Stuttgart - 90 Minuten Kampf und am Ende drei Punkte. Der VfB Stuttgart war nach dem 2:0-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 zufrieden. Trainer Alexander Zorniger passte sein System dem Spiel des Aufsteigers an – das brachte am Ende den Erfolg.

Stuttgarts Trainer Zorniger traf in der Pressekonferenz den Nagel auf den Kopf. "Es war sicherlich kein schöner  Sieg von uns", sagt er da in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Aber ein enorm wichtiger möchte man da hinzufügen, den sich der VfB laut Zorniger mit den eigenen Stärken erarbeitet hat. "Immer dranbleiben und nie aufgeben" – das zeichne seine Mannschaft aus.

Zorniger korrigiert an den richtigen Stellen

In der Tat haben die Schwaben über die 90 hitzigen Minuten gegen den starken Aufsteiger aus Darmstadt alles in die Waagschale werfen müssen, um am Ende als 2:0-Sieger in die neue Trainingswoche gehen zu können.

Besonders bezeichnend war, dass Trainer Zorniger dazugelernt zu haben scheint. Nachdem die Stuttgarter trotz starker Offensivleistungen in dieser Saison schon das eine oder andere Spiel aus der Hand gegeben haben, scheint Zorniger nun auch einmal seine taktische Ausrichtung variieren zu können. So schickte er mit dem wiedergenesenen Kapitän Christian Gentner, mit Serey Dié und Daniel Schwaab gleich drei defensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler ins Rennen, um so vor allem im Mittelfeld eine Kompaktheit herzustellen.

"Unser Pressing wirkt gegen die Darmstädter nicht so, da sie aus der Abwehr mit vielen hohen Bällen agieren", erklärte Zorniger seine  veränderte Marschroute. So verlegte sich der VfB auf konzentrierte Defensivarbeit, bei der vor allem der wieder einmal enorm laufstarke Gentner eine maßgebliche Rolle spielte. "Auf 'Gente' kann ich mich einfach verlassen, er gibt immer alles", bekam der dann auch ein Sonderlob seines Chefs.

Stuttgart zeigt einen Aufwärtstrend

Insgesamt sahen die immerhin 55.100 Zuschauer ein enorm intensives Spiel mit vielen harten Duellen, auch mitunter jenseits des Erlaubten. Man spürte, wie viel für beide Teams auf dem Spiel stand. "Der Sieg war unglaublich wichtig. Das Glück auf unserer Seite haben wir uns zumindest ein Stück weit erarbeitet", analysierte VfB-Sportvorstand Robin Dutt und bekam verbale Rückendeckung von seinen Spielern.  "Das war ein sehr wichtiger, wenn auch bisschen dreckiger Sieg", sagte Torschütze Timo Werner, der von Woche zu Woche stärker wird. "Mit unseren zehn Punkten stehen wir nun doch wieder ganz gut da und können die bittere Niederlage in Leverkusen auch noch ein Stück besser verkraften."

Vor allem in Anbetracht der beinahe unlösbar scheinenden Aufgabe bei den Bayern am kommenden Samstag tat die Gewissheit gut, zu Null gespielt zu haben. "Meine Abwehrkette hat sehr gut gespielt", sagte Zorniger und hob einen hervor, der zuletzt nicht immer gute Kritiken erhielt. "Wir  hatten einen Torwart, der den einen oder anderen rausgeholt hat". Neben dem erwähnte Przemyslaw Tyton zeigten aber auch Emiliano Insua und Florian Klein, aber auch die zuletzt wackeligen Timo Baumgartl und Toni Sunjic solide Vorstellungen.

Insgesamt zeigen die Stuttgarter einen Aufwärtstrend. Sie wirken stabiler, auch wenn sich in ihr Spiel immer noch die eine oder andere Nachlässigkeit einschleicht. Dennoch kann man nun zuversichtlich nach vorne blicken.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer