München - Tabellenführer Dortmund greift am letzten Hinrundenspieltag nach einem weiteren Rekord: Bei Eintracht Frankfurt reicht bereits ein Punkt, um sich als bester "Herbstmeister" aller Zeiten in den Weihnachtsurlaub zu verabschieden (alle Samstagspartien ab 15 Uhr im Live-Ticker).

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Das "M-Wort" ist seit Wochen tabu. Kurz vor Weihnachten haben die Überflieger von Borussia Dortmund nach dem Aus in der Europa League gegen Sevilla aber doch noch besondere Ansprüche angemeldet. Als bester "Herbstmeister" aller Zeiten will sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in den kurzen Feiertagsurlaub verabschieden und Bayern München den Rekord aus der Saison 2005/06 (44 Punkte/plus 23 Tore) abluchsen. Dazu würde dem BVB (43 Zähler/plus 30 Tore) bereits ein Unentschieden am abschließenden Hinrunden-Spieltag bei Eintracht Frankfurt am Samstag reichen.

"Wir wollen in Frankfurt nicht nur diesen einen Punkt, sondern mit 46 Zählern in die Winterpause gehen", meinte Mittelfeldspieler Nuri Sahin, der wie sein Kollege Sven Bender angeschlagen ins Spiel gehen wird. Klopp setzt zum Ende der Hinserie, die für den Coach "kein Abschluss, sondern ein normales Spiel" ist, auf die BVB-Devise: "Alles raushauen, was geht."

Ausgerechnet Eintracht-Trainer Michael Skibbe möchte seinem Ex-Club den perfekten Jahresabschluss verderben. Nur eines von acht Duellen verlor Skibbe gegen Dortmund. Der Respekt vor dem besten Angriff (39 Tore) und der stärksten Abwehr der Liga (neun Gegentreffer) ist beim 45-Jährigen aber riesengroß. "Dortmund ist richtig stark. Das wird eine schwere Aufgabe, aber Angst ist der schlechteste Ratgeber im Sport", sagte Skibbe, den vor allen Dingen in der Defensive große Probleme plagen. In Marco Russ, Maik Franz und Chris fallen den Hessen definitiv drei Innenverteidiger aus. Die eine oder andere personelle Überraschung wird es - aus der Not geboren - bei den Hessen geben, über die Borussias Coach sagt: "In den letzten Spielen haben vielleicht ein bisschen die Ergebnisse gefehlt. Die Frankfurter spielen aber eigentlich eine gute Runde - und richtig guten Fußball!"




FC Schalke 04 - 1. FC Köln

"Köln ist eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft und die uns alles abverlangt", warnt Schalkes Chef-Trainer Felix Magath vor dem nächsten Heimspiel seiner Elf gegen den 1. FC Köln. Indem die Domstädter sieben Punkte aus den letzten vier Partien geholt haben, haben sie gezeigt, dass wieder mit ihnen zu rechnen ist. "Ich gehe davon aus, dass Köln sehr defensiv eingestellt sein wird", sagte Magath: "Deswegen sollten wir wie am vergangenen Wochenende von Anfang an die Initiative ergreifen. Denn ein frühes Tor würde diese defensive Haltung sicherlich lösen. Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass wir das Spiel machen müssen."

Kölns Trainer Frank Schaefer sieht sein Team klar in der Außenseiterrolle und erwartet zum Abschluss der Hinrunde eine ganz schwere Aufgabe: "Auch wenn Schalke eine sehr schwache Phase zu Beginn der Saison hatte, zählen sie für mich zu den drei Topteams der Bundesliga. Ich glaube, dass sie sich am Ende auch für den europäischen Wettbewerb qualifizieren werden." Als reiner Punktelieferant will der FC-Coach aber nicht nach Gelsenkirchen fahren: "Wir fühlen uns in der Außenseiterrolle durchaus wohl und wollen etwas Zählbares mitnehmen. Am Samstag haben wir die Möglichkeit, den einen oder anderen Punkt, den wir in der Hinrunde liegen gelassen haben, wieder zurückzuholen. Gerade nach dieser turbulenten Hinrunde wäre es extrem schön auf Schalke zu punkten. Wir wissen, dass es eine schwierige Aufgabe ist, aber wenn wir ein gutes Spiel machen, haben wir auch dort die Möglichkeit auf zählbaren Erfolg."

