Zusammenfassung

  • Mario Götze genießt das volle Vertrauen von BVB-Coach Peter Bosz

  • Der Dortmunder liefert schon wieder Topwerte ab

  • Im September glaubt Götze, wieder 90 Minute durchspielen zu können

Köln – Trotz langer Krankheit vertraut BVB-Trainer Peter Bosz dem wiedergenesenen Mario Götze bedingungslos. Obwohl es beim Spielmacher von Borussia Dortmund derzeit nur für etwa 60 Minuten reicht, liefert der Weltmeister schon wieder Topwerte ab.

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Und die Zahlen belegen das eindeutig: Bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute war Götze gegen Hertha BSC mit 8,3 gelaufenen Kilometern nicht nur der laufstärkste Borusse, er hatte von allen Mittelfeldspielern auch die meisten Ballbesitzphasen (75). "Auf dem Platz war es wieder ein super Gefühl", sagte Götze nach dem Spiel, fügte aber hinzu: "Ich brauche den Rhythmus und die Spiele, um meine Fitness zurückzubekommen und zu hundert Prozent zu kommen."

Vorzug vor Kagawa und Dahoud

Aktuell hätte Trainer Bosz durchaus auch andere Alternativen im zentralen Mittelfeld. Shinji Kagawa etwa oder Mahmoud Dahoud. Beide sind Topfit, müssen sich jedoch klar hinter Götze anstellen. Ein klares Indiz, dass der Weltmeister beim Niederländer als zentraler Bestandteil eingeplant ist. Götze sagt: "Es ist extrem wichtig, Vertrauen zu haben, sich wohlzufühlen und in der Mannschaft und im Verein angekommen zu sein."

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Götze, in der Vergangenheit meist als klassischer Zehner und in der Nationalelf nicht selten auch als Mittelstürmer eingesetzt, hat nun beim BVB eine neue Rolle gefunden. Im 4-3-3 von Bosz spielt er auf einer der beiden Achter-Positionen, weitaus defensiver als früher. Dabei hält ihm der derzeit überragende Nuri Sahin auf der Sechs den Rücken frei. Götze kommt vermehrt aus der Tiefe, verteilt die Bälle meist an die Außenstürmer, findet aufgrund seiner technischen Fähigkeiten aber auch viele Lösungen auf engem Raum unter Bedrängnis. Dazu kommt natürlich seine Torgefährlichkeit. Zur Erinnerung: In 169 Bundesliga-Spielen hat er 45 Tore erzielt.

Neue Position als Achter im Mittelfeld

Nach seiner langen Krankheit, durch die er ein halbes Jahr aufgrund einer Stoffwechselstörung nicht einmal trainieren konnte, gab es bei Götze nur selten Zweifel: "Es war eine ungewohnte Situation", sagte er nach dem Spiel gegen Hertha. "Aber ich wusste, dass ich ein Ziel habe. Ich wollte zur Vorbereitung wieder da sein, wollte wieder trainieren, und ich bin auf einem guten Weg. Das war entscheidend für mich. Bisher ist mir alles gelungen."

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Die starke Laufleistung bestätigt diesen Eindruck. Und bald könnte es auch schon wieder für mehr als nur eine Stunde reichen: "Ich denke, ab September kann ich dann auch wieder die volle Distanz gehen", sagt Götze. Nach der Länderspielpause dürfen sich dann also nicht nur die Anhänger des BVB freuen, den 25-Jährigen wieder in Topform zu sehen.