Zusammenfassung

  • Divock Origi steht gegen Hannover gleich in Wolfsburgs Startaufstellung

  • Beim 1:1 zeigt er sein Potential

  • "Ich war bereit zu spielen"

Wolfsburg - Divock Origi ist erst am letzten Tag der Transferperiode zum VfL Wolfsburg gewechselt. Nach wenigen Trainingseinheiten mit seiner neuen Mannschaft feierte er am 3. Spieltag etwas überraschend gleich seinen ersten Einsatz in der ersten Elf: Beim Remis gegen Hannover 96 deutete er bereits an, was in ihm steckt. Nach der Verletzung von VfL-Kapitän Mario Gomez könnte der belgische Nationalspieler schneller gebraucht werden als er es wohl selbst erwartet hätte.

Frage: Wie haben Sie Ihre ersten 90 Minuten in der Bundesliga erlebt?

Divock Origi: Ich bin erst einmal sehr froh, hier in Wolfsburg zu sein. Je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr bin ich in meinen Rhythmus gekommen. Für mich war es wichtig, so gut wie möglich mit dem Team zu harmonieren. Wir hatten ja nur wenig Zeit zusammen bis zum heutigen Spiel. Es war für mich natürlich nicht förderlich, dass Mario Gomez verletzt raus musste. Danach mussten wir unfreiwillig unser System ändern und ich musste mich erst einmal wieder umstellen. Alles in allem war es für mich wichtig, das Team kennenzulernen. Wir haben sehr viel Qualität im Kader. Das Ergebnis ist natürlich nicht zufriedenstellend, denn wir hätten den Sieg verdient.

Wir haben phasenweise richtig guten Fußball gespielt. Divock Origi

Frage: Das 1:1 im Duell gegen den Nachbarn Hannover ist aber doch etwas zu wenig, oder?

Origi: Wir haben einen Punkt geholt und müssen jetzt schnell wieder nach vorne schauen. Es hätte mehr sein können und klar müssen wir weiter hart an uns arbeiten, aber es gab auch einiges Positives. Wir haben uns zum Beispiel viele Chancen herausgearbeitet und müssen sie beim nächsten Mal einfach besser verwerten.

Frage: Welche positiven Ansätze haben Sie sonst noch gesehen?

Origi: Ich fand, dass wir phasenweise richtig guten Fußball gespielt haben. Diese positiven Ansätzen müssen wir mitnehmen. Außerdem wissen meine Teamkollegen jetzt ein wenig besser wie ich spiele und ich weiß schon etwas besser wie sie ticken.

Frage: Waren Sie überrascht, dass Sie direkt in der Anfangsformation standen?

Origi: Nein, ich war darauf vorbereitet und ich wollte natürlich gerne spielen. Der Trainer hat mir dann gleich das Vertrauen geschenkt und ich war bereit zu spielen. Für mich ist es sehr wichtig, Matchpraxis zu bekommen.

Frage: Sie mussten mit ansehen wie sich ihr Teamkollege und Mannschaftskapitän Mario Gomez verletzte und ausgewechselt werden musste. Wie haben Sie die Szene gesehen und wie schlimm wäre es, wenn er ausfallen würde?

Origi: Ich habe Mario vor ein paar Tagen kennengelernt und sofort gemerkt, dass er eine Riesenpersönlichkeit ist. Er hat einfach eine sehr große Erfahrung als Spieler. Die Szene, in der er sich verletzt hat, war sehr unglücklich. Wir müssen seinen Ausfall als gesamte Mannschaft auffangen. Vor allem in der Offensive haben wir eine Menge Optionen. Wir werden eine Lösung finden ihn irgendwie zu ersetzen. Ich habe Mario dann in der Halbzeit in der Kabine gesehen. Er hat genug Erfahrung und wird hart arbeiten, um schnell wieder auf dem Platz zu stehen.

Frage: Es war zwar erst ihr erstes Spiel in der Bundesliga, aber können Sie sie schon mit der Premier League vergleichen? Wo gibt es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten?

Origi: Es gibt viele Gemeinsamkeiten. In der Bundesliga geht es genauso schnell zu wie in England. Auf der Insel wird vielleicht etwas weniger gepfiffen und es geht mehr durch. Die Bundesliga hat aber sehr viel Qualität, die Spielgeschwindigkeit ist sehr hoch und die Partien sind zumeist sehr offen und interessant. Die Intensität ist sehr hoch.

Je mehr ich spiele, desto effektiver werde ich. Divock Origi

Frage: Passt die Bundesliga besser zu ihren Fähigkeiten als Spieler?

Origi: Ja, auf jeden Fall. Die Bundesliga passt perfekt zu mir. Wenn ich meine Mitspieler noch besser kennenlerne, dann kann ich meine Qualitäten noch besser ausspielen. Ich bin relativ schnell und komme zumeist von außen nach innen in den Strafraum gezogen, versuche schnell abzuschließen. Je mehr ich spiele, desto effektiver werde ich.

Frage: Sollte Gomez längerfristig ausfallen stehen Sie schneller als gedacht im Fokus. Sie müssen dann die Tore schießen.

Origi: Für mich ist es positiv, wenn ich viel Verantwortung übernehmen darf. Ich setze mich aber nicht unter Druck und versuche einfach, mein Spiel zu spielen und mich zu fokussieren. Ich werde versuchen, mich schnell ins Team zu integrieren und der Mannschaft so schnell wie möglich zu helfen. Auch für mich ist es immer am wichtigsten zu gewinnen. Ich möchte mit Vorlagen oder Toren zum Erfolg beitragen.

Frage: Welche Position im Angriff spielen Sie am liebsten?

Origi: Ich habe auf allen Positionen schon einmal gespielt. Auch auf der Spielmacher-Position. Ich kann im Angriff außen oder als einzige Spitze spielen und mich schnell anpassen. Für mich ist es wichtig, dass ich schnell die Teamkollegen besser kennenlerne und dann bereit bin, wenn der Trainer mich wieder braucht.

Aus Wolfsburg berichtet Alexander Barklage