Zusammenfassung

  • Dem FC Schalke 04 gelang es als erstem Club der Bundesliga-Geschichte, nach einem 0:4-Pausenstand noch einen Punkt zu holen.

  • Nie wurden in einer Hinrunde so wenig Fouls begangen wie in der aktuellen Saison.

  • Über ein Drittel aller Tore fiel nach Standardsituationen. So hoch war der Anteil seit Beginn der Datenerfassung noch nie.

Köln – Halbzeit in der Bundesliga! Je nach Verlauf der Hinrunde gehen die Verantwortlichen der Clubs mit ganz unterschiedlicher Laune in die Winterpause. Dabei hat uns diese Hinrunde gelehrt, dass eigentlich noch alles möglich ist – selbst wenn die Lage zur Pause völlig aussichtslos erscheint. So, wie der FC Schalke 04 im Revierderby nach einem 0:4 noch zurückkam, können eigentlich alle Clubs ihre Saisonziele noch erreichen – selbst der 1. FC Köln am Tabellenende. Das unfassbare Revierderby sorgte dabei nur für eine von zahlreichen bemerkenswerten Fakten der ersten 17 Spieltage. Wir haben die Zahlen der Hinrunde für Euch gesammelt.

1 - Erstmals konnte eine Mannschaft nach einem 0:4-Pausenrückstand in der Bundesliga noch etwas Zählbares holen. Ausgerechnet im Revierderby sorgte der FC Schalke 04 für dieses Novum in der Bundesliga-Geschichte.

Video: Der Derbywahnsinn in Dortmund

4 - Das 4:4 zwischen Dortmund und Schalke bildete dabei allerdings eher die Ausnahme: Bereits neun Spiele endeten mit einem torlosen Remis. Allein vier Mal war der SC Freiburg an einem 0:0 beteiligt – Ligahöchstwert. 

4 – Jupp Heynckes ist zum vierten Mal Trainer des FC Bayern, kein anderer Trainer coachte so oft eine Mannschaft.

6 – Selbst unter Heynckes taten sich die Bayern in der Offensive teilweise schwer. Beim mühsamen 1:0-Erfolg in Frankfurt gaben die Münchner nur sechs Torschüsse ab – weniger waren es seit Beginn der Datenerhebung 1993 beim Rekordmeister nur drei Mal.

7 – Der VfL Wolfsburg spielte in den ersten sieben Bundesliga-Spielen unter Martin Schmidt immer Remis. Eine so lange Unentschieden-Startserie legte zuvor noch kein Bundesliga-Trainer hin. 

Augsburger Spitzenreiter 

8 - Michael Gregoritsch ist mit acht Toren der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Bundesliga. Sieben seiner acht Tore erzielte der Österreicher dabei in den letzten zehn Partien. Eine Wahnsinnsbilanz! 

9 – Gregoritsch ist dabei nicht der einzige Augsburger, der eine überragende Hinrunde spielte: Mit neun Assists ist Philipp Max der beste Vorbereiter der Liga – und das als Abwehrspieler.

Video: Michael Gregoritsch startet in Augsburg durch

15 – Insgesamt fielen in der Hinrunde ordentliche 424 Tore. In der Vorsaison waren es an den ersten 17 Spieltagen lediglich 408 Treffer. Die Bilanz ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass am ersten nur 15 Törchen fielen – mit so wenigen Toren startete die Bundesliga noch nie in eine Spielzeit. Das Beste hoben sich die Bundesliga-Stars dann für den Schluss auf: Der 17. Spieltag war mit 36 Treffern der torreichste der Saison. 

30 –Der FC Bayern München liegt mit elf Punkten Vorsprung auf Rang 1, aber dahinter geht es wahnsinnig eng zu. Hertha BSC (24 Punkte) auf Rang 10 trennen nur sechs Zähler vom FC Schalke (30 Punkte). Für Königsblau ist es eine sehr gute Bilanz im ersten Bundesliga-Jahr von Trainer Domenico Tedesco. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hatte allerdings noch nie ein Tabellenzweiter so wenige Zähler auf dem Konto. Auch deshalb ist die Spitzengruppe hinter den Bayern so eng beisammen.

 Ruht der Ball, dann klingelt’s 

34 – Knapp 34 Prozent der Tore fielen in der Hinrunde nach einer Standardsituation. Der Anteil war seit Beginn der Datenerfassung nie zuvor so hoch. Insgesamt zappelte der Ball 143 Mal nach einem ruhenden Ball im Netz. 

47 – Knapp ein Drittel der Standardtore – nämlich genau 47 – fielen dabei nach Elfmetern. Für die vielen Treffer nach Strafstößen sind zwei Faktoren maßgeblich: Zum einen gab es mit 57 Elfmetern in der Hinrunde so viele wie seit der Saison 1985/86 nicht mehr. Und zum anderen brachten die Schützen 82 Prozent der Versuche im Tor unter. Eine sehr gute Quote. In der vergangenen Spielzeit waren es lediglich 67 Prozent und auch gemessen an allen Spielzeiten ist der Wert deutlich überdurchschnittlich.

Video: Fünf Dinge über Standards

45 - 45 Unentschieden gab es in dieser Saison und damit mehr als in den letzten beiden Hinserien. In den letzten zehn Spielzeiten gab es nur eine Saison mit mehr Remis zur Halbzeit (47, 2009/10). 

67 - Obwohl die Standardsituationen wie oben erwähnt eine bedeutende Rolle spielen, gab es seit Datenerhebung nur in der letzten Spielzeit weniger Kopfballtore nach 17 Runden wie aktuell (67). 

156 - Insgesamt 156 Treffer durch Mittelfeldspieler sind die schwächste Ausbeute seit elf Jahren (2006/07 waren es 144). Insgesamt markierten die Mittelfeldakteure in dieser Spielzeit nur 38 Prozent aller Tore. So gering war deren Anteil zuletzt in der Saison 2009/10. 

Fair geht vor 

4.140 - Die Anzahl der Fouls ging in den letzten Jahren immer weiter zurück und erreichte mit 4.140 in dieser Spielzeit den niedrigsten Wert seit Beginn der Datenerhebung. 

516 - In der Bundesliga geht es also immer fairer zu und so gab es bislang so wenige Gelbe Karten nach 17 Spieltagen (516) wie seit 1990/91 nicht mehr (damals 482). 

23 – Auch die 23 Platzverweise der Hinrunde sind ein sehr geringer Wert. Letzte Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 35 Hinausstellungen. 

44.335 – Den Zuschauern gefällt’s offensichtlich: Die Fans strömen weiterhin in die Stadien und der Besucherschnitt liegt bei 44.335 pro Partie. Der Schnitt ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (damals 41.122). In einer Hinrunde war der Durchschnitt nur einmal höher als aktuell (2011/12 mit 45.151).

Video: Ein BVB-Fanclub auf Rügen