter auszunutzen.


Michael Reis