Beim letzten Training der deutschen Nationalmannschaft vor dem Abflug zum WM-Qualifikationsspiel gegen Wales war Robert Enke im Leipziger Zentralstadion die Anspannung anzumerken.

Denn am Mittwoch könnte in Cardiff bereits eine Vorentscheidung im Kampf um die Nummer 1 für die WM 2010 fallen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

Hin und her

"Das ist schon irgendwie verrückt, nach der EM habe ich von einer Verletzung Rene Adlers profitiert, anschließend er von meiner, und nun ich wieder von seiner", meinte der Schlussmann von Hannover 96, der nicht zuletzt durch die Ellbogenverletzung seines mittlerweile abgereisten Leverkusener Konkurrenten beim Vize-Europameister wieder zwischen die Pfosten gerückt ist.

Nachdem er beim glanzlosen 4:0 gegen Liechtenstein am vergangenen Samstag mangels Beschäftigung keine weiteren Pluspunkte sammeln konnte, brennt er nun auf seinen Einsatz in Wales.

Entschlossen

"Ich will auch gegen Wales zu Null spielen, obwohl unsere Abwehr da sicher mehr gefordert wird", sagte Enke, verwies im selben Atemzug aber darauf, "dass ein Sieg für uns das Allerwichtigste ist". Mit einer guten Leistung gegen die "Drachen" könnte sich Enke gegenüber seinen Rivalen Adler und Tim Wiese, der im Millennium-Stadion erneut auf der Bank sitzen muss, einen Vorteil verschaffen.

Das Lob von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Enke halte bei Hannover 96 inzwischen wieder "alles, was man halten muss, und darüber hinaus noch was", hat ihm zwar gut getan, aber große Rückschlüsse will er daraus nicht ziehen. "Ich muss meine Leistung auch in der Nationalmannschaft bestätigen", erklärte Enke..

Zudem wird Enke immer wieder vorgehalten, dass er im Gegensatz zum Bremer Wiese international nicht beschäftigt ist. "Dabei sollten die Leute lieber auf meine Leistung achten", meinte Enke, den diese Diskussionen offensichtlich ärgern. Gegen Wales will er diese Diskussion mit sportlichen Leistungs-Argumenten kontern.