London - Die englische Presse lässt nach der Niederlage ihrer Nationalmannschaft gegen Deutschland kaum ein gutes Haar an den Three Lions. "Mit Blick auf die WM sollte nun niemand mehr so dumm sein, das Team mit unrealistischen Erwartungen zu belasten", schrieb etwa der Guardian, der Telegraph hatte "langweilige Gastgeber" gesehen. Die abgeklärte Leistung von Joachim Löws ersatzgeschwächter Mannschaft sorgte derweil durchgehend für Respekt. Die englischen Pressestimmen im Überblick:..

The Guardian: "England erlaubt Deutschland die Herrschaft über Wembley. Zum wiederholten Male erlebte England die Schmach von Pfiffen im eigenen Stadion - mit Blick auf die WM sollte nun niemand mehr so dumm sein, das Team mit unrealistischen Erwartungen zu belasten. Denn Deutschland gewann, obwohl es den Eindruck machte, deutlich unter dem Maximum zu spielen."

The Telegraph: "Joachim Löws Team schlägt langweilige Gastgeber in Wembley. Einige Buhrufe begleiteten den Schlusspfiff, doch es waren nicht so viele, wie bei der Niederlage am Freitag gegen Chile. Die Zuschauer schienen eher perplex, angesichts einer weiteren Erinnerung daran, was England im Vergleich zu besser entwickelten Fußball-Nationen wie Deutschland fehlt. Wo war der Anführer in der Defensive? Wo war der Organisator? Wie so häufig, lag das Problem vor allem in mentaler Schwäche."

The Independent: "In einer immerwährenden Geschichte sind die Deutschen einfach zu heiß für England. Durch das Tor von Per Mertesacker verliert England erstmals seit 1977 zwei Spiele in Folge in Wembley. Das Stadion grummelte und nörgelte, als sich das bekannte Handlungsschema entwickelte: Es ging mal wieder um England und diese unerbittlichen Kerle, die sich 'Die Nationalmannschaft' nennen. Deutschland war gut organisiert, defensivstark und in der Lage, das entscheidende Tor zu erzielen. Auch wenn der Glanz der vergangenen Jahre fehlte, haben sie ihren Job einfach erledigt."

The Daily Mail: "Es ist traurig, aber diese Niederlage bietet England keinerlei Trost. Schon wieder wurden sie vom alten Rivalen gedemütigt. Es war nicht ganz so peinlich, wie die Niederlage bei der WM 2010 (1:4 im Achtelfinale, die Red.) - aber England wurde von einer deutschen Mannschaft geschlagen, die sich über die Bezeichnung 'zweiter Anzug' freuen dürfte. England lief fast in Bestbesetzung auf, doch Deutschlands Reserve verteidigte besser, hielt den Ball besser und gewann ihn schneller zurück."