München - Die Erleichterung nach dem Führungstreffer von Bastian Schweinsteiger im DFB-Pokalspiel des FC Bayern München gegen den SV Werder Bremen ist bei den Gastgebern deutlich spürbar gewesen.

Der Mittelfeldakteur des FCB erzielte das Tor zum 2:1 (1:1)-Endstand für die Münchner durch einen fulminanten Schuss aus mehr als 30 Metern, sprintete zu seinem Coach Louis van Gaal an die Seitenlinie und sprang dem Niederländer in die Arme. Bayern gewann die Partie und Bremen verpasste es, sich 164 Tage nach der 0:4-Pleite im vergangenen Pokal-Finale bei den Bayern zu revanchieren.

Bremen fehlt es an Kaltschnäuzigkeit

Gäste-Coach Thomas Schaaf lieferte mit Blick auf fünf vergebene Bremer Tor-Möglichkeiten allein zwischen der 59. und 69. Minute die treffende Analyse für die Pleite. "Wir haben uns selbst geschlagen. Wir haben die vielen Chancen nicht genutzt gegen einen Gegner, der fast nichts zustande gebracht und dann wegen eines schönen Knallers von Bastian Schweinsteiger doch gewonnen hat. "

Auch sein Kapitän Torsten Frings stimmte zu: "Wir haben sehr gut gespielt. Der einzige Vorwurf, den wir uns gefallen lassen müssen, ist, dass uns die Kaltschnäuzigkeit gefehlt hat, unsere Chancen zu nutzen."

Bremens Serie gestoppt

Der traumhafte "Dienstagsschuss", wie Schweinsteigers Kollege Thomas Müller meinte, sorgte ausgerechnet mitten in der Bremer Druckphase (74.) für den ersten Heimsieg gegen Werder seit fünf Jahren.

"Natürlich hatten wir auch ein bisschen Glück. Die Konkurrenz in der Bundesliga hat noch keine Angst vor uns, aber die kann ja zurückkommen", sagte Nationalspieler Müller grinsend und gab mutig das Triple als Ziel aus: "Wir wollen jeden Titel gewinnen."

Nerlinger fordert "drei Pflichtsiege"

Auch wenn die Spielweise noch nicht überzeugend ausschaut, zeigen zumindest die Ergebnisse einen Aufschwung beim Rekordmeister. Vier Pflichtspiele in Serie hat die verletzungsgeplagte Rumpfmannschaft jetzt nacheinander nicht verloren und will auch in der Bundesliga mit Blick auf zwölf Punkte Rückstand zu Spitzenreiter Mainz 05 angreifen.

"Es ist kein Ausrutscher erlaubt. Wir haben jetzt drei Pflichtsiege in der Bundesliga vor uns", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger mit Blick auf die Spiele gegen Freiburg am Freitag, in Mönchengladbach und gegen Nürnberg.

Sonderlob für Schweinsteiger

Zwischendurch will das Team in der nächsten Woche im rumänischen Cluj noch den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League klarmachen, um "nach Weihnachten in einer guten Angriffsposition" (Müller) zu sein. Bis dahin werden auch die verletzten Stars Arjen Robben und Franck Ribery wieder ins Team zurückkehren, und damit auch etwas Druck von Schweinsteiger nehmen.

"Eigentlich ist es ja meine Aufgabe, Tempo zu machen, Pässe zu spielen und das Spiel zu ordnen. Aber man muss sich auch nicht entschuldigen, wenn man zwei Tore macht", sagte der Nationalspieler nach dem Einzug ins Achtelfinale grinsend. Vor seinem Traumtor hatte "Schweini" in der 27. Minute schon die frühe Führung von Claudio Pizarro (2.) ausgeglichen. "Er ist ein großer Spieler. Wenn es brenzlig wird, ist er da", sagte Torhüter Jörg Butt.

Christian Nerlinger sprach von "absoluter Spitzenklasse" bei dem "unverkäuflichen Leistungsträger". Und Louis van Gaal zollte Schweinsteiger ein Sonderlob: "Im letzten Jahr hat er null Tore gemacht und war sehr enttäuscht. Aber jetzt sind seine Treffer viel wichtiger. Er ist auch mein Kapitän."