Mit einem Paukenschlag meldet sich 1899 Hoffenheim zurück. Nach sieben Spielen ohne Sieg, in denen gerade mal zwei Treffer gelangen, hat vor allem die Offensive beim 5:1 Sieg über den Hamburger SV zurück in die Spur gefunden.

Verständlich daher die allseitige Erleichterung nach dem Abpfiff. "Das hat heute sehr gut getan", sagte Ralf Rangnick, der sich vor allem über die Torausbeute freuen konnte: "Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann wir das letzte Mal so viele Tore geschossen haben." Der Trainer sah im Erfolg auch die Bestätigung der ansteigenden Form bei Hoffenheim: "Wir wollten die gute Leistung gegen den BVB heute wiederholen und zusätzlich auch fußballerisch wieder Glanzpunkte setzen."

Vorzeitiges Geburtstagsgeschenk für Dietmar Hopp

Das gelang den Hoffenheimern eindrucksvoll. Vor allem die erste Halbzeit, die 1899 dank zwei Treffern von Vedad Ibisevic und einem von Chinedu Obasi mit 3:0 beendete, wirkte wie eine Zeitreise in die Hinrunde der letzten Saison. Bei Jubilar Dietmar Hopp, der am 26. April seinen 70. Geburtstag feiert, rief das Spiel folgerichtig "schöne Erinnerungen wach."

Frühe Führung legt den Grundstein

Die Gründe für die Höhe des Siegs waren denn auch schnell gefunden. "Die frühen Tore haben uns gut getan und uns die nötige Sicherheit verschafft," sagte Rangnick. Auch für Marvin Compper war die zeitige Führung maßgeblich: "Wenn man sich am Anfang so belohnt, wird vieles einfacher. Das hat uns zuletzt of gefehlt." Ibisevic sprach von einem "Selbstläufer" und Christian Eichner, der das 3:0 nach einem mustergültigen Solo vorbereitete, betonte: "Da ist ein riesiger Knoten geplatzt und der Druck von der Mannschaft abgefallen."

Wie schwer dieser auf dem jungen Team lastete, machte Chinedu Obasi, ebenfalls zweifacher Torschütze, deutlich: "Für die Mannschaft war das ein wichtiger Sieg. Wir haben die letzten Wochen viel geredet und die Situation immer wieder analysiert. Jetzt fehlte nur noch ein Erfolgserlebnis."

Versöhnung mit den Fans

Das Verhältnis zu den Fans, das in der jüngsten Vergangenheit gelitten hatte, scheint nun wieder hergestellt. "So eine Negativserie geht nicht spurlos an einem vorbei. Für unsere Fans war es heute ein besonders schöner Tag", wusste Rangnick die Wirkung des Erfolgs auf den eigenen Anhang einzuschätzen. Statt wie zuletzt Pfiffe gellten diesmal "Die TSG ist wieder da" – Sprechchöre durchs Stadion. Begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm der "Vuvuzuelas", die ein Sponsor vor dem Spiel verteilte. "Gewöhnungsbedürftig" nannte Rangnick die spezielle Geräuschkulisse der afrikanischen Trompeten.

"Den Spirit transportieren"

Die letzten beiden Partien gegen Eintracht Frankfurt und den VfB Stuttgart bleiben für die Kraichgauer, unabhängig von der Tabelle, wichtig. "Wenn wir die Saison auf dem Niveau beenden, gelingt es uns vielleicht, die positive Stimmung auch in die nächste Spielzeit zu transportieren," sagte Eichner. Auch Compper sieht in den ausstehenden Partien eine Chance: "Das ist genau der Spirit, den wir in die letzten beiden Spiele und darüber hinaus in die neue Saison transportieren müssen. Dann ist für da uns auch sicherlich wieder mehr drin."

Aus Hoffenheim berichtete Daniel Dillmann