München - Sieben Spieltage sind in der neuen Bundesliga-Saison absolviert - und die Länderspielpause ist eine gute Gelegenheit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Das Mainzer Märchen, der Siegeszug des BVB, die Überraschungsteams aus Hannover und Freiburg stechen ebenso in Auge wie die zahlreichen Top-Teams, die bislang weit unter den Erwartungen geblieben sind.

Doch welche Spieler haben im ersten Saisonfünftel die meisten Akzente gesetzt? Wer sticht bei den Überflieger-Teams hervor, wer zeigte bei den negativen Überrschungen zumindest Kämpferherz? bundesliga.de präsentiert die Gewinner aller 18 Bundesligateams.

Lewis Holtby (1. FSV Mainz 05)

Mit seinem Namen ist der Sensationslauf des 1. FSV Mainz 05 wohl am stärksten verbunden: Lewis Holtby, zweifacher Torschütze und sechsfacher Assistgeber, hat den Traumstart der Rheinhessen erst ermöglicht. Mainz und Holtby - das passt wie die Faust aufs Auge: Unter Trainer Thomas Tuchel war der 20-Jährige schon an mehr Toren direkt beteiligt, als bei seinen Ex-Vereinen Schalke 04 und VfL Bochum zusammen. Zudem brachte er im Schnitt starke 84 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Mit seinen Leistungen hat sich der Mittelfeldmann sogar in den Kreis der Nationalelf gespielt.

Shinji Kagawa (Borussia Dortmund)

Shinji wer? Wer vor der Saison den Namen des BVB-Neuzugang schon einmal gehört hatte, muss ein absoluter Experte sein. Nach sieben Spieltagen kennt den Japaner - zumindest in Dortmund - jedes Kind. Mit vier Treffern ist Kagawa der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Bundesliga, zusammen mit Lucas Barrios bester BVB-Torschütze - und Liebling der "Schwarz-Gelben" Massen. Wenn der 21-Jährige auf den gegnerischen Kasten zielt, herrscht höchste Alarmstufe: Zehn seiner 13 nicht geblockten Schüsse (77 Prozent) brachte er aufs Tor - das ist aktuell die fünftbeste Schussgenauigkeit in der Bundesliga.

Manuel Schmiedebach (Hannover 96)

Trotz der 0:1-Heimschlappe gegen den FC St. Pauli steht Hannover 96 nach sieben Spieltagen auf dem 3. Tabellenrang - sage und schreibe neun Plätze vor dem FC Bayern. Maßgeblichen Anteil am besten 96-Saisonstart der Bundesligageschichte hat Manuel Schmiedebach. Der 22-Jährige stand in allen sieben Saisonspielen in der Startelf und bereitete zwei Tore direkt vor. Vor allem kämpferisch ist Schmiedebach ein Vorbild für seine Mannschaftskameraden: Der Mittelfeldspieler ackert wie kein