Der internationalen Sportgerichtshofe CAS hatte am Mittwochvormittag in Peking einer Berufung der Clubs FC Schalke 04, Werder Bremen und FC Barcelona gegen eine Entscheidung des Fußball-Weltverbandes (FIFA) stattgegeben und erklärt, dass keine Pflicht zur Abstellung ihrer Spieler bestehe.

Somit hängt es nun von der Freigabe der drei Vereine ab, ob die Spieler beim olympischen Fußball-Tunier in Peking eingesetzt werden dürfen.

"Zur Wehr gesetzt"

Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs sieht sich im Urteil bestätigt. "Wir konnten daher das Verhalten und die Aussagen verschiedenster FIFA-Verantwortlicher nicht nachvollziehen. Die FIFA ist mit dem Versuch gescheitert, bestehende Paragraphen auszuhebeln und neues Recht zu schaffen. Es war unsere Pflicht, uns gegen diese Willkür zur Wehr zu setzen."

Jubel brach jedoch nach dem Urteil beim FC Schalke 04 indes nicht aus. "Wir fühlen uns nicht als der große Sieger. Denn es ist durch den Zeitverzug eine unmögliche Situation entstanden: Wir müssen nunmehr fünf Minuten vor Anpfiff des Turniers entscheiden, ob wir den Spieler zurückrufen oder nicht", so Manager Andreas Müller, der auch Rafinha in einer schwierigen Lage sieht: "Er musste nicht zuletzt durch den Kurs der FIFA von einer Abstellungspflicht ausgehen und war zudem einem enormen moralischen Druck seitens des brasilianischen Fußballverbandes CBF ausgesetzt. Olympia-Trainer Carlos Dunga ist auch Trainer der A-Nationalmannschaft, für die Rafinha künftig gern spielen würde."

Diego darf bei Olympia bleiben

Ähnlich sieht man es auch in Bremen. "Nach dieser langen Vorgeschichte wird auch jetzt keine Partei mehr glücklich. Durch den Zeitverzug, der durch das Hinauszögern einer klaren Entscheidung eingetreten ist, finden wir eine unmögliche Situation vor. Wir müssen jetzt, einen Tag vor dem Start des olympischen Turniers und drei Tage vor dem Beginn unserer Pflichtspielsaison entscheiden, ob wir Diego wieder aus China zurückholen", so Allofs.

Nach Rücksprache mit Trainer Thomas Schaaf hat Werder Bremen sich für folgendes Vorgehen entschieden. "Diego wird für die Dauer des Verbleibs der brasilianischen Olympia-Auswahl im Turnier für die Olympischen Spiele abgestellt, wenn der brasilianische Fußballverband kurzfristig die Rahmenbedingungen für seine Teilnahme schafft", so Allofs, der dabei unter anderem die Absicherung des Spielers im Verletzungsfall anführt. Ein entsprechendes Angebot hat Werder Bremen dem CBF über Anwalt Theo Paeffgen, der die Bundesligaclubs auch im Verfahren vor dem CAS vertrat, inzwischen per Fax zukommen lassen.