Nach dem spannenden und ereignisreichen Saisonauftakt bietet auch der 2. Bundesliga-Spieltag wieder brisante Begegnungen (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio!) In Hamburg treffen etwa der gastgebende HSV und Borussia Dortmund aufeinander - die sich in der vergangenen Saison buchstäblich bis zur letzten Minute um einen Startplatz in der Europa League stritten. In Stuttgart steigt hingegen ein baden-württembergisches Derby.

Hamburger SV - Borussia Dortmund

Nach den vergangenen drei Auswärtspartien in der Hansestadt fuhren die Borussen stets mit leeren Händen nach Hause. Hierfür will man Revanche nehmen bei der Neuauflage dieses Klassikers, weniger dafür, dass die Hanseaten den Westfalen in der letzten Minute der Saison 2008/09 durch ein Last-Minute-Tor noch die Teilnahme an der UEFA Europa League vermasselten. "Die Hamburger haben in Frankfurt einfach den Ball reingeschossen. Das ist legitim", sagt BVB-Coach Jürgen klopp. Was so viel heißen soll wie: Es gibt keine persönlichen "Rachegelüste" gegenüber dem HSV.

Beim Gastgeber sind Marcus Berg und Torwart Frank Rost fraglich. Nicht nur deshalb zeigt Bruno Labbadia großen Respekt vor dem Gegner. "Die Dortmunder profitieren sicher davon, dass sie eine eingespielte Mannschaf haben", sagte der HSV-Trainer: "Sie haben ihr Potenzial in der letzten Saison deutlich gezeigt. Das wird eine sehr schwere Aufgabe."

Borussias Nationalspieler sind mit Ausnahme von Marcel Schmelzer (Bänderdehnung) und Mats Hummels (Knöchelverletzung) allesamt einsatzfähig, mit Dede drängt ein Etablierter auf die Rückkehr in den Kader. Nachdem der Deutsch-Brasilianer dreieinhalb Wochen nach seiner Kiefer-Operation wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann, möchte er auch in der Bundesliga wieder zubeißen - und ein "Dreier" beim HSV wäre eine fette Beute für den mit einem 1:0 gegen Köln erfolgreich in die Saison gestarteten BVB. Definitiv verzichten muss Trainer Klopp weiterhin auf Kapitän Sebastian Kehl (Adduktoren-Bescherden).

VfB Stuttgart - SC Freiburg

VfB-Trainer Markus Babbel erwartet von seiner Mannschaft in den kommenden beiden Spielen zwei Siege. "Das werden zwei schwere Spiele", sagte er vor dem Heimspiel in der Bundesliga gegen den Freiburg und dem Qualifikationsspiel zur Champions League am Dienstag beim FC Timisoara in Rumänien und betonte: "Ich wäre nicht zufrieden, wenn wir ein Spiel gewinnen und eines verlieren."

Babbel kündigte seiner Mannschaft für die beiden Spiele auch die Einführung des Rotationsprinzips an. "Ich will frische Spieler haben, auch im Hinblick auf Dienstag", sagte er, wollte sich aber am Freitag nicht festlegen, wer von den Wechselspielen betroffen sein wird. Sicher ist lediglich: Neuzugang Stefano Celozzi wird für Christian Träsch (Handbruch) in die Mannschaft kommen, gesetzt sind auch Alexander Hleb und Pawel Pogrebnjak. Fraglich ist zumindest für Samstag der Einsatz von Stürmer Ciprian Marcica (Oberschenkel).

Freiburg will "auch auswärts auf Sieg spielen"

Das letzte Derby der beiden Teams aus Schwaben und Baden in der Bundesliga fand am 20. März vor vier Jahren ebenfalls am Neckar statt. Denkbar knapp musste sich der SC Freiburg damals mit 0:1 geschlagen geben. Für SCF-Trainer Robin Dutt, bis zu seinem Wechsel nach Freiburg in Stuttgart zuhause, ist das erste Auswärtsspiel der Saison zugleich auch ein kleines Heimspiel. Familie, Freunde und Bekannte werden im Stadion die Daumen drücken. Abgesehen davon, weiß auch der Coach, "dass es sich um ein traditionsreiches Derby handelt".