Kölns Kapitän Youssef Mohamad klagte zwar zwischenzeitlich über Probleme an der Achillessehne; gegenüber dem vergangenen Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt ist aber nur eine personelle Änderung zu erwarten. Lukas Podolski wird wegen eines Außenbandrisses am rechten Sprunggelenk nicht im Kader stehen. Ebenfalls nicht zur Verfügung stehen Kevin Pezzoni (Bänderdehnung im Sprunggelenk) und Milivoje Novakovic (Faserriss). Auf Schalker Seite fallen, neben den ohnehin aus der ersten Mannschaft suspendierten Hans Sarpei, Alexander Baumjohann und Jermaine Jones, voraussichtlich drei weitere Spieler aus: Levan Kenia und Tim Hoogland (beide Trainingsrückstand) sowie Christoph Moritz (Reha nach Schulterverletzung).




Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern

Beide Mannschaften haben fünf Siege auf dem Konto, beide Teams befinden sich im Mittelfeld der Bundesliga, der 1.FC Kaiserslautern dabei nur einen Punkt hinter Werder platziert. "Wir können in jedem Fall auf eine Hinserie blicken, die unter dem Strich ordentlich war. Wir sind schnell und gut in der Liga angekommen", zeigte sich auch FCK-Trainer Marco Kurz zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf seiner Mannschaft. Weniger erfreut gibt man sich natürlich bei den "Grün-Weißen", die aber nun mit drei Punkten zum Abschluss des Jahres "wichtige Signale für das, was wir in der Rückrunde vorhaben, senden wollen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs.

Doch auch Kurz macht keinen Hehl aus den Weihnachtswünschen der Gäste: "Wir wollen natürlich auch in Bremen versuchen, die Zwanzigermarke zu überspringen und dort einen positiven Abschluss haben" - was bei aktuell 18 Zählern einen Auswärtssieg erfordern würde. Zuzutrauen ist den Pfälzern in dieser Saison grundsätzlich fast alles, wie Thomas Schaaf bewusst ist: "Sie haben bisher eine gute Runde gespielt und dabei starke Spiele abgeliefert. Sie haben sicherlich auch das ein oder andere Mal einstecken müssen, aber es ist auffällig, dass sie sich speziell zuhause immer wieder bewiesen und durchgesetzt haben."

Werders Cheftrainer erwartet demnach keine einfache Partie: "Sicherlich wird es für uns ein Spiel werden, in dem man versuchen muss, sich Vorteile zu erspielen, ein Tor zu schießen. Auch wenn das nicht auf Anhieb gelingt, muss man die Geduld haben, immer wieder nachzulegen." Im Angriff muss Schaaf dabei auf Claudio Pizarro verzichten, den muskuläre Probleme plagen. Dafür meldeten sich Marko Arnautovic und Dominik Schmidt wieder einsatzbereit. Die Brasilianer Wesley und Naldo als auch Tim Borowski befinden sich noch im Aufbautraining. Beim FCK ist Srdjan Lakic nach abgesessener Gelbsperre wieder spielberechtigt, Jan Simunek macht noch Reha, Stiven Rivic zog sich im Training am Donnerstag eine Verletzung zu.




VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim

In Wolfsburg läuft es derzeit alles andere als rund. "Es ist eine schwierige Situation, in der wir uns befinden. Wir haben im Prinzip in den letzten Wochen zwar nicht schlecht gespielt, mit Ausnahme der zweiten Halbzeit gegen Werder. Aber natürlich müssen wir ganz dringend wieder gewinnen", sagte Spielmacher Diego. Die ausbleibenden Siege am Trainer festzumachen, davon halte er überhaupt nichts, betonte der 25-Jährige: "Das ist nicht fair. Wir alle sind ein Team, und jeder von uns hat an der Situation seinen Anteil." Sein Fahrplan für die nächsten Wochen gleicht deshalb eher einem Appell an die Mannschaft: "Das Spiel gegen Hoffenheim ist unheimlich wichtig. Mit einem Sieg können wir alles verändern."

