Köln - In der Hinrunde stand Pierre-Emile Höjbjerg für den FC Bayern München nur 285 Minuten auf dem Platz - zu wenig, um sich weiterzuentwickeln. Mit dem FC Augsburg will der Youngster nun Gas geben.

Zumindest für eine halbe Spielzeit - im Juli geht's zurück zum Rekordmeister. "Beim FC Augsburg möchte ich den nächsten Schritt machen und in der Rückrunde Spielpraxis in der Bundesliga sammeln", erklärt Höjbjerg seine Entscheidung. Und auch den Fuggerstädtern könnte der 19-Jährige weiterhelfen, der als kompletter Mittelfeldspieler gilt - und der quasi keine Schwächen hat. Im Bayern-Trikot war Höjbjerg oft am Ball (97 Mal pro Spiel), hatte eine geringe Fehlpassquote (13 Prozent) und war für einen Mittelfeldspieler zweikampfstark (56 Prozent).

Weinzierl braucht "Box-To-Box-Player"

Beim FCA könnte der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler den Platz neben dem erfahrenen Platzhirsch Daniel Baier einnehmen. Dort kann er auf der Doppelsechs oder etwas weiter vorne agieren. Je nachdem, ob Markus Weinzierl im 4-2-3-1 oder im 4-1-4-1 spielen lässt. Selbst auf den Flügeln oder auf der Zehner-Position kann Höjbjerg problemlos auflaufen. In jungen Jahren spielte er sogar im Sturm. Weinzierl selbst sieht ihn in erster Linie als Zwischenspieler auf der Acht, als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. "Box-To-Box-Player" bezeichnet Hojbjerg, der perfektes Deutsch spricht, diese Aufgabe.

Nicht zuletzt hatte aber auch der Trainer einen gewaltigen Einfluss auf die Entscheidung pro Augsburg. "Er hat gute Qualitäten als Coach und als Mensch", schwärmt er von Weinzierl und fügt hinzu: "Aus ihm kann mal ein ganz großer Trainer werden." Tatsächlich gelingt es dem FCA-Coach seine Spieler stets besser zu machen. So reifte ein vor einem Jahr noch relativ unbekannter Andre Hahn in kürzester Zeit zum Nationalspieler. Auch Profis wie Halil Altintop oder Raul Bobadilla, deren Zenit schon überschritten schien, erleben derzeit unter Markus Weinzierl ihren zweiten Frühling.

Noch kein Messi

Doch bei aller Euphorie, die gerade in Augsburg wegen des prominenten Transfers herrscht, hat Höjbjerg nur eine Halbserie Zeit, um dem Augsburger Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Denn dann geht der Weg wieder zurück gen München. Markus Weinzierl trat bereits vorsichtshalber auf die Bremse: "Wir haben ja nicht Messi geholt, sondern Pierre-Emile Höjbjerg."

Hinweis: In der Serie "Die Verbesserer" werden Spieler vorgestellt, die mit ihren Fähigkeiten ihre Mannschaft in der Rückrunde noch stärker machen oder entscheidend nach vorne bringen können.