München - Eine Partie ist noch zu spielen, dann ist die Saison 2010/11 für Borussia Dortmund endgültig beendet. Die Deutsche Meisterschaft hat der BVB schon jetzt gewonnen. Eigentlich könnten sich die Dortmunder Spieler zurücklehnen und ihre letzte Partie der Saison ganz entspannt angehen.

Doch es gibt einen Rekord, der die Borussen reizt, so dass die "Schwarz-Gelben" am 34. Spieltag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt nochmal alles geben werden. Der BVB will zusammen mit Bayern München die beste Defensive aller bisherigen Bundesliga-Spielzeiten stellen.

Frankfurt wird stürmen

In der Saison 2007/08 kassierte der FC Bayern insgesamt nur 21 Gegentore und machte sich so als "Abwehr-Bollwerk" der Bundesliga unvergessen. Am 33. Spieltag hatte der Rekordmeister nur 20 Gegentreffer kassiert, gewann am letzten Spieltag 4:1 und stellte damit den Rekord für die wenigsten Gegentore in einer Saison auf.

Der BVB hat nach dem 33. Spieltag ebenfalls 21 Treffer kassiert. Gelingt es der Mannschaft im letzten Spiel gegen Eintracht Frankfurt zu Null zu spielen, sind die Borussen mit den Bayern zusammen Rekordhalter. Es wird aber nicht leicht werden, das Tor am Samstag verschlossen zu halten, denn Gegner Frankfurt spielt um den Klassenerhalt und wird deshalb alles versuchen, um die Dortmunder "Abwehr-Festung" zu überwinden.

Weidenfellers tolle Saison

Wäre das Auswärtsspiel am 33. Spieltag beim SV Werder Bremen nicht mit 0:2 verloren gegangen, hätten die Borussen sogar die Möglichkeit gehabt, alleiniger Rekordhalter zu werden. Nun können sie den Bayern-Rekord nicht mehr knacken - aber immerhin noch einstellen.

BVB-Torhüter Roman Weidenfeller sieht das gelassen: "Wir sollten das Positive ganz dick unterstreichen, das ist die Meisterschaft. Natürlich hätten wir gerne neue Rekorde aufgestellt, aber letztlich sind sie zweitrangig." Insgeheim dürfte es die Dortmunder trotzdem freuen, wenn sie die Bestmarke des FCB einstellen würden.

Siegen für die Meisterfeier

Abgesehen vom Abwehrrekord: Die Dortmunder werden gegen Eintracht Franfurt ohnehin nochmal "volle Pulle" geben. Der BVB will seinen Fans und auch sich selbst einen gelungenen Saisonabschluss schenken, der die anschließende Meisterfeier noch schöner werden lassen soll.

"Wir sollten jetzt ein ordentliches letztes Spiel gegen Frankfurt machen - wenn wir noch mal verlieren, hab ich keinen Bock mehr zu feiern", erklärt Verteidiger Mats Hummels.

Selbst wenn Dortmund es nicht schaffen sollte, gegen die Eintracht zu Null zu spielen - die Abwehr ist noch jung: Lukasz Piszczek ist 25 Jahre alt, Marcel Schmelzer 23, Neven Subotic und Mats Hummels sind gerade mal 22 Jahre alt. Somit bleibt noch viel Zeit, um den Rekord der Bayern irgendwann doch zu brechen.