Nach dem Sieg gegen Bayern München (2:1) ist Borussia Dortmund drei Wochen vor dem Saisonstart wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Im Härtetest gegen den italienischen Rekordmeister Juventus Turin unterlag das Team des neuen BVB-Trainers Jürgen Klopp 1:3 (0:1) und offenbarte dabei vor rund 30.000 Zuschauern viele Defizite.

Juve mit starkem Beginn

Nachdem die Westfalen in den ersten Minuten einige Male bis zum Turiner Strafraum kamen, waren es jedoch die Italiener, die die erste Torchance des Spiels verzeichnen konnten. In der dritten Minute prüfte Pavel Nedved Torhüter Roman Weidenfeller, der noch zur Ecke klären konnte. Nur zwei Minuten später klingelte es schließlich im Dortmunder Kasten. Amauri brauchte am Fünf-Meter-Raum nur noch seinen Fuß hinhalten - 1:0 für Juventus. Einige Minuten später hatte der BVB erneut Glück, als David Trezeguet mit der Hacke nur Zentimeter am Dortmunder Pfosten vorbei schoss.

Nach einer Viertelstunde verflachte die Partie zusehends und fand fast ausschließlich im Mittelfeld statt. In der 37. Minute vergaben die Dortmunder durch Mladen Petric die Chance zum Ausgleich. Nach Doppelpass mit Jakub Blaszczykowski war Tamas Hajnal an der Strafraumgrenze von Giorgio Chiellini gefoult worden. Den fälligen Freistoß setzte Petric aber über das Tor. Nur zwei Minuten später trat der Kroate wieder zum Freistoß an. Aber die Vorlage aus 30 Metern konnte Robert Kovac per Kopf nicht verwerten. Bis zur Pause änderte sich nichts mehr, so dass die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp mit einem Rückstand in die Kabine ging.

Juve wieder mit starkem Beginn

Wie die erste begann auch die zweite Halbzeit besser für die Italiener. In der 46. Minute musste Kovac einen Schuss von Vincenzo Iaquinta kurz vor der Linie klären, nachdem Weidenfeller schon geschlagen war. Fünf Minuten später machte es der italienische Rekordmeister besser. Felipe Santana konnte auf der rechten Seite eine Flanke von Pavel Nedved nicht verhindern, in der Mitte stieg Iaquinta ungehindert von Kovac zum Kopfball hoch und traf zum 2:0.

Das erste Lebenszeichen von Borussia Dortmund in der zweiten Halbzeit kam von Marc-Andre Kruska, dessen Distanzschuss aus 25 Metern aber von Torhüter Gianluigi Buffon abgewert werden konnte. Danach war das große Wechseln angesagt. Für Turin, das in der Halbzeitpause schon einige Spieler ausgewechselt hatte, verließen in der 68. Minute mit Buffon und Mohamed Sissoko auch die letzten Spieler der Startelf den Platz.

Ehrentreffer vom Punkt

Auf dem Feld tat sich derweil nicht viel. Der BVB kam nicht in Juves Strafraum, viele Bälle landeten beim Gegner. Die Turiner präsentierten sich überraschend stark, obwohl sie sich erst seit einigen Tagen im Training befanden. So verwunderte es nicht, dass die "alte Dame" in der 73. Minute das 3:0 markierte. Einen hohen Pass aus der eigenen Hälfte in die Nahtstelle der Dortmunder Viererkette, der die Innenverteidigung schlecht aussehen ließ, konnte erneut Iaquinta, allein vor Weidenfeller stehend, ausnutzen.

Den Ehrentreffer für die Dortmunder markierte Kruska in der 78. Spielminute. Santana wurde im Strafraum von Dario Knezevic gefoult und Schiedsrichter Winkelmann zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Kruska legte sich den Ball zurecht und verwandelte den Strafstoß souverän zum 1:3-Endstand.

BVB: Weidenfeller - Santana, Subotic, Kovac, Dede (46. Schmelzer) - Kuba (46. Klimowicz), Kruska, Hajnal (56. Gordon), Kringe (46. Buckley) - Federico (66. Hillenbrand), Petric (46. Valdez)