Vor einer Rückkehr ins Team der "Wölfe" steht Ex-Torschützenkönig Grafite, der für Karim Ziani an der Seite von Kapitän Edin Dzeko stürmen könnte. Coach Steve McClaren weiß um die Bedeutung der Partie: "Das ist das größte Spiel der Saison. Da ist das Resultat sehr, sehr wichtig. Fast wichtiger als die Leistung".

Hoffenheim könnte mit einem Sieg den Kontakt zur Spitze halten. Die Bilanz in Wolfsburg spricht allerdings nicht gerade für 1899: Zwei Mal musste die Elf von Ralf Rangnick mit 0:4 zurück ins Kraichgau reisen. "In der Verfassung, in der der VfL ist, haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen", ist Sejad Salihovic jedoch optimistisch. Trainer Rangnick fordert: "Die starke Offensive müssen wir ausschalten. In der Rückwärtsbewegung sind die Wolfsburger anfällig. Genau dort müssen wir sie angreifen." Weil Isaac Vorsah noch gesperrt ist, ist noch ein Platz in der Innenverteidigung zu vergeben. Zwar wird eventuell auch Josip Simunic wieder im Kader stehen, ein Einsatz über 90 Minuten käme für den Kroaten aber noch zu früh. Tobias Weis (Oberschenkelprobleme) wird seinem Team definitiv nicht zur Verfügung stehen.




1. FC Nürnberg - Hannover 96

Die 96er spielen die beste Bundesligasaison ihrer Geschichte, gewannen die letzten fünf Partien und haben jetzt schon einen Punkt mehr auf dem Konto als in der gesamten Vorsaison. Auch in der Chancenverwertung sind die "Roten" top: 18,2 Prozent verwertete Möglichkeiten bedeuten den Spitzenwert ligaweit. Verzichten müssen die Niedersachsen allerdings auf ihren Topstürmer Didier Ya Konan, der auch letzte Woche wieder zwei Mal einnetzte. Seinen Platz in der Erfolgself von Trainer Mirko Slomka könnte Mohammed Abdellauoe einnehmen, der gerade rechtzeitig von einem Muskelfaserriss genesen ist. Der Einsatz von Sergio Pinto ist (Probleme mit der Bauchmuskulatur) gefährdet.

Slomka zeigte sich überrascht vom Last-Minute-Punktgewinn der Franken am vergangenen Spieltag: "Ich hätte gedacht, dass die Hoffenheimer das Spiel für sich entscheiden. Das zeigt, wie unangenehm Nürnberg ist." Daher gelte für Samstag höchste Priorität, die Franken an ihrem Aufbauspiel zu hindern: "Wenn man ihnen Luft und Raum lässt, kommen sie zu Großchancen."

"Club"-Trainer Dieter Hecking trifft auf seinen Ex-Verein: "Ich habe sechs erfolgreiche Jahre als Spieler und Trainer in Hannover verbracht. Das ist eine sehr schöne Zeit gewesen." Dennoch fordert Hecking sein Team auf, sich gegen die 96er "selbst für die gute Hinrunde zu belohnen". Die Mannschaft auf jeden Fall sei "heiß auf die letzten beiden Spiele". "Sehr erfreulich" findet Hecking zudem, dass er nach einer kräftezehrenden Hinrunde personell so gut wie aus dem Vollen schöpfen kann. Auf der linken Abwehrseite kehrt Javier Pinola nach seiner Sperre für Youngster Marvin Plattenhardt ins Team zurück. Weiterhin verzichten muss der Trainer nur auf Per Nilsson.