"Wir werden auch auswärts auf Sieg spielen", sagt Dutt vor der 21. Auflage des Derbys in der Bundesliga. Torhüter Manuel Salz wird wie schon gegen Hamburg zwischen den Pfosten stehen, denn Stammkeeper Simon Pouplin konnte nach seiner Schulterverletzung auch in dieser Woche noch nicht trainieren. Alle anderen, bis auf Ömer Toprak (Reha) und Eke Uzoma (Aufbau), trainierten wieder. Dutt kann personell aus dem Vollen schöpfen.


Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim

In der Bundesliga trafen beiden Teams bislang zweimal aufeinander und sowohl im Hin- als auch im Rückspiel der vergangenen Saison behielt die Werkself mit 5:2 beziehungsweise 4:1 die Oberhand. Natürlich will auch Bayer-Trainer Jupp Heynckes an diese Ergebnisse anknüpfen: "Ich hoffe nicht, dass Hoffenheim uns die Premiere in diesem Stadion vermasseln wird, aber dafür müssen wir richtig was tun und eine Topleistung abrufen. Hoffenheim hat gegen Bayern gezeigt, dass sie gut beisammen und in einer guten Form sind."

Seit Donnerstag hat Heynckes alle Spieler zur Verfügung, denn die Nationalspieler sind wieder an Bord. Für sie stand zunächst die Regeneration und Pflege im Mittelpunkt. U-21-Nationalspieler Stefan Reinartz kehrte angeschlagen zurück, sein Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Daniel Schwaab, der beide Spiele bei einem Freundschaftsturnier der U 21 in der Ukraine bestritt. Für Schwaab könnte Gonzalo Castro auf rechts verteidigen und zudem Simon Rolfes von Anfang an spielen. "So wie Simon Rolfes diese Woche trainiert hat, kommt kein Trainer der Welt an ihm vorbei - er wird wohl spielen", sagte Heynckes.

Beck fordert Wiedergutmachung

Bei 1899 wird neben Matthias Jaissle (Aufbautraining) auch Tobias Weis (Kniebeschwerden) fehlen. Der Einsatz von Luiz Gustavo ist zudem fraglich. Am Donnerstag durfte Trainer Ralf Rangnick aber immerhin wieder Demba Ba im Mannschaftstraining begrüßen. "Demba hat gut gearbeitet", sprach Rangnick dem Senegalesen ein Lob aus.

Verteidiger Andreas Beck will Wiedergutmachung für die beiden Niederlagen gegen Bayer in der Spielzeit 2008/09: "Unsere Motivation ist hoch. Wir haben letzte Saison gegen Bayer keinen Punkt geholt. Das wollen wir ändern. Wir wollen den Gegner mit unseren Waffen schlagen." Heißt: Mit schnellem Offensivfuball.


Hannover 96 - 1. FSV Mainz 05

Nach dem ordentlichen, aber verlorenen Ligaauftakt bei Hertha BSC steht 96 gegen den Aufsteiger aus Mainz am Samstag vor einem eminent wichtigen Spiel. Mit den Fans im Rücken sollen die ersten Punkte eingefahren werden. Da passt es gut, dass am Samstag der zehnmillionste Besucher die AWD-Arena bei einem Heimspiel der "Roten" betreten wird.

Das Lazarett der "96er" will sich hingegen nicht so recht leeren. Noch immer muss Trainer Dieter Hecking auf wichtige Akteure verzichten. Neben dem bereits seit langem außer Gefecht gesetzten Sorgenkind Jan Schlaudraff (Leistenprobleme) füllen weiterhin Sofien Chahed (Mittelfußbruch), Altin Lala (Aufbautraining), Vinicius (Rückenprobleme), Sergio Pinto (Meniskus-OP) und Leon Andreasen (Behandlung in Dänemark) die Krankenliste auf. Kurzfristig erreichte Trainer Hecking am Donnerstag zudem die Nachricht, dass Jan Rosenthal mit Muskelfaserriss ausfällt.

