Frankfurt am Main - Europas Top-Liga mit dem jüngsten Altersdurchschnitt zeichnet auch in der Saison 2018/19 die besten Nachwuchsstars mit dem "Bundesliga Rookie Award by TAG Heuer" aus. Die Kandidaten im September:

Javairo Dilrosun (Hertha BSC)

Pal Dardai hatte etwas gesehen, das Pep Guardiola nicht bemerkt haben muss. Anders ist es kaum zu erklären, dass der Trainer von Manchester City darauf verzichtete, Javairo Dilrosun in den Profikader zu berufen. Der Neuzugang von Hertha BSC ist aus dem Kader der Berliner nicht mehr wegzudenken. Seine September-Bilanz: Fünf Einsätze, viermal davon in der Startaufstellung – und fünf Torbeteiligungen. Die bisherige Bilanz der ersten 444 Bundesliga-Minuten des 20-Jährigen ist beeindruckend. Der schüchterne Niederländer hat nach seinem Wechsel zur Alten Dame einen Blitzstart hingelegt. Die Feststellung seines Trainers: "Er kann Sachen, die bei uns sonst keiner kann. Er hat unglaublich viele Tricks drauf." Dilrosun erklärt, warum das so ist: "Ich habe als Kind und Jugendlicher sehr viel auf der Straße gekickt – mit allen möglichen Leuten, oft auch gegen Ältere. Das war eine gute Schule, dabei habe ich gelernt, keine Angst zu haben." Das habe er sich bis heute beibehalten: "Die Art, wie ich spiele, ist ganz natürlich für mich."

"Er kann Sachen, die bei uns sonst keiner kann. Er hat unglaublich viele Tricks drauf" Pal Dardai (Trainer Hertha BSC)

Seit er am zweiten Spieltag auf Schalke sein Bundesliga-Debüt feierte und dort gleich mit einem Treffer glänzte, sammelt Dilrosun Rekorde. Er schlug im September die meisten Flanken aller Herthaner (14), lag bei den Berlinern mit seinen Scorerpunkten gleichauf mit Duda und Ibisevic (5) und legte die meisten Sprints der Dardai-Elf hin (durchschnittlich 29 in 90 Minuten). Und wenn er einmal anzog, war es ganz schwierig, ihm zu folgen. Seine bisherige Höchstgeschwindigkeit von 34,8 Km/h überbot in dieser Saison nur Kai Havertz. Er gewann gegen den FC Bayern München 64 Prozent aller Zweikämpfe – Hertha-Bestwert. Gegen den Rekordmeister, bei dem ein Landsmann spielt, der seine Bundesliga-Karriere ähnlich begann wie Dilrosun: Arjen Robben startete 2009 ebenfalls mit fünf Torbeteiligungen in seine erste Saison.

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Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach)

Florian Neuhaus, der nach dem Abstieg von 1860 München zu den Fohlen wechselte und in der vergangenen Saison auf Leihbasis bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf spielte, hat sich im Eiltempo zu einer festen Größe im Team von Dieter Hecking entwickelt. Im September stand er in drei der fünf Gladbacher Partien in der Startelf. Der gebürtige Landsberger ist zusammen mit Jonas Hofmann Top-Vorbereiter der Borussia (drei Vorlagen). Neben seiner Spielstärke in der Offensive fiel er vor allem durch seine große Laufbereitschaft auf.

"Ich habe in Gladbach auch langfristig unterschrieben, das zeigt die Wertschätzung für mich und von mir gegenüber Borussia" Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach)

In Gladbach haben sie seine große Qualität schnell erkannt und den Achter mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet. Neuhaus freut es: "Ich bin natürlich froh über das Vertrauen hier. Ich habe in Gladbach auch langfristig unterschrieben, das zeigt die Wertschätzung für mich und von mir gegenüber Borussia." Der Plan seines Clubs, der ihn nach seiner Verpflichtung 2017 zunächst für ein Jahr in die 2. Bundesliga verlieh, ist aufgegangen. Neuhaus ist bei Fortuna Düsseldorf gereift: "Ich glaube schon, dass ich da sehr viel mitgenommen habe. Man sagt nicht umsonst 'Stahlbad 2. Bundesliga', das trifft sicher voll zu. Ich habe das genutzt und Vieles mitgenommen, um daraus zu lernen. Düsseldorf war auf jeden Fall eine wichtige Station in meiner Karriere."

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Achraf Hakimi (Borussia Dortmund)

Es war zu erwarten, dass manch einer diesen Vergleich ziehen würde. Achraf Hakimi sei auf dem gleichen Weg, auf den der viermalige Champions-League-Sieger Dani Carvajal einst einbog, als er Leihspieler bei Bayer 04 Leverkusen war. Auch Hakimi steht bei Real Madrid unter Vertrag – sein deutscher Verein aber heißt Borussia Dortmund. Dort sind sie seit seinem Treffer im Liga-Debüt gegen den 1. FC Nürnberg (7:0) ganz fasziniert von dem marokkanischen Rechtsverteidiger. Umgekehrt gilt das übrigens auch. Für ihn kam ausschließlich ein Wechsel zum BVB infrage: "Wir haben eine Mannschaft, die sehr attraktiven Fußball spielt und versucht, junge Spieler besser zu machen. Dieser Grund hat den Ausschlag gegeben", erklärte der 19-Jährige. Und das zeigte er auch auf dem Platz: Im ersten Spiel in der BVB-Startelf schoss er ein Tor.

"Er hat sehr gut gearbeitet und kommt langsam voran hier. Er hat sehr große Qualitäten im Eins-gegen-eins" Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund)

Der Nationalspieler Marokkos schlug zudem beim Auswärtsspiel in Leverkusen (4:2) zwei Flanken, die zu Toren führten, zeigte sich besonders stark in der Vorwärtsbewegung und fiel durch eine extrem niedrige Fehlpassquote (sieben Prozent) auf. BVB-Trainer Lucien Favre ist von seinem jungen Spieler angetan: "Er hat sehr gut gearbeitet und kommt langsam voran hier. Er hat sehr große Qualitäten im Eins-gegen-eins."

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