München - In Köln häuften sich am vergangenen Wochenende die Hiobsbotschaften. Schlimm genug war eigentlich schon, dass der FC 1:4 gegen Schalke 04 verloren hatte. Doch es kam noch dicker. Torjäger Lukas Podolski hatte sich gegen die "Knappen" schwer verletzt und muss nun einige Wochen pausieren.

Für die Kölner wiegt der Ausfall ihres Superstars schwerer als die verlorenen Punkte gegen Schalke. Denn "Prinz Poldi" gilt als die "Lebensversicherung" im Abstiegskampf und ist kaum zu ersetzen. Die Zahlen der bundesliga.de -Datenbank belegen das eindrucksvoll.

Podolskis Ausfall trifft den FC hart

Podolski war in dieser Saison an 19 der 28 FC-Treffer beteiligt (15 Tore, vier Torvorlagen). Sein Anteil von 68 Prozent ist der höchste der Bundesliga; "Poldi" ist also der "Most Valuable Player", der wertvollste Kicker der Bundesliga.

Elf der letzten 15 Kölner Tore hat er erzielt. Insgesamt hat der FC keines der letzten vier Bundesliga-Spiele gewonnen, in denen ihr Top-Torschütze fehlte (in dieser Saison nur beim 1:1 gegen Kaiserslautern).

Dribbelkönig Franck Ribery

Auch in den anderen 17 Vereinen der Bundesliga gibt es die Spieler, auf die kaum verzichtet werden kann. Beim FC Bayern ist dies Franck Ribery. Er ist der ligaweite Top-Vorbereiter (sechs Assists). Mit acht Treffern ist er zudem der torgefährlichste Mittelfeldspieler in der Bundesliga.

Und er vereint weitere Bestwerte auf sich: Wenn der Franzose Tore erzielte, haben die Bayern nie verloren: Es gab 33 Siege und zwei Unentschieden (nur Alexander Zickler traf in mehr Spielen, ohne dass sein Team verlor; 45 Partien). Und er zeigte ligaweit die meisten Dribblings (176).

Auch wenn Borussia Dortmund die letzten drei Spiele ohne Mario Götze klar gewonnen hat, ist der 19-Jährige schwer zu ersetzen. Zwei der drei BVB-Niederlagen in dieser Saison gab es, als Götze rot-gesperrt war (in Hannover, gegen Hertha).

Huntelaar ist der Topscorer

Wenn Götze in der Bundesliga Tore erzielt hat, dann hat die Borussia nie verloren (neun Siege, ein Unentschieden). Er erzielte oft die wichtigen Tore: Fünf seiner elf Bundesliga-Tore waren 1:0-Führungs- oder sogar Siegtreffer (wie in dieser Saison beim FC Bayern).

Bei Schalke 04 ist Klass-Jan Huntelaar der statistisch wichtigste Spieler. Er ist der bste Topscorer (16 Treffer, vier Torvorlagen) der Bundesliga. Acht seiner 16 Tore waren Führungstreffer, zweimal traf er zum Ausgleich. Der Niederländer erzielte in dieser Saison in 29 Pflichtspielen 27 Tore. Seit Saisonbeginn 2010/11 musste Schalke in der Bundesliga elfmal ohne Huntelaar antreten, es gab nur drei Siege.

Erfolgsgarant Pizarro

In Mönchengladbach nimmt Marco Reus die Rolle des bedeutendsten Spieler ein. Er war an 15 der 30 Mönchengladbacher Treffer direkt beteiligt (zwölf Tore, drei Torvorlagen), ebenso an den meisten Torschüssen (70 Torschüsse, 54 Torschussvorlagen). In zwei Spielen fehlte der 22-Jährige in dieser Saison, Mönchengladbach holte nur einen Punkt und erzielte nur ein Tor (1:1 gegen Dortmund, 0:1 in Augsburg).

In Bremen kommt Claudio Pizarro beinahe an die Podolski-Werte heran. Er war an 18 der 31 Bremer Saisontore direkt beteiligt (13 Tore, fünf Torvorlagen); das entspricht einem Anteil von 58 Prozent.

In acht der neun Spiele mit Pizarro-Tor hat Werder gepunktet (sechs Siege, zwei Unentschieden), ohne Treffer des Peruaners gab es nur drei Siege und zwei Remis in zehn Spielen. Seit Pizarro 2008 zu Werder zurückkehrte, gewann Bremen nur fünf von 30 Bundesliga-Spielen ohne den Peruaner (12 Remis, 13 Niederlagen).

Laufwunder Lars Bender

In Leverkusen will niemand auf Lars Bender verzichten, den laufstärksten Spieler der Bundesliga. Er legte ligaweit in dieser Saison die meisten Kilometer zurück (232,4) und stellte am letzten Spieltag in Bremen mit 13,9 km einen neuen Saisonrekord auf.

Die weiteren wichtigsten Spieler der Vereine sind Mohammed Abdellaoue (Torjäger von Hannover 96), Fabian Johnson (bester Vorbereiter von Hoffenheim), Mario Mandzukic (Goalgetter des VfL Wolfsburg) oder Sven Ulreich (herausragender Keeper des VfB Stuttgart).

In Hamburg (Heiko Westermann), Mainz (Niko Bungert) und Nürnberg (Timmy Simons) weisen Defensivspieler Bestwerte aus. Bei der Berliner Hertha hängt viel von der Form ihres Topscorers Raffael ab, Kaiserslautern ist angewiesen auf die Ideen von Christian Tiffert. Trotz einiger vergebener Chancen ist die Bilanz von Sascha Mölders in Augsburg sehr ordentlich, ebenso wie die des Ballverteilers Julian Schuster in Freiburg.