Besser hätte es für Kevin Großkreutz nicht laufen können: Zum ersten Mal stand der 21-Jährige gegen Nürnberg vor heimischem Publikum in der BVB-Startelf - und erzielte prompt seinen ersten Bundesligatreffer.

Für den Stürmer erfüllte sich damit ein Kindheitstraum. Noch vor einigen Monate hatte Großkreutz, der im Dortmunder Vorort Eving geboren und aufgewachsen ist, dem BVB von der Tribüne aus als Fan zugejubelt - jetzt feiern ihn die "schwarz-gelben" Anhänger. Über sein erstes Tor, seinen Weihnachts-Wunschzettel und den 4:0-Sieg des BVB über Nürnberg sprach bundesliga.de mit dem Youngster.

bundesliga.de: 4:0 ist ein deutliches Ergebnis - war der BVB so stark oder der Gegner doch etwas schwach?

Kevin Großkreutz:(lacht) Wir waren gut! Wir haben wie schon in Hoffenheim überragend gespielt, die Räume erkannt, richtig geil gekämpft und am Ende auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Ein perfekter Tag!

bundesliga.de: Haben Sie eine Erklärung, warum es zurzeit so gut läuft?

Großkreutz: Wir stehen sehr eng und kompakt, so dass wir dem Gegner das Leben sehr schwer machen. Jeder rennt und kämpft für den anderen. Dabei spielen wir auch noch ganz guten Fußball - das ist schon das ganze Erfolgsgeheimnis.

bundesliga.de: Einziges Problem gegen Nürnberg war also die Chancenverwertung?

Großkreutz: Das stimmt! Eigentlich hätte die Partie ein, zwei oder sogar drei Tore höher ausgehen müssen. Aber man darf auch nicht übertreiben. Der Torwart der Nürnberger hat wirklich gut gehalten - auch wenn wir unsere Chancen in der ein oder anderen Situation vielleicht etwas besser hätten ausspielen können.

bundesliga.de: Sie selbst haben Ihren ersten Bundesligatreffer erzielt, und das auch noch im heimischen Stadion. Wie haben Sie Ihre Torpremiere erlebt?

Großkreutz: Das kann man nicht beschreiben! Dieses Tor war schon als kleiner Junge mein Traum. Jetzt ist dieser Traum wahr geworden. Eigentlich wollte ich danach direkt zur Südtribüne zu unseren Fans laufen. Aber wenn ich auf den Zaun gesprungen wäre, hätte ich noch die Gelbe Karte kassiert. Für mich war's einfach genial: Wenn dann noch die ganze Südtribüne "Dortmunder Jungs" skandiert, dann bekommt man einfach Gänsehaut.

bundesliga.de: Sie standen zum zweiten Mal in der Startelf. Sehen Sie sich auf dem Weg zum Stammspieler?

Großkreutz: Ich denke, ich bin auf einem ganz guten Weg. Aber im Moment denke ich nur von Spiel zu Spiel. Es ist wichtig, dass ich jetzt in der Woche beim Training wieder Gas gebe. Vor allem will ich mich weiterentwickeln - und das schaffe ich bei diesem Trainer auch.

bundesliga.de: Was zeichnet Jürgen Klopp in Ihren Augen aus?

Großkreutz: Er ist genau der richtige Trainer für diese Mannschaft, das passt einfach. Wir haben ja außer mir noch eine ganze Reihe jüngerer Spieler im Kader. Der Trainer spricht viel mit uns und gibt uns immer wieder wichtige Tipps.

bundesliga.de: In der Tabelle hat sich der BVB weiter nach vorne geschoben - auch dank der Patzer der Konkurrenz. Ein optimaler Spieltag?

Großkreutz:(lacht) Das kann man wohl sagen. Schon in der letzten Woche haben fast alle für uns gespielt, jetzt lief es auch wieder gut. So kann es gerne weitergehen.

bundesliga.de: Was ist jetzt bis zur Winterpause noch möglich für den BVB?

Großkreutz: Wir sollten auch als Mannschaft von Spiel zu Spiel denken. Das hat uns schon in den letzten Wochen ganz gut getan. Wir müssen am Sonntag nach Wolfsburg, was sicher nicht einfach wird. Aber wir wollen und können auch dort punkten! (lacht) Auf meinem Wunschzettel stehen bis Weihnachten jedenfalls noch zwei Siege.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte