Athen - Drei Spiele, nur ein Punkt: Der Start von Borussia Dortmund in der Champions League verlief bisher wenig erfolgreich. Die Chancen auf das Erreichen des Achtelfinals sind bereits nach drei Spieltagen äußerst gering, Platz 3 und die damit verbundene Teilnahme an der Europa League scheint derzeit das höchste der Gefühle zu sein.

Das sah auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach bitteren 1:3 (1:2)-Pleite bei Olympiakos Piräus so: "Über Platz 2 oder das Achtelfinale rede ich überhaupt nicht mehr. Primäre Aufgabe ist es, Platz 3 zurückzugewinnen." Und weiter: "Wir haben zu Recht verloren. Das muss man sich so knallhart eingestehen und mit der Kritik leben", so der 52-Jährige.

Völlig frustriert und enttäuscht reagierte auch Torhüter und Kapitän Roman Weidenfeller: "Ich habe acht Jahre darauf gewartet, wieder Champions League zu spielen - und dann so etwas. So darf man sich nicht präsentieren."

Zu viele Gegentore

Die Begleitumstände - wie die von schweren Krawallen begleiteten Proteste von Zigtausend Griechen in der Stadtmitte gegen das Sparprogramm der Regierung - wollte Watzke als Entschuldigung nicht gelten lassen. "Das war insgesamt ein schrecklicher Tag für uns. Aber wer sich davon beeinflussen lässt, hat den Job verfehlt."

Stattdessen beschäftigte die Borussen gleich nach dem Abpfiff die Suche nach Erklärungen für die zwei Gesichter ihrer Profis in der Bundesliga und auf der internationalen Bühne. Denn es bedarf schon im Rückspiel gegen die Griechen am 1. November einer immensen Steigerung, um noch zu retten, was zu retten ist. "Denn jetzt geht es ums Überwintern im Europapokal. Am liebsten natürlich in der Champions League, das ist doch klar. Aber auch gern in der Europa League", sagte Klopp.

Man habe den deutschen Fußball in der Champions League gut präsentieren wollen, das habe man gemacht - wenn nur die vielen Gegentore nicht wären. Wie schon beim 0:3 bei Olympique Marseille vergaben die Borussen riesen Chancen zur Führung und wurden postwendend für Patzer in der Abwehr bestraft. "Das sind Konzentrationsfehler. Für eine Mannschaft, die sich über die Defensive definiert, ist es hart, ein Mal drei Gegentore zu bekommen. Zwei Mal ist brutal", sagte der BVB-Coach.

"Abschenken werden wir nichts"

Zwar hatte Robert Lewandowski (26.) die Führung des griechischen Meisters durch Jose Holebas ausgeglichen, doch Rafik Djebbour (40.) und Francois Modesto (78.) machten schließlich alles klar, weil vom BVB außer den gewohnt größeren Spielanteilen in der zweiten Halbzeit kaum noch etwas zu sehen war.

"Wir können es uns selbst nicht erklären, weil wir zudem theoretisch auf jeder Position besser besetzt sind als Piräus", sagte Nationalspieler Mats Hummels, "aber die schießen drei Mal aufs Tor und treffen drei Mal."

Immer wieder werde der BVB von Experten und gegnerischen Trainern für sein Talent gelobt, so Klopp. Wenn man dann aus dem Talent auch noch Leistung machen könne, sei das ideal. Der Coach gibt sich trotz der großen Enttäuschung in Griechenland kämpferisch: "Wir haben noch drei Spiele. Abschenken werden wir nichts. Wir spielen in der Champions League, um erfolgreich zu sein, und nicht, um fremde Länder zu bereisen."