München - Die Jubiläumssaison der Bundesliga ist erst sieben Spieltage alt und schon haben einige Vereine Rekorde aufgestellt, positive wie negative.

Höchste Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. bundesliga.de wirft einen Blick auf Zahlen, Statistiken und Trends und präsentiert die Superlative der ersten sieben Bundesliga-Spieltage.

Bayern Startrekord gegen die Düsseldorfer Defensivkünstler?



Der FC Bayern zieht im Moment sorglos durch die Bundesliga, hat sich an den ersten sieben Spieltagen sieben Siege mit 21:2 Toren erspielt. Damit stellte der Rekordmeister den eigenen Startrekord ein. Mit einem Sieg am 8. Spieltag in Düsseldorf könnten sich die Münchner zum alleinigen Rekordhalter krönen. Dies wird allerdings kein allzu leichtes Unterfangen für die Elf von Trainer Jupp Heynckes. Immerhin stehen den Bayern mit den Fortunen wahre Defensiv-Künstler gegenüber. Der Aufsteiger, der am 7. Spieltag in Mainz die erste Saisonniederlage hinnehmen musste, kassierte bislang nur drei Gegentore - so wenige wie noch nie zuvor ein Bundesliga-Aufsteiger. Der beste Neuling...

Eintracht Frankfurt auf den Spuren von Kaiserslautern



...ist allerdings Eintracht Frankfurt. Mit 16 Punkten aus sieben Spielen sind die Hessen als Tabellen-Zweiter immer noch erster Bayern-Verfolger. Armin Veh formte innerhalb kürzester Zeit eine spielstarke Mannschaft, die vornehmlich mit Zweitliga-Spielern verstärkt wurde, aber ihre Bundesliga-Tauglichkeit längst bewiesen hat. Das letzte Mal, dass ein Aufsteiger so für Furore gesorgt hat, liegt nun schon 15 Jahre zurück und gleicht einem Fußball-Märchen. In der Spielzeit 1997/98 gelang dem Aufsteiger Kaiserslautern am 1. Spieltag ein sensationeller 1:0-Auswärtssieg beim amtierenden Meister FC Bayern. Doch dieser Erfolg war mehr als eine Eintagsfliege. Die "Roten Teufel" holten sich am Ende besagter Spielzeit tatsächlich die Meisterschale auf den Lauterer Betzenberg. In Hessen träumen die Fans schon von der Wiederholung dieses Märchens.

Schalke 04 - mehr als nur der "Hunter"



Hinter den Frankfurtern tummeln sich die Schalker mit 14 Punkten auf dem 3. Rang. Die Stevens-Elf profitiert vor allem von ihrer Ausgeglichenheit, die sich in beinahe unzählig vielen Torschützen widerspiegelt. Ihre bislang 15 Tore verteilen die "Königsblauen" auf zehn Spieler. Somit sind die Gelsenkirchner auch nicht mehr so abhängig von Klaas-Jan Huntelaar, dem "Hunter", der in der vergangenen Spielzeit mit 29 Toren Torschützenkönig der Bundesliga wurde. Auch den Abgang von Altstar Raul haben die "Knappen" offensichtlich gut kompensiert. Mit den Schalkern ist deshalb in dieser Saison absolut zu rechnen, nicht zuletzt, weil sich die Abschlussqualität des viertbesten Bundesliga-Sturms auf mehrere Schultern verteilt.

Zahnlose "Wölfe"



Am Ende des Klassements sind im Moment zwei Clubs zu finden, mit denen nicht viele Experten im Tabellenkeller gerechnet hätten - zumindest nicht mit dem VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen wollten mit Meistermacher Felix Magath eigentlich um den Einzug ins internationale Geschäft mitspielen, doch aktuell stehen die "Wölfe" auf Rang 17. Besonders erschreckend ist nach dem Verkauf von Topstürmer Mario Mandzukic zum FC Bayern die fehlende Offensivstärke. Wolfsburg durfte erst über zwei Treffer jubeln. In den letzten drei Spielen verlor der Vorletzte jeweils ohne eigenen Torerfolg. Ähnlich düster sieht es bei Aufsteiger Greuther Fürth aus.

Hoffen auf das Ende des "Trolli-Komplexes"



Die Spielvereinigung hat auch nur über zwei Tore jubeln dürfen, die reichten aber immerhin zu vier Punkten. Trotzdem steht die Büskens-Elf momentan am Tabellenende. Der Hauptgrund dafür ist die Ladehemmung im eigenen Stadion. Als einziges Team der Bundesliga-Geschichte gelang den Fürthern in den ersten vier Heimspielen kein einziger Treffer in der Trolli Arena. Sowohl beim VfL als auch bei den "Kleeblättern" herrscht also dringend Aufholbedarf.

Christoph Gailer