Positive Meldungen in Sachen Personalien gab es in dieser Woche trotzdem zu vermelden. Der zuletzt fehlende Deutsch-Albaner Valdet Rama ist wieder ins Mannschafttraining eingestiegen und könnte eine Option sein. Zudem stieß der Ivorer Didier Ya Konan am Dienstag zur Mannschaft und nahm in den vergangenen Tagen mit den verbliebenen Spielern an den Trainingseinheiten teil. "Ich lasse mir alle Optionen offen", antwortete Hecking auf die Frage, ob es für Ya Konan bis zum Samstag reicht. Gern gesehen wäre der schnelle, wendige Stürmer allemal, da nun Kollege Mike Hanke seit dem Dienstagstraining mit hartnäckigen Adduktorenproblemen zu kämpfen hat und auszufallen droht.

Ivanschitz wieder mit dabei

Die 05er haben nicht nur einen mehr als zufriedenstellenden Saisonstart hinter sich, sondern nach Aussage von Trainer Thomas Tuchel auch eine ziemlich anstrengende, intensive Trainingswoche. "Es konnten viele Inhalte vermittelt werden. Die Mannschaft musste dafür zwar viel Konzentrationsarbeit leisten, und ich weiß, dass das nicht immer maximalen Spaß macht, aber den wollen wir dafür am Samstag in Hannover auf dem Rasen haben."

Mit welcher Formation der Fußballlehrer aus Schwaben in Hannover antreten will, ist noch nicht festgelegt und abhängig von der Form der zurückgekehrten Nationalspieler und der Wiedergenesenen. Dimo Wache (Patellasehnenriss), Bo Svensson (Achillessehnenreizung), Eugen Polanski (Fleischwunde), Jan Kirchhoff (Achillessehnenreizung), Marco Rose (Verstauchung des Sprunggelenks), Filip Trojan (Meniskusschaden), Srdjan Baljak (Schlüsselbeinbruch) und Chadli Amri (Mittelfußbruch) stehen weiterhin nicht zur verfügung.


Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg

Der stürmische Auftakt mit zwei Siegen in zwei Spielen hat Begehrlichkeiten geweckt. Beim Heimdebüt von Trainer Michael Skibbe wollen die Fans von Eintracht Frankfurt nicht nur Zeugen des besten Bundesliga-Saisonstarts der Hessen seit zehn Jahren werden, sondern auch den lang ersehnten Spaß-Fußball in der Commerzbank-Arena erleben. Ein Hauch von Euphorie weht dieser Tage durch die Main-Metropole - Skibbe macht's möglich.

Und der Hoffnungsträger sieht gegen Aufsteiger Nürnberg keinen Grund, die Aufbruchstimmung zu zügeln. "Wir wollen mit einem Sieg dafür sorgen, dass wir vorne dabei bleiben. So wie das vor 10, 15 Jahren bei Eintracht Frankfurt gang und gäbe war", erklärte Skibbe und schob ganz selbstbewusst nach: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken." Bangen sein muss Skibbe allerdings um den Einsatz von Pirmin Schwegler. Der Neuzugang hat sich bei seinem Länderspieldebüt für die Schweiz gegen Italien eine Innenbandüberdehnung im rechten Knie zugezogen. Sein Einsatz ist fraglich, wie der von Nikola Petkovic (Zehenverletzung).

In Nürnberg ist inzwischen die knappe 1:2-Niederlage gegen Schalke zum Auftakt abgehakt, der Blick geht voraus auf die Aufgabe in Frankfurt. "Wir wollen das Spiel offen halten und natürlich erfolgreich gestalten", verdeutlichte "Club"-Trainer Michel Oenning seine Ambitionen. Seinen Kader hat er weiter verletzungsfrei und damit komplett zur Verfügung, Grund zu wechseln sieht der Coach nicht: "Wir werden wenige Dinge im Mannschaftsgefüge ändern. Sollten wir allerdings aus taktischen Gründen dazu gezwungen werden, werden wir das tun."

FC Bayern München - Werder Bremen

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