Manche Fußballer bekreuzigen sich vor dem Spiel gerne und reichlich, andere hingegen tragen bei jeder Partie stets die selbe Unterwäsche. Manch ein Trainer bevorzugt nur noch hellblaue Pullis, andere wiederum sollen sogar bei der Aufstellung ihres Teams die Sternzeichen der Spieler berücksichtigen. Und fast alle glauben mittlerweile an spirituelle Tintenfische mit übersinnlichen Ahnungen.

Aberglaube kann im Fußball so ziemlich jede skurrile Form annehmen, die es gibt. Eine der häufigsten ist sicherlich die "Triskaidekaphobie" - die Furcht vor der Zahl 13 - weshalb viele Bundesligaspieler liebend gerne auf diese Rückennummer verzichten und entsprechend oft Unglücksmomente heraufbeschwören, wenn die Zahl auftaucht.

Beim FC Bayern waren es zuletzt Michael Ballack und Andreas Görlitz, die das Trikot mit der Nummer 13 überstreiften, bekanntlich weilen beide Spieler nicht mehr beim Champions-League-Finalisten von 2010 - reiner Zufall? Und obwohl im aktuellen Kader des deutschen Rekordmeisters das Trikot mit der "Unglücksnummer" frei ist, spukt neuerdings wieder die mysteriöse 13 bei den Bayern umher.

WM-Teilnehmer verpassen Trainingslager

Denn ausgerechnet auf 13 Spieler muss Bayerncoach Louis van Gaal verzichten, wenn am Donnerstag die zweite Phase der Saisonvorbereitung an der Säbener Straße in München beginnt. 13 Spieler, die aufgrund ihrer Einsätze bei der Fußball-WM in Südafrika wesentlich später - genauer gesagt in drei Wochen - ins Mannschaftstraining einsteigen werden, somit auch das einwöchige Trainingslager am Gardasee verpassen werden, in das der FC Bayern am kommenden Montag aufbricht. Auch in der abgelaufenen Spielzeit verlief die Vorbereitung der Bayern nicht reibungslos, sicherlich auch ein Grund für den holprigen Start in die letzte Saison.

Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge lässt die ominöse Zahl 13 hinsichtlich des Saisonauftaktes am 20. August gegen den VfL Wolfsburg allerdings kalt: "Ich habe keine großen Sorgen, dass wir einen Fehlstart haben könnten. Natürlich wird es nicht einfach. Die WM-Spieler haben nur drei Wochen Pause, das ist nicht viel nach dieser anstrengenden Saison. Aber ich bin überzeugt, dass unser Trainer das hinkriegt."

Neben den acht Spielern der Deutschen Nationalmannschaft (Jörg Butt, Philipp Lahm, Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Mario Gomez, Thomas Müller und Miroslav Klose), die als Dritter der Fußball-WM alle sieben Spiele des Turniers absolviert haben, fehlen Louis van Gaal bis Anfang August auch die holländischen Vize-Weltmeister Arjen Robben, Mark van Bommel und auch Edson Braafheid, der nach seiner Ausleihe an Celtic Glasgow nach München zurückkehrt.

Ribery absolviert Reha

Auch Bayerns argentinischer Innenverteidiger Martin Demichelis befindet sich im wohlverdienten Urlaub, ebenso wie Franck Ribery, der sich Ende Juni einer beidseitigen Leisten-Operation unterziehen musste und am 25. Juli in München zurückerwartet wird.

Dass die komplette Mannschaft des Rekordmeisters lediglich drei Wochen vor dem Saisoneröffnungsspiel gegen die "Wölfe" zusammenkommt, wird dem selbsternannten Prozesstrainer van Gaal weder gefallen noch die Arbeit erleichtern, doch sein Vorstandsvorsitzender schenkt dem Holländer und dem Team vollstes Vertrauen.

"Ich bin überzeugt, dass wir uns sofort am ersten Spieltag erfolgreich präsentieren werden. Ich bin optimistisch, dass wir gut aus den Startlöchern kommen", so Rummenigge, der bei den Planungen des neuen Bayern-Kaders zu Geduld mahnt, aber auch konkret wird: "Wir haben immer gesagt, dass wir großes Vertrauen in unsere Mannschaft haben. In allen Mannschaftsteilen sind wir sehr gut besetzt. Das hat man in der letzten Saison an den großen Erfolgen gesehen. Wenn wir etwas tun, dann auf einer Verteidigerposition. Aber das muss man abwarten."

"Das ist keine Ente!"

Auf die Frage, was an den Meldungen über eine mögliche Verpflichtung des niederländischen Rechtsverteidigers Gregory van der Wiel dran sei, zeigte sich Karl-Heinz Rummenigge offen und zuversichtlich: "Was bisher berichtet wurde, ist keine ‚Ente‘. Im Moment kann ich aber nichts Seriöses dazu sagen, weil wir noch keine finale Entscheidung gefällt haben. Wir prüfen jetzt die Dinge und werden sie noch mal mit dem Trainer besprechen. Dann sehen wir weiter. Theoretisch haben wir bis zum 31. August Zeit. Manchmal muss man die Dinge auch in aller Ruhe betreiben, damit sie nicht zu teuer werden."

Sollten die Bayern den 22-jährigen Vize-Weltmeister von Ajax Amsterdam für die kommende Saison tatsächlich verpflichten, wäre der Spuk um die Zahl 13 jedenfalls vorbei, dann wären es nämlich 14 WM-Spieler, die zum Rekordmeister dazustoßen. Ein einziger Transfer, mit dem der FC Bayern das drohende Unglück zum Saisonauftakt ganz einfach abwenden kann. Na, wenn das kein gutes Omen ist?

Barnabas Szöcs