Zwei Tage nach der Entlassung von Teammanager Scolari beim englischen Top-Club FC Chelsea kündigte der 62 Jahre alte Hiddink an, dass er die "Blues" bis zum Saisonende als Trainer übernehmen werde.

Der Niederländer bleibt weiterhin auch Trainer der russischen Nationalmannschaft, Gruppen-Gegner der deutschen Auswahl in der WM-Qualifikation.

Weiter für Russland

Erstmals wird Hiddink seine neue Mannschaft mit Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack Samstag im FA-Cup-Spiel in Watford begutachten. In der kommenden Woche will er endgültig die Arbeit an der Stamford Bridge aufnehmen.

"Es ist nicht genug Zeit, um ein Team in so kurzer Zeit vorzubereiten. Aber das ist jetzt eine besondere Situation. Chelsea hat gute Spieler und sie sollten in Top-Form sein, das macht den Job einfacher", sagte Hiddink am Mittwoch im Trainingslager der russischen Auswahl im türkischen Belek der Nachrichten-Agentur Reuters.

Nicht der erste Doppel-Job

Für Hiddink ist es nicht der erste Doppel-Job. So war er zur selben Zeit Trainer der australischen Nationalmannschaft sowie des niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven. Australien führte er zur WM-Endrunde 2006 nach Deutschland. 2002 erreichte er bei der WM mit Co-Gastgeber Südkorea das Halbfinale. "Ich kenne die Situation und weiß, was da auf mich zukommt", sagte der Niederländer.

Als "Doppel-Agent" stehen Hiddink stressige Wochen bevor. Besonders im März und April überschlägt sich der Terminplan: 15 März, Chelsea-Spiel gegen Manchester City, 21. März: Chelsea-Spiel gegen Tottenham Hotspur, 28. März: Russland gegen Aserbaidschan, 1. April: Liechtenstein gegen Russland, 4. April: Newcastle gegen Chelsea, 7/8. April: Champions League, Viertelfinale, erste Runde.

Scolari musste gehen

Vorgänger Scolari musste am Montag bei Chelsea nach nur knapp acht Monaten das Traineramt räumen. Der Brasilianer gewann nur 20 seiner 35 Spiele. Das 0:0 am Wochenende gegen Neuling Hull City brachte das Fass zum Überlaufen.

Im Sommer will Chelsea eine langfristige Trainer-Lösung präsentieren. Als Favorit wurde erneut Carlo Ancelotti vom AC Mailand gehandelt. "Wenn der Job im Juli noch zu haben ist, Ancelotti könnte drüber nachdenken", sagte Milans Direktor Umberto Gandini. Mark Hughes, Teammanager bei Liga-Rivale Manchester City, reihte sich in den Kandidatenkreis ein, zu dem noch Frank Rijkaard, Gianfranco Zola, und Roberto Mancini gehören.