Zusammenfassung

  • Yussuf Poulsen avanciert in Sinsheim mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

  • Der RBL-Stürmer glänzte in der Vergangenheit nicht immer als Vollstrecker.

  • Ralf Rangnick: "Er hat vor allem technisch einen Schritt nach vorne gemacht."

Sinsheim – Yussuf Poulsen von RB Leipzig war bislang als unangenehmer Stürmer, der viel arbeitet und keinem Zweikampf aus dem Weg geht, bekannt. Als regelmäßiger Torschütze fiel er nicht auf - bis zu dieser Saison, denn Poulsen hat sich in vielen Bereichen verbessert.

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Sein Trainer Ralf Rangnick umarmte Poulsen noch auf dem Spielfeld sehr innig. Zum ersten Mal erzielte der dänische Nationalspieler in einem Bundesliga-Spiel zwei Tore, sicherte Leipzig so den wichtigen 2:1-Sieg bei Hoffenheim. Sein erster Doppelpack fühle sich "sehr schön" an, sagte Poulsen. Rangnick erklärte, dass er sich sehr für seinen Angreifer freue: "Ich habe schon immer eine sehr hohe Meinung von ihm, es ist eine Freude mit Yussuf zu arbeiten. Wenn man seine Entwicklungskurve sieht, dann hat er sich in den letzten Jahren in allen Bereichen verbessert, vor allem technisch hat er einen Schritt nach vorne gemacht."

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Treffsicher wie nie zuvor

Seit 2013 spielt der 24-Jährige in Leipzig, so treffsicher wie 2018/19 war er noch nie: Drei Treffer in sechs Bundesliga-Partien stehen für Poulsen in der Statistik, insgesamt erzielte er in zwölf Pflichtspielen sechs Tore. "Man entwickelt sich, mit mehr Spielen wird man ein besserer Spieler. Ich spiele jetzt das dritte Jahr Bundesliga, da wird man besser", sagte der bescheiden wirkende Poulsen, der im Sommer für Dänemark bei der WM überzeugt hatte.

In der letzten Spielzeit traf er in 30 Einsätzen in der Bundesliga nur viermal. Nun scheint der in Training und Spiel immer fleißige Stürmer auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor entwickelt zu haben. Bei der TSG löste er sich bei seinem Führungstor geschickt vom Gegenspieler und netzte nach einer Flanke von Angriffspartner Timo Werner mit einen Rechtsschuss ein. Und beim 2:0 drückte er den Ball nach einer Flanke von Kevin Kampl aus kurzer Distanz in Torjägermanier mit dem Oberschenkel über die Linie. "Heute war ich halt am richtigen Punkt, wohin der Ball dann auch gekommen ist. Ich habe in den letzten Jahren nicht so oft geschafft, in den Sechzehner zu kommen. Ich habe mich angestrengt, in den Sechzehner zu kommen."

Engagiert wie kaum ein anderer: Yussuf Poulsen © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Sieben Zähler aus drei Duellen

Durch den Sieg schaffte Leipzig mit elf Punkten den Sprung in die Spitzengruppe der Bundesliga. Seit der Heimniederlage zum Auftakt der Europa League in Salzburg holten die Sachsen in der Bundesliga sieben Zähler aus drei Duellen. "Salzburg war ein Wachpunkt, der uns gezeigt hat, dass man mit 100 Prozent in die Spiele gehen muss. Das hat uns vielleicht sogar gutgetan, die verlorenen Punkte natürlich nicht, aber für die mentale Situation vielleicht schon", analysierte Poulsen.

Das "sehr harte Spiel" in Sinsheim gewonnen zu haben, gibt den Leipzigern Zuversicht für die kommenden Wochen: "Wir haben sehr kompakt verteidigt. Das war von allen Spielern ein guter Auftritt", fand er. Nun geht es für RBL vor der Länderspielpause am Donnerstag nach Norwegen zum Spiel bei Rosenborg Trondheim, bevor die Mannschaft am Sonntag in der Bundesliga Nürnberg empfängt.

Viel Grund zur Freude für Yussuf Poulsen © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

"Jedes Spiel gewinnen"

"Unser Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Wir haben uns nicht ein so klares Saisonziel gesetzt, aber wenn man schon einmal Champions League gespielt hat, dann will man das wieder. Wenn wir so weiterspielen, dann wäre das in der Zukunft wahrscheinlich auch möglich. Aber die Saison ist noch jung", äußerte Poulsen. Nach den Erfolgen zuletzt und vor allem dem Erfolg bei 1899 befinden sich Poulsen und Leipzig auf einem guten Weg in die richtige Richtung.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter