München - Borussia Dortmund bekam mit der 2:3-Auswärtsniederlage beim Hamburger SV zum ersten Mal nach fast exakt einem Jahr wieder zu spüren, wie sich ein dreifacher Punktverlust anfühlt. Derweil baute der FC Bayern seine Siegesserie auf nun bereits vier Erfolge am Stück aus und wies den FC Schalke in die Schranken. Und auch die Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt basteln durch ihre Ergebnisse weiter an Rekordmarken für die Ewigkeit.

Die Tore von Heung Min Son und Ivo Ilicevic konnte der BVB beim Gastspiel in Hamburg nicht mehr aufholen. Dabei betrieb das Team von Jürgen Klopp einen hohen läuferischen Aufwand und stand trotz der 122,3 abgespulten Kilometer am Ende als Verlierer da. Auch die 192 angezogenen Sprints und der Topwert von 26 Torschüssen genügten am Ende nicht, um die Serie des Meisters fortzusetzen. Schuld daran war vor allem die Innenverteidigung des HSV, in der Heiko Westermann mit 71,88 Prozent und Michael Mancienne 76,67 Prozent gewonnener Zweikämpfe einen bärenstarken Tag erwischten.

Ballkontrolle bringt Bayern den Sieg



Der FC Bayern ist der größte Profiteur der Dortmunder Niederlage. Die Münchener bauten ihrerseits die eigene Startserie weiter aus. Das 2:0 auf Schalke bedeutete den vierten Bundesligasieg in Folge. Damit hat der FCB ligaweit die beste Bilanz nach vier Runden in der Bundesliga-Geschichte. Dabei powerte sich das Team von Trainer Jupp Heynckes am vierten Spieltag noch nicht einmal voll aus. 110,5 Kilometer Laufstrecke als Team unterboten an diesem Wochenende nur Fortuna Düsseldorf (110,2) und der FC Schalke 04 (109,4).

Der Rekordmeister kam durch sein extrem sicheres Passspiel zum Erfolg bei den "Königsblauen". Gleich acht Spieler kamen auf eine Passquote von über 85 Prozent bei mindestens 40 Abspielen zum Teamkollegen. Auf Seiten des FC Schalke 04 fanden am ehesten noch Jefferson Farfan mit fünf Torschüssen und in der Defensive Kyriakos Papadopoulos mit einer Zweikampfquote von 88 Prozent zu ihrer Normalform.

Eintracht Frankfurt - der beste Aufsteiger aller Zeiten



Die intensivste Partie am 4. Spieltag konnten die Zuschauer bereits am Freitagabend im Frankenland verfolgen. Der 2:1-Auswärtserfolg von Eintracht Frankfurt beim 1. FC Nürnberg war vor allem geprägt durch viel Arbeit auf dem Spielfeld. Nürnberg (123,9 Kilometer) und Frankfurt (123,5 Kilometer) legten die meisten Kilometer an diesem Wochenende zurück. Nach dem vierten Sieg im vierten Spiel gelang den Hessen zudem der beste Auftakt eines Aufsteigers aller Zeiten. Dazu passt, dass mit Alexander Meier (12,8 Kilometer) und Stefan Aigner (12,5 Kilometer) gleich zwei Frankfurter die Topwert bei den abgespulten Kilometern lieferten.

Ebenfalls als Serientäter präsentiert sich derzeit Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer spielten beim torlosen Remis gegen den SC Freiburg bereits zum dritten in Folge 0:0. Und auch die Gäste aus dem Breisgau blieben sich am vierten Spieltag in negativer Sicht treu. Saisonübergreifend ist das Team von Christian Streich seit vier Auswärtsspielen ohne eigenen Torerfolg und stellte damit den negativen Vereinsrekord ein. Dabei hatten die Gäste durch die 23 Sprints von Max Kruse und den Sprinthöchswert von Jonathan Schmid (32,8 km/h) zwei der schnellsten Spieler an diesem Wochenende auf dem Platz.

Mainz 05 rennt zum ersten Saisonsieg



Die Negativserie von sieben Spielen ohne Sieg konnte der 1. FSV Mainz 05 mit dem ersten Saisonsieg gegen den FC Augsburg durchbrechen. Der 2:0-Heimerfolg war für die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel auch ein Sieg der Willensleistung. 120,1 Kilometer spulten die Hausherren gegen den FCA ab und liefen damit insgesamt 2,2 Kilometer mehr als der Gegner. Zudem überzeugten die Mainzer mit dem Topwert von 194 Sprints. Die Gäste aus Augsburg suchten im Spiel nach vorne vermehrt Daniel Baier, der mit 107 Ballkontakten an diesem Spieltag den Bestwert aufbot. Doch auch der Spielmacher konnte die dritte Niederlage im vierten Spiel nicht verhindern.

Beim 1:1-Unentschieden zwischen dem VfL Wolfsburg und der SpVgg Greuther Fürth hielten beide Mannschaften sich auch läuferisch in etwa die Waage. Die "Wölfe" liefen insgesamt 116,7 Kilometer und zogen 138 Sprints an. Der Aufsteiger stand dem mit 117,4 Kilometer Laufleistung und 133 Sprints in nichts nach. Spieler des Spiels waren eindeutig zwei Stürmer. Ilir Azemi erzwang das Eigentor von Emanuel Pogatetz und gewann gute 50 Prozent seiner Zweikämpfe. Auf der anderen Seite glich Ivica Olic die Führung der Gäste mit seinem ersten Bundesligatreffer für den VfL Wolfsburg aus. Er war mit 24 Sprints einer der spritzigsten Akteure an einem Wochenende, das ganz im Zeichen der Serientäter stand.

Steffen Hoss