München - Marc-Andre ter Stegen war einer der großen Gewinner der vergangenen Saison. Nicht zuletzt dank seiner beständigen Leistungen gelang es Borussia Mönchengladbach völlig überraschend, die Saison auf Platz 4 zu beenden.

Im großen bundesliga.de-Interview verrät der 20-jährige Keeper, worauf es in der kommenden Spielzeit ankommen wird, warum er stolz auf seinen Verein ist und wie er den Rückschlag in der Nationalelf verkraftet hat.

bundesliga.de: Herr Ter Stegen, am Mittwoch war offizieller Fototermin im Borussia-Park. Wenn Sie sich die Bilder anschauen, die Reihen durchgehen und mit dem Foto aus der letzten Saison vergleichen - glauben Sie, dass es eine ähnlich gute Saison für Gladbach wird?

Marc-Andre ter Stegen: Ich denke schon, dass wir eine schlagkräftige Truppe mit einer guten Mischung aus talentierten und erfahrenen Spielern haben. Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Wir wissen aber auch, dass wir in der letzten Saison mit Platz 4 extrem erfolgreich waren - das zu wiederholen, wird natürlich schwer. Wir müssen auf dem Boden bleiben und als Ziel etwa einen Platz in der ersten Tabellenhälfte ausgeben. Wenn wir unsere Spiele zu Hause gewinnen, dann sollte das zu schaffen sein.

bundesliga.de: Marco Reus, Roman Neustädter und Dante haben den Verein verlassen. Wie sehr fehlen Ihnen die Drei jetzt schon auf dem Trainingsplatz und wie schwer sind sie zu ersetzen?

Ter Stegen: Das waren drei sehr wichtige Spieler für uns, vor allem Marco war in der Offensive Spitzenklasse. Mit Dante haben wir zudem einen Führungsspieler verloren, das müssen wir jetzt mit anderen Spielern kompensieren. In der Vorbereitung ist genügend Zeit, um zu sehen, wer sich für diese Position eignet. Ich denke aber, dass diejenigen, die in der vergangenen Saison schon Führungsspieler waren, noch stärker in den Fokus rücken. Dass die Drei fehlen, ist ganz klar, aber dafür sind auch gute Jungs dazugekommen.

bundesliga.de: Wird sich durch die personellen Änderungen auch das System, bzw. die Taktik ändern, mit der Lucien Favre spielen lässt?

Ter Stegen: Dazu kann ich noch nicht viel sagen. Wir trainieren viel und haben auch schon zwei Testspiele gehabt, aber wie der Trainer am Ende spielen lassen wird, weiß ich noch nicht. Ich denke, dass einige Spieler etwas anders agieren werden. Im Großen und Ganzen werden wir aber wohl das 4-4-2 behalten, mit dem wir auch in der vergangenen Saison kompakt gestanden haben.

bundesliga.de: Am Mittwoch ist Luuk de Jong vorgestellt worden, nachdem zuvor schon unter anderem Granit Xhaka und Alvaro Dominguez geholt wurden. Macht es Sie stolz, dass die Borussia mittlerweile auch Spieler von solchem Format verpflichten kann?

Ter Stegen: Ja, das kann man schon sagen. Ich denke, dass die Borussia sich das erarbeitet hat und wir es nach der vergangenen Saison verdient haben, solche Spieler verpflichten zu können. Wir dürfen nur nicht die Erwartungen zu sehr hochkochen lassen, sondern müssen den gleichen Fußball spielen, den wir im letzten Jahr gespielt haben - dann werden wir auch Erfolg haben. Bis dahin ist es noch ein bisschen Zeit, sich aufeinander einzustellen. Dann haben wir auch gute Chancen, wieder eine gute Rolle in der Liga zu spielen.

bundesliga.de: Ende August stehen in der Champions-League-Qualifikation zwei Spiele von großer Bedeutung für die Borussia auf dem Programm. Wie schwer ist es, gleich am Anfang einer Saison solche Duelle vor der Brust zu haben?

Ter Stegen: Es wird auf jeden Fall ein heißer Kampf. Wir haben die Chance, uns zum ersten Mal für die Champions League zu qualifizieren und wollen diese auf jeden Fall nutzen - und damit die letzte Saison perfekt abschließen.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison ist es der Borussia sowohl in der Hin- als auch in Rückrunde ein Überraschungscoup gelungen, als man zwei Mal gegen die Bayern gewann. Das spricht eigentlich dafür, dass der Trainer die Mannschaft gleich zu Saisonstart auf den Punkt bringt, oder?

Ter Stegen: Das weiß ich nicht. Wir hatten im letzten Jahr auch Glück, dass wir auf die Bayern gleich am Anfang getroffen sind. Am achten Spieltag beispielsweise, als sie schon ins Rollen gekommen waren, wäre es viel schwerer geworden. Aber es stimmt schon, besser hätte es für uns nicht laufen können. Vielleicht können wir wieder erfolgreich in die Saison starten.

Das Gespräch führte Johannes Fischer


Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews