Köln – Das Überraschungsteam des SC Paderborn ist zuletzt ins Stocken geraten. Der Aufsteiger nutzt einfach zu wenige Torchancen. Abhilfe könnte ein Stürmer aus den eigenen Reihen bringen. Denn Stefan Kutschke hat alle Voraussetzungen, um die Sturmflaute zu beenden.

Im Sommer hatten die Ostwestfalen intensiv um den 26-Jährigen gekämpft und lange mit dem VfL Wolfsburg um einen Wechsel gefeilscht. Als Kutschke schließlich beim SC unterschrieb, war die Freude groß. Allein, durchsetzen konnte er sich in der Domstadt nicht. 12 Einsätze stehen nach der Vorrunde für Kutschke zu Buche, acht Mal wurde er dabei eingewechselt, zumeist erst in der letzten halben Stunde. Immerhin, in den letzten beiden Begegnungen vor der Winterpause durfte er jeweils 90 Minuten ran.

Flanken gehen allesamt ins Leere

Im laufintensiven Spielsystem der Paderborner – die Spieler des SC legten mit 2223 Kilometern die viertlängste Laufstrecke aller Mannschaften zurück – schien Kutschke nicht perfekt zu passen. Dabei kann genau er mit seinen Attributen der Hoffnungsträger bei den Ostwestfalen sein. Denn in der Luft ist der 1,94 Meter große Angreifer eine Macht. Und genau dort hat der SC ein Problem.

Stolze 182 Flanken hat der Aufsteiger in den ersten 17 Spielen schon geschlagen – die viertmeisten aller Bundesliga-Clubs. Heraus gekommen ist dabei bisher allerdings nichts. Nicht ein Tor wurde nach einer Flanke erzielt. In der Sturmmitte fehlen einfach die Abnehmer. Kutschke könnte da Abhilfe schaffen. Insgesamt 118 Kopfballduelle hat der Ex-Leipziger bereits bestritten, das sind im Schnitt 10 pro Spiel. Bei 536 Einsatzminuten geht er durchschnittlich alle viereinhalb Minuten zum Kopfball – und gewinnt satte 61 Prozent dieser Zweikämpfe.

Chancen werden nicht genutzt

Immerhin elf Mal hat er bereits auf das Tor geköpft. Zwar gelang auch ihm auf diese Weise noch kein Treffer, doch wenigstens strahlt er mit seiner Präsenz und Lufthoheit große Torgefahr im Strafraum aus. Bei einem System, das so auf das Spiel über die Außen angelegt ist, wie das der Paderborner, könnte der lange Stürmer die Lösung der Probleme sein. Dass er Tore schießen kann, hat Kutschke einst bei RB Leipzig gezeigt, wo ihm 13 Treffer in der Regionalliga-Saison 2011/12 gelangen und er 2012/13 mit zwei entscheidenden Toren in der Relegation gegen die Sportfreunde Lotte zum Aufstiegshelden wurde.

Und Tore braucht die Mannschaft von Coach Andre Breitenreiter dringend. Auch wenn die Ausbeute mit 21 ordentlich erscheint, so ist die Chancenverwertung der Domstädter mehr als verbesserungswürdig. Schließlich schossen diese schon 271 Mal auf das Tor, nur vier Teams versuchten es noch öfter. Im Schnitt fand aber nur jeder knapp 13. Versuch auch das Ziel. Kutschkes überragendes Kopfballspiel könnte da Hoffnung auf Besserung machen.

Hinweis: In der Serie "Die Verbesserer" werden Spieler vorgestellt, die mit ihren Fähigkeiten ihre Mannschaft in der Rückrunde noch stärker machen oder entscheidend nach vorne bringen können.