Sotogrande/Spanien - Sowohl an Lebens- als auch an Dienstjahren ist Pavel Krmas (34) der erfahrenste Akteur beim Sport-Club FreiburgMats Møller Dæhli (19) ist in beiden Katergorien jeweils der Jüngste im Team. In der knappen freien Zeit im Trainingslager nehmen sich die beiden ein Viertelstündchen für ein Doppelinterview.

scfreiburg.com: Die erste Frage geht an den Älteren. Das gebührt die Höflichkeit. Kannst Du Dich noch an Dein erstes Wintertrainingslager als Profi erinnern, Pavel?

Krmas: Zuhause in Tschechien war ich mit meinem ersten Verein Hradec Králové unterwegs, allerdings sind wir nicht in den Süden, sondern nur 50 Kilometer in die Nachbarstadt gefahren. Dort gab es eine große Sporthalle zum trainieren und draußen in der Kälte mussten wir laufen. Mein erstes Wintertrainingslager mit dem Sport-Club müsste 2007 unter Robin Dutt in der Türkei gewesen sein.

scfreiburg.com: In England gibt es gar keine Winterpause, Mats. Kannst Du mit der Veranstaltung hier überhaupt etwas anfangen?

Møller Dæhli: In England wird durchgespielt, aber aus meiner Zeit in Norwegen kenne ich das schon, dort endet die Saison im späten November. Ich halte die Winterpause für sehr sinnvoll, denn die Saison ist so lange und man bekommt kaum Zeit zum regenerieren.

"Der Eindruck ist sehr positiv"

scfreiburg.com: Auf der Insel gibt es ja einige Menschen, die behaupten, Deutschland sei bei Welt- und Europameisterschaften nur deshalb immer besser als England, weil die englischen Spieler im Sommer grundsätzlich platt sind...

Møller Dæhli: Da ist sicher was dran. In England wird einfach eine komplette Saison hart durchtrainiert und durchgespielt. Da braucht es seine Zeit, um wieder Kräfte zu sammeln.

scfreiburg.com: ... und allen Winterneuzugängen kommt die Pause ohnehin sehr gelegen...

Møller Dæhli: Ja klar, für mich ist das sehr gut. Ich lerne hier jede Menge neue Leute und neue Trainingsinhalte kennen. Da hilft es sehr, sich ein paar Wochen intensiv mit der Mannschaft vorbereiten zu können.

scfreiburg.com: Du bist jetzt genau eine Woche beim Sport-Club. Was ist denn Dein erster und welcher Dein zweiter Eindruck?

Møller Dæhli: Es läuft alles sehr professionell ab hier und wir trainieren hart. Ich mag das und kann bisher nur sagen, dass der Eindruck sehr positiv ist und ich mich gut fühle.

"Jeder versucht, auf neue Kollegen zuzugehen"

scfreiburg.com: Und Pavel, was ist Dein erster und zweiter Eindruck von Mats?

Krmas: Der Ball ist auf jeden Fall sein Freund. Er ist ein sehr guter Techniker, sehr wendig und immer unterwegs. Wir haben jetzt erst ein paar Mal zusammen trainiert, aber es ist schon zu sehen, warum er mit erst 19 Jahren schon einige Einsätze in der norwegischen A-Nationalmannschaft hatte.

scfreiburg.com: Es heißt immer, beim SC wird es neuen Spielern leicht gemacht. Was steckt da genau dahinter?

Krmas: Das ist gar kein großes Geheimnis. Jeder von uns versucht, auf neue Kollegen zuzugehen und ihnen zu helfen. Ich hoffe, das funktioniert auch bei Mats, damit er sich schnell wohl bei uns fühlt und guten Fußball spielen kann.

scfreiburg.com: Christian Streich sagt, Mats Møller Dæhli sei eine interessante Option für die Zukunft und nimmt so auch ein wenig Druck. Was erwartest Du selbst von der näheren und ferneren Zukunft beim SC, Mats?

Møller Dæhli: Das Level hier ist wirklich hoch und ich bin noch jung. Ich muss also lernen und mich entwickeln und besser werden. Wenn ich mit der Spielphilosophie vertraut bin hoffe ich natürlich, so viele Spiele wie möglich machen zu können. Das ist das Ziel.

"Jeder muss wissen, dass er gefordert ist"

scfreiburg.com: Möglichst viele Spiele machen dürfte auch das Ziel von Pavel Krmas sein. Wie fühlst Du Dich? Alle Einheiten bisher mitgemacht?

Krmas (lacht): .Ja, fast. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören und bin im guten Kontakt mit den Trainern, wann es besser ist, etwas runterzufahren. Aber ich bin fit und natürlich trainieren wir hier alle, um samstags in der Bundesliga auch spielen zu können. 

scfreiburg: Wo müssen Hebel angesetzt werden für erfolgreiche Rückrunde?

Krmas: Jeder muss wissen, dass er gefordert ist und noch vier oder fünf Prozent aus sich herausholen muss. Ich glaube schon, dass wir eine gute Basis haben und wenn wir in der Rückrunde noch etwas zulegen, bin ich zuversichtlich, was die Bundesliga und den SC betrifft.

scfreiburg.com: Gibt's einen Ratschlag für die Zukunft vom Ältesten an den Jüngsten? Oder hat er das gar nicht nötig?

Krmas: Ach, der Mats macht auf mich schon den Eindruck, dass er weiß, wo er hin will. Jeder Spieler muss jeden Tag hart an sich arbeiten. Das gilt in Freiburg genauso wie in Norwegen oder England.

"Auch da muss ich noch üben"

scfreiburg.com: ... dort kommt man aber ganz gut ohne Deutschkenntnisse zurecht. Wäre es vielleicht ein guter Tipp, schnell die Sprache zu lernen?

Krmas: Das ist richtig wichtig, auf dem Platz und außerhalb. Aber das schafft er - wie jeder andere ausländische Spieler bei uns in der Mannschaft.

scfreiburg.com: Was sind denn die drei wichtigsten Worte für einen, der gerade neu nach Fußballdeutschland gekommen ist?

Krmas (lacht): Kämpfen und siegen.

scfreiburg.com: Hast Du das verstanden, Mats?

Møller Dæhli: Nein, auch da muss ich noch üben. Ich kann aber schon drei Worte auf Deutsch: "Ich heiße Mats." Und Sachen wie "links", "rechts" oder "Seitenwechsel" gehen nach der ersten Woche Training auch.