Gleich nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft in Shanghai wurde kräftig die Werbetrommel für den deutschen Fußball gerührt: Nach einem zehnstündigen Nonstop-Flug und einer Begegnung der besonderen Art bei der Einreise priesen Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nur viereinhalb Stunden nach dem Eintreffen in der 18,6-Millionen-Metropole am Jangtse unisono die Vorzüge des deutschen Profifußballs.

"Wir können ein Produkt anbieten, das sowohl sportlich als auch wirtschaftlich seriös aufgebaut ist und alle mitreißt. Deshalb ist es nicht verwegen, unsere ausländischen Freunde mit ins Boot zu nehmen", sagte Dr. Rauball im Blitzlichtgewitter der chinesischen Fotografen und vor rund 50 Journalisten aus dem Reich der Mitte.

Besondere Rolle der Nationalelf

Dabei stellte er auch die besondere Rolle der Nationalelf heraus: "Die deutsche Mannschaft ist hierhergekommen, um sich als Spitzenmannschaft zu präsentieren und nicht, um einen Ausflug zu machen."

Zuvor hatte der 62-Jährige die Gastgeber in ihrer Landesprache begrüßt und China als wunderbares Land gepriesen. Daran änderte auch nichts, dass die rund 50-köpfige deutsche Delegation ebenso wie alle anderen Passagiere des Fluges LH 728 nach der Landung von den chinesischen Gesundheitsbehörden rund 20 Minuten aufgehalten und untersucht wurde. Wegen der weltweit grassierenden Schweinegrippe wurde mittels eines einer Pistole ähnlichen Spezialgerätes, das an die Stirn gehalten wurde, die Körpertemperatur gemessen.

"Wahnsinnig spannende Bundesligafinale"

Dieses Prozedere konnte die offensichtlich Vorfreude von Dr. Rauball aber nicht beeinträchtigen. Das beste Argument bei den anstehenden Gesprächen mit den chinesischen Partnern der Deutschen Fußball Liga (DFL) sei das "wahnsinnig spannende Bundesligafinale der abgelaufenen Saison".

Bierhoff erklärte zudem, dass auch viele junge Nationalspieler wie Gomez, Schweinsteiger, Lahm oder auch Podolski für das Ausland interessante Leute seien, die es noch besser als zuletzt in den jeweiligen Ländern zu positionieren gelte. Zudem sind laut Bierhoff die im Vergleich zu anderen europäischen Nationen schönen und sehr gut gefüllten Stadien in Deutschland gepaart mit guten Leistungen, Ausgeglichenheit und Spannung ein weiteres Pfund, mit dem die DFL und der DFB wuchern könne.

China ist ein interessanter Markt

Entsprechend optimistisch äußerte sich auch Dr. Rauball, der neben den sportlichen Zielen bei der Asienreise vor allem das wirtschaftliche Interesse der Bundesliga herausstellte: "Es ist kein Wunder, dass England, das unter anderem sehr gut durch Manchester United in China präsentiert wird, meines Wissen nach rund 300 Millionen Euro weltweit erlöst und wir bisher nur 18 Millionen." Dieser Betrag wird sich bereits ab der kommenden Saison auf 35 Millionen Euro erhöhen, wobei offensichtlich auch vermehrt Gelder aus China auf das Ligakonto fließen werden.

Dr. Rauball wollte am Mittwoch zwar keine Vergleichszahlen nennen, verwies offenkundig zufrieden aber auf die gemeinsame Pressekonferenz am Donnerstag mit dem chinesischen TV-Partner CCTV, wo die Vertragsverlängerung mit dem langährigen Partner der DFL verkündet wurde.

Dr. Rauball dankt Nationalspielern

Dr. Rauball bedankte sich ausdrücklich für das Engagement der Spieler, vor allem der angeschlagenen Robert Enke und Bastian Schweinsteiger, die der Einladung für die beiden Länderspiele in Shanghai am Freitag (14 Uhr MESZ/live in der ARD) und am kommenden Dienstag in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (20 Uhr MESZ/live im ZDF) gefolgt sind und im Flughafen von Shanghai schon reichlich Autogramme schreiben mussten.