München - Marek Lesniak ist derzeit in aller Munde. Schließlich war es der Pole, der für den bislang letzten Leverkusener Pflichtspielsieg beim FC Bayern München sorgte. Und das ist fast 22 Jahre her. Am 21. Oktober 1989 schoss er das Siegtor zum 1:0. Nun versuchen Stefan Kießling, Renato Augusto und Co. erneut, dieser Negativserie endlich ein Ende zu setzen.

Möglicherweise ist es ein gutes Omen, dass Jupp Heynckes beim letzten Leverkusener Sieg in München Trainer der Bayern war. Denn am Samstagabend wird der 66-jährige Fußball-Lehrer bekanntlich wieder auf der Bayern-Bank Platz nehmen (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Heynckes feiert Wiedersehen

Die Stärken und Schwächen der Leverkusener Akteure müsste Heynckes dabei noch aus dem Effeff kennen, schließlich trainierte er die "Werkself" in den vergangenen beiden Spielzeiten. "Ich habe zwei intensive und sehr harmonische Jahre in Leverkusen verbracht, die sind nach drei Monaten nicht vergessen. Ich freue mich auf das Wiedersehen." Auch für Mittelfeldspieler Toni Kroos ist es eine besondere Partie. Von Januar 2009 bis Juni 2010 war er an Leverkusen ausgeliehen, schaffte dort den Durchbruch in der Bundesliga und reifte zum Nationalspieler heran. Auch damals war schon Jupp Heynckes sein Trainer.

"Ich hatte in Leverkusen eine Superzeit. Es ist auch kein Geheimnis, dass ich mich damals mit dem Schritt zurück schwer getan habe. Aber im Nachhinein war alles richtig", sagt der 21-Jährige, der sich in den vergangenen Wochen einen Stammplatz beim deutschen Rekordmeister erobert hat. Immerhin lief er in acht der ersten zehn Saisonspiele von Beginn an auf.""Toni entwickelt sich super", lobt Heynckes, "ich weiß, wie ich ihn anfassen muss. Ich weiß, wie ich ihn fordern muss." Doch nicht nur bei Kroos, sondern bei den Bayern überhaupt läuft es momentan richtig rund.

Gomez vor der Rückkehr

Mit 15 Zählern thronen sie an der Tabellenspitze. Zuletzt feierten die "Roten" sogar acht Pflichtspielsiege in Folge ohne Gegentor - Rekord. Dass die Leverkusener am vergangenen Spieltag eine 1:4-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln kassierten, will Heynckes nicht überbewerten. "Das war ein Unfall. Ich gehe davon aus, dass sich Leverkusen hier in München ganz anders präsentiert als gegen Köln."

Vor einer Rückkehr in die Startformation steht dabei Stürmer Mario Gomez, der gegen Schalke 04 aufgrund von Adduktorenprobleme pausierte. Luiz Gustavo (Sprunggelenksprellung) und Daniel van Buyten (Achillessehnenprobleme) sind ebenfalls einsatzbereit.
Flügelflitzer Arjen Robben (Schambeinentzündung) stieg unter der Woche wieder ins Training ein und könnte gegen Leverkusen auf der Bank Platz nehmen.

Rolfes optmistisch

Dagegen war im Bayer-Lager unter Woche Wunden lecken angesagt nach der historischen 1:4-Heimpleite im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln. "Ich habe hundertprozentiges Vertrauen in die Mannschaft. Auch weil ich gesehen habe, wie das Team mit der Niederlage umgegangen ist", sagt Trainer Robin Dutt, der großen Respekt vor den Bayern hat. "Die sind in einer beeindruckenden Form. Sie sind sehr stabil und haben eine große Positionstreue. Der ganze Verein strahlt derzeit eine unheimliche Harmonie aus."

Dennoch sieht der 46-Jährige der Partie optimistisch entgegen. Und das, obwohl seine Elf seit nunmehr 13 Partien nicht mehr gegen die Münchner gewinnen konnte. "Klar ist Bayer 04 nicht Bayern München, aber wir wollen uns mit den Bayern messen und wollen auch gewinnen." Kapitän Simon Rolfes pflichtet ihm bei. "Das Motto heißt nun eben: Jetzt erst recht. Wir müssen als Einheit auf dem Platz stehen und es kann nur über die Einstellung gehen."

Kadlec und Schürrle rotgesperrt - auch Ballack fehlt

Allerdings ist Bayer 04 derzeit arg gebeutelt. Rot-gesperrt fehlen Michal Kadlec und Andre Schürrle, wegen ihrer Knie-Operationen sind Rene Adler, Michael Ortega und Tranquillo Barnetta außer Gefecht. Im Aufbautraining befinden sich Bastian Oczipka und Fabian Giefer. Auch Daniel Schwaab (Schlag aufs Knie) und Michael Ballack (grippaler Infekt) treten die Reise an die Isar nicht an. "Ich bin sicher, dass die Spieler, die in der Allianz-Arena auflaufen werden, heiß darauf sein werden", stellt Dutt klar.

Und vielleicht kommt das Aufeinandertreffen mit dem deutschen Rekordmeister gerade recht. Immerhin läuft in München derzeit das Oktoberfest und die Hausherren haben eine schlechte Bilanz während der Wiesn. Die vergangenen vier Pflichtspiele in der heimischen Allianz-Arena haben die Bayern nicht gewonnen: Bei einer Niederlage und drei Unentschieden gelang zudem nur ein eigener Treffer. Wenn das mal kein Hoffnungsschimmer ist.