München - Die Bundesliga begeistert wie selten zuvor mit vielen jungen Spielern, die herzerfrischenden Fußball zeigen. Borussia Dortmund sicherte sich beispielsweise mit einer "Rasselbande" die Meisterschaft, Mainz 05 stürmte mit seiner "Boygroup" in die Europa League.

In der kommenden Saison wagen wieder einige Profis aus der 2. Bundesliga den Sprung ins "Oberhaus" und wollen nächstes Jahr den Durchbruch schaffen. bundesliga.de stellt die talentierten Jungspunde vor, die nicht nur bei ihren ehemaligen Teams zu Leistungsträgern aufstiegen, sondern nun auch eine Klasse höher ihr Talent unter Beweis stellen wollen.

Bayern angelt sich den Torschützenkönig

"Als das Angebot kam, war ich erst einmal sprachlos. Ein Vertrag bei Bayern ist der größte Lohn, den es gibt als Fußballer. Das ist für mich eine große Bestätigung für meine Leistungen", freute sich Nils Petersen in einem Interview mit der "Abendzeitung München" ganz ungeniert über die Offerte des FC Bayern München. Kein Wunder, dass der Rekordmeister auf den talentierten Stürmer von Energie Cottbus aufmerksam wurde, denn Petersen kann auf eine überragende Saison zurückblicken. Der 22-Jährige glänzte mit 25 Treffern und drei Assists, damit war er an 43 Prozent der Treffer seines Teams direkt beteiligt. Der Angreifer zeigt sich bescheiden, hat sich aber klare Ziele gesteckt: " Es entspricht meinem Naturell, zurückhaltend zu sein, und ich bin noch gar nicht angekommen in München, da kann ich keine großen Töne spucken. Ich will aber Kloses Erbe antreten, wenn meine Zeit kommt."

Top-Vorbereiter zu Mainz

Mit Zoltan Stieber verlässt die Alemannia ein weiteres Talent in Richtung Bundesliga. Der Mittelfeldspieler dribbelt seit Januar 2009 in der 2. Bundesliga, damals spielte er noch für die TuS Koblenz. In der Saison 2010/11 startete der 22-Jährige für die Alemannia durch, und wie. Stieber erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Tore und bereitete zwölf vor. Damit ist er der beste Torvorbereiter der Liga. "Wir freuen uns sehr, dass Zoltan sich für uns entschieden hat. Er ist ein technisch sehr veranlagter, schneller und variabel einsetzbarer Spieler mit Entwicklungspotenzial, der unser Offensivspiel bereichern wird, ist sich Mainz' Manager Christian Heidel sicher. Auch Stieber freut sich über den Sprung in die Bundesliga: "Das ist der nächste Schritt in meiner Entwicklung. Mainz 05 hat eine junge, hungrige Mannschaft, mit der ich in der Bundesliga spielen kann, und einen Trainer, der junge Spieler sehr gut fördert."

Höger künftig in "königsblau"

Am 25. Spieltag der Saison 2009/10 feierte Marco Höger für Alemannia Aachen sein Debüt in der 2. Bundesliga. Seitdem verpasste der 21-Jährige lediglich eine Partie. In der abgelaufenen Saison trug Höger 33 Mal das Alemannia-Trikot und glänzte mit sieben Toren und sieben Vorlagen. Das hat Begehrlichkeiten geweckt. So auch beim FC Schalke 04, der sich die Dienste des Mittelfeldspielers bis 2014 gesichert hat. "Marco hat in Aachen eine herausragende Saison gespielt", betont S04-Manager Horst Heldt. "Er ist ein junger deutscher Spieler mit großer Perspektive, beidfüßig, sehr ehrgeizig und spielstark." Bei Höger, der seit 2005 für Aachen die Fußballschuhe schnürte, ist die Vorfreude auf die Bundesliga groß: "Schalke 04 ist für mich einer der Top-Clubs in Deutschland mit tollen Fans und einer großen Tradition. Ich freue mich riesig auf meine erste Bundesligasaison."

Mölders steigt mit auf

Frankfurts Toptorjäger Sascha Mölders beendet nach eineinhalb Jahren sein Engagement beim FSV. Der Mittelstürmer wird seine Schuhe in der nächsten Saison für den Bundesligaaufsteiger FC Augsburg schnüren: "Ich freue mich, dass es mit meinem Wechsel nach Augsburg geklappt hat, und möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir den Klassenerhalt in der Bundesliga packen", so das Statement Mölders' nach der Vertragsunterschrift bei den Fuggerstädtern. Der 26-Jährige hat in der abgelaufenen Saison alle 34 Spiele für den FSV bestritten und 15 Tore erzielt (drei Assists). Laut Geschäftsfürhrer Andreas Rettig ist die Verpflichtung für den Aufsteiger ideal: "Wir sind glücklich, dass wir unseren letzten Kaderplatz im Angriff mit Sascha Mölders besetzen können, da er exakt in unser Anforderungsprofil passt."

Müller soll Schürrle beerben

"Nicolai Müller ist einer der herausragenden Offensivspieler der 2. Bundesliga, in der er konstant auf hohem Niveau spielt. Als torgefährlicher, laufstarker, schneller Spieler passt er perfekt zu unserer Spielweise", so lautete der Kommentar des Mainzer Trainers Thomas Tuchel zum Wechsel von Nicolai Müller zum 1. FSV Mainz 05. Der wieselflinke Angreifer kommt also mit vielen Vorschusslorbeeren zum Europa-League-Teilnehmer. Dort soll er in die Fußstapfen von Andre Schürrle treten, der dem Bruchweg den Rücken kehrt und zu Vizemeister Bayer Leverkusen wechselt. Laut Müller ist bei den 05ern der "nächste Entwicklungsschritt am ehesten möglich". Der 23-Jährige war für die SpVgg Greuther Fürth in der vergangenen Saison 33 Mal im Einsatz, traf sieben Mal und legte vier Treffer vor.

19-Jähriger an den Niederrhein

Matthias Zimmermann ist einer von zwei blutjungen Talenten, die vom Karlsruher SC zu Borussia Mönchengladbach wechseln. Für den erst 19-Jährigen geht mit dem Wechsel ein Traum in Erfüllung: "Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat. Ich wollte in meiner Karriere unbedingt den nächsten Schritt machen und in die Bundesliga wechseln. Dass es nun Mönchengladbach geworden ist, ist natürlich klasse." Der Youngster ist variabel einsetzbar, kann sowohl als Sechser im defensiven Mittelfeld agieren als auch auf der Außenverteidigerposition in der Viererkette. Zimmermann ist sich sicher, dass die Borussia eine gute Wahl ist: "Ich sehe hier eine gute Perspektive für mich und eine realistische Chance, in der Bundesliga spielen zu können. Borussia ist ein Club, der auf junge Spieler baut, das hat man in den letzten Jahren gesehen."

Rupp verstärkt die "Fohlen"

Neben Matthias Zimmermann wechselt Lukas Rupp an den Niederrhein. Der 20-Jährige hält den Doppelwechsel für einen Vorteil: "Ich denke schon, dass das die Integration ein wenig erleichtern wird. Matthias und ich verstehen uns sehr gut, deshalb freue ich mich sehr, dass wir demnächst zusammen bei Borussia spielen." Aber nicht nur deshalb freut sich der Mittelfeldspieler auf Gladbach: "Die Borussia ist ein toller Verein, der ähnlich aufgebaut ist wie der KSC, aber natürlich einige Ebenen höher. Ich denke, dass Lucien Favre ein sehr guter Trainer ist, der bekanntermaßen auf junge Spieler setzt. Deshalb bin ich sehr froh, in der kommenden Saison unter ihm zu spielen." Rupp spielte beim Karlsruher SC entweder im zentralen Mittelfeld oder auf den Außenbahnen. Insgesamt kam er in der abgelaufenen Saison 24 Mal zum Einsatz und erzielte drei Treffer.

Vom "Zebra" zum "Teufel"

Wie im letzten Jahr holt sich der 1. FC Kaiserslautern für die anstehende Bundesligasaison Verstärkung vom MSV Duisburg. Vergangenes Jahr wechselte Christian Tiffert in die Pfalz, in diesem Jahr verstärkt Olcay Sahan die "Roten Teufel": "Ich freue mich sehr auf die Herausforderung beim 1. FC Kaiserslautern. Die Stimmung auf dem 'Betzenberg' hat mich immer fasziniert und von Christian Tiffert habe ich zudem nur Gutes über den Verein, die Fans und die Region gehört. Jetzt möchte ich mithelfen, damit der FCK auch in der neuen Saison erfolgreich ist", erklärte Sahan. FCK-Trainer Marco Kurz ist von den Fähigkeiten des Türken überzeugt: "Wir haben Olcay Sahan intensiv beobachtet und sind überzeugt, mit ihm eine weitere wichtige Qualität für unseren Kader zu bekommen. Er ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar, ist in seiner sportlichen Entwicklung noch nicht am Ende und passt auch charakterlich einwandfrei zu uns."

Auf in den Pott

Keine Neuverpflichtung, aber dennoch ein vollkommen neues Gesicht: Moritz Leitner ist bereits seit 1. Januar 2011 Angestellter von Borussia Dortmund, wurde aber für die Rückrunde an den FC Augsburg ausgeliehen. In der Vorbereitung auf die kommende Saison stößt Leitner zu den "Schwarz-Gelben", was er kaum erwarten kann: "Was mich schon beeindruckt, ist, wie sich die Spieler beim BVB weiterentwickeln. Jürgen Klopp hat mir in unseren Gesprächen klare Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Das hat mich überzeugt. Letztlich war das Gesamtpaket aus Fußball und Gefühl ausschlaggebend", sagte der 18-Jährige bei "RuhrNachrichten.de". Der Mittelfeldakteur weiß natürlich, dass die Trauben beim amtierenden Meister hoch hängen: "Erst einmal muss ich in den Kader kommen und dann in die Mannschaft. Ein Wunschkonzert ist die Bundesliga ja nicht."

Zusammengestellt von David Schmidt