Köln/Stuttgart - Es klingt fast ein wenig unwirklich: Auf den Tag genau ein Jahr ist es am Donnerstag, den 29. Januar 2015 nun her, dass Vedad Ibisevic zuletzt ein Tor in der Bundesliga erzielt.

Beim 1:2 gegen den FC Bayern München traf er damals zum zwischenzeitlichen 1:1. Für ihn persönlich ein Auftakt, der für 2014 Mut machte. Was folgte, waren viele Monate voller sportlicher und gesundheitlicher Rückschläge, in denen der Bosnier nie zu seinem Leistungsvermögen fand.

"Das Toreschießen nicht verlernt"

Jetzt, ein Jahr später, wagt Ibisevic den Neustart. Der Angreifer, der seit Mitte Oktober wegen eines beginnenden Ermüdungsbruchs in der rechten Fußwurzel zum Zuschauen verdammt war, will den VfB Stuttgart aus dem Tabellenkeller führen. "Wir haben ein schwieriges halbes Jahr vor uns", sagte er unlängst im Gespräch mit vfb.de. "Wir sind im Abstiegskampf und müssen schnellstmöglich Punkte sammeln."

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, braucht der VfB vor allem eines: Tore. Und die soll Ibisevic, der 2014 vor dem Gehäuse vom Glück verlassen schien, wieder beisteuern. Der 30-Jährige ist sich sicher, dass ihm das gelingen wird: "Das Toreschießen habe ich nicht verlernt", betont er. "Ich mache mir nicht zu viele Gedanken und gebe einfach Gas. Ich zeige mir selbst jeden Tag, dass ich Tore schießen kann."

20 Treffer haben die Stuttgarter in der Hinrunde erzielt - nur sechs davon durch einen Stürmer, die überhaupt nur 41 Torschüsse abgegeben haben (siehe Grafik). Zu wenig, um sich angesichts einer immer wieder unsicheren Abwehr von den Abstiegsrängen zu distanzieren. Dass es in der Hinrunde häufig an Torgefahr mangelte, lag nicht zuletzt daran, dass zunächst Armin Veh und später dann seinem Nachfolger Huub Stevens ein echter Knipser fehlte.

Gute Bilanz gegen Mönchengladbach

Mohammed Abdellaoue (Knorpelschaden) verpasste die gesamte Hinrunde, Daniel Ginczek (Kreuzbandriss) kehrte zwar für die letzten sechs Partien zurück, war aber noch nicht in Form. Jungstar Timo Werner zeigte zwar oft seine Klasse, ist aber kein klassischer Vollstrecker.

Kein Wunder, dass die Hoffnungen nun auf Rückkehrer Ibisevic ruhen. "Ich fühle mich gut", versichert der. "Es macht Spaß nach der Verletzung, und es war mein Ziel, so viele Einheiten wie möglich mit der Mannschaft zu machen. Dass dies geklappt hat, macht mich natürlich glücklich."

Zum Auftakt wartet auf Ibisevic und den VfB die Borussia aus Mönchengladbach. Vielleicht ein gutes Omen für die Stuttgarter und ihren Torjäger im Wartestand, der am Samstag, nach dann einem Jahr und zwei Tagen, wieder über ein Bundesliga-Tor jubeln will: Von 14 Spielen gegen Mönchengladbach gewann Ibisevic sieben (fünf Remis, nur zwei Niederlagen) und erzielte dabei drei Treffer. Gute Voraussetzungen für einen Neustart.

Stefan Schinken

Hinweis: In der Serie "Die Verbesserer" werden Spieler vorgestellt, die mit ihren Fähigkeiten ihre Mannschaft in der Rückrunde noch stärker machen oder entscheidend nach vorne bringen können.