In der 58. Minute lagen die Vergangenheit und die Zukunft von Werder Bremen nah beieinander. Regisseur Diego spielte einen gänzenden Pass über 15 Meter in den Lauf seines designierten Nachfolgers Mesut Özil, und der Jung-Nationalspieler wuchtete den Ball an Bayer Leverkusens Schlussmann Rene Adler vorbei zum 1:0 ins Tor.

Für den 20-Jährigen war die Gegenwart zu einem Moment für die Ewigkeit geworden. Er hatte das DFB-Pokal-Finale 2009 entschieden.

Stolzer Matchwinner

"Ich bin sehr stolz darauf, dass mir das Siegtor gelungen ist. Aber es war auch eine tolle Vorlage von Diego. Ich glaube, dass ich in seine Fußstapfen hineinwachsen kann", sagte der überglückliche Özil.

Ohne den vor zehn Tagen im UEFA-Cup-Finale gelbgesperrten Diego schien der hochtalentierte Techniker im Kreativzentrum überfordert. An der Seite des Brasilianers konnte Özil in Berlin nun wieder glänzen.

Dank für "drei wunderbare Jahre"

Ein letztes Mal. Zur kommenden Saison ist Diego weg. Nach drei Jahren zieht es den "kleinen König" von der Weser zu Italiens Rekordmeister Juventus Turin. Zum Abschied gab es den DFB-Pokal und jede Menge Emotionen. "Diego-o-o-o-o" schallte es zu den Klängen der White Stripes bereits vor dem Anpfiff des Finales immer wieder durch das Berliner Olympiastadion. Der Gefeierte verbeugte sich vor den Fans und begann zu wirbeln. Trickreich und vor allem lauffreudig.

Es war kein Abend für den ganz großen Zauber, Diego kann auch kämpfen - im Mittelfeld und am Ende wohl auch ein wenig mit den Tränen.

"Ich kann mich für die drei wunderbaren Jahre nur bedanken und werde Werder Bremen immer in meinem Herzen tragen. Ich hatte hier die besten Momente meines Lebens", sagte Diego beim Bankett drei Stunden nach dem Abpfiff des Spiels und dem Ende seiner Werder-Karriere. Zum Abgang gab es die Eckfahne des heimischen Weserstadions und jede Menge warme Worte.

Allofs: "Wir werden Dich vermissen!"

"Solche Momente tun sehr weh, da kommen einem schon ein wenig die Tränen", sagte Sportdirektor Klaus Allofs und richtete sich dann direkt an den Spielgestalters: "Wir werden Dich vermissen. Schließlich haben wir tolle Jahre mit Dir verbracht."

Trainer Thomas Schaaf ergänzte: "Wir konnten durch Diegos Leistungen immer wieder auf uns aufmerksam machen. Er steht für das Außergewöhnliche. Jetzt bietet sich aber die Möglichkeit für jemand anderes, ins Rampenlicht zu rücken."

Diego traut Özil seine Nachfolge zu

Özil steht bereit. Das weiß auch Schaaf. "Mesut ist ein großartiger Spieler. Er hat eine tolle Entwicklung gemacht und das im Finale eindrucksvoll bewiesen. Er hat noch einiges vor sich."

Auch Allofs ist von der Zukunft nicht bange: "Als damals Johan Micoud gegangen ist, kam Diego. Nun geht Diego und ein anderer wird kommen." Vielleicht ist dieser "Andere" aber auch schon da. "Mesut wird meinen Job gut machen", meint Diego.