Marcel Koller sah keinen Grund, in die Arien miteinzustimmen. Der Pokalsieg der Leverkusener gegen Bayern hat Bochums Trainer jedenfalls nichts Neues vermittelt.

"Ich habe Leverkusen auch schon gegen den Hamburger SV beobachtet und habe, wenn ich diesen Bericht mit dem des Pokalsiegs über Bayern vergleiche, keine neuen Erkenntnisse gewinnen können." Man müsse halt vieles richtig machen, um dort zu punkten.

Er wollte aber nicht verhehlen, dass er neben den unbestreitbaren Stärken auch Schwächen beim nächsten Gegner (So., ab 16.30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) ausgemacht habe. Die gelte es aufzudecken und konsequent zu nutzen. "Wir dürfen nicht nur verteidigen, sondern müssen jede Möglichkeit wahrnehmen, auch nach vorne etwas zu bewegen."

Nichts bewegen werden die Verletzten Anthar Yahia und Marcel Maltritz sowie die derzeit angeschlagenen Oli Schröder und Shinji Ono. Außerdem fehlte René Renno unter der Woche und ist gerade erst wieder ins Training eingestiegen.

"Vielleicht können wir für eine Überraschung sorgen"

Der ehemalige Leverkusener Paul Freier wird aber wohl dabei sein. "Für ihn als ehemaligen Leverkusener dürfte es besonders motivierend sein, dort aufzulaufen", sagte Koller. Freier selbst gibt sich zuversichtlich, was die Partie angeht.

"Der VfL ist sehr gut in die Rückrunde gestartet. Wir haben viel Selbstvertrauen getankt in den letzten Wochen. Drei Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage, das kann sich sehen lassen. In der Rückrundentabelle sind wir ganz oben dabei. Wir kommen also mit breiter Brust nach Düsseldorf. Vielleicht können wir für eine Überraschung sorgen."

Bayer will den Schwung mitnehmen

Leverkusen indes will den Rückenwind aus dem DFB-Pokal nutzen, um auch in der Bundesliga wieder oben anzugreifen. "Der Sieg gegen die Bayern hat gut getan, aber jetzt müssen wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben", fordert Trainer Bruno Labbadia.

Nach dem Rückrunden-Fehlstart mit nur vier Punkten aus fünf Spielen platzte bei Bayer ausgerechnet im Pokal gegen den Rekordmeister aus München (4:2) der Knoten, als die Leverkusener mit einer Gala-Vorstellung erstmals seit sechs Jahren wieder ins Halbfinale einzogen. "Dieses Gesicht müssen wir auf die Liga übertragen", sagte Kapitän Simon Rolfes und hofft auf den ersten Bundesliga-Heimsieg in Düsseldorf.

Labbadia warnt vor Bochum

In den ersten beiden Heimspielen im Ausweichquartier gegen den VfB Stuttgart (2:4) und den Hamburger SV (1:2) hatte es noch Niederlagen gegeben. Das soll gegen den VfL nicht wieder passieren. Labbadia warnt: "Bei Bochum haben in der Hinrunde die Ergebnisse nicht gestimmt, aber jetzt ist der VfL eine der besten Rückrundenmannschaften. Sie werden über 90 Minuten fighten, aber auch ordentlich Fußball spielen."

Zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Club wird es für den früheren Bochumer Kapitän Thomas Zdebel (Innenbandverletzung), der ohnehin nicht erste Wahl gewesen wäre, wohl nicht kommen. Dennoch dürfte Bayer bis auf Manuel Friedrich (Meniskus-Operation) in Bestbesetzung auflaufen.

Frontzeck fordert lang ersehnten Heimsieg

Genauso wie Leverkusen will auch Bielefeld endlich wieder einen Heimsieg. "Vier Punkte aus den Auswärtsspielen in Bremen, Hamburg und Köln sind in Ordnung, aber jetzt müssen wir mal zu Hause nachlegen", sagte Arminia-Trainer Michael Frontzeck und fordert den ersten Dreier auf der Alm seit dem 22. November 2008 (So., ab 16.30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Nur drei Punkte liegt die Arminia hinter Frankfurt. "Vom Potenzial her gehört die Eintracht ins Mittelfeld der Tabelle", meinte Frontzeck. In den vergangenen Spielen war davon aber nicht so viel zu sehen, nur ein Sieg steht in der Rückrunde zu Buche.


So könnten sie spielen:

Arminia Bielefeld - Eintracht Frankfurt

Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Kucera, Mijatovic, Schuler - Kirch, Kauf, Marx, Kamper - Wichniarek, Katongo.
Frankfurt: Pröll - Ochs, Chris, Bellaid, Petkovic - Fink, Inamoto - Steinhöfer, Meier, Köhler - Kweuke.
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Bayer Leverkusen - VfL Bochum

Leverkusen: Adler - Castro, Henrique, Sinkiewicz, Kadlec - Rolfes - Renato Augusto, Vidal, Barnetta - Kießling, Helmes.
Bochum: Fernandes - Concha, Pfertzel, Mavraj, Fuchs - Imhof, Dabrowski, Azaouagh, Epalle - Klimowicz, Sestak.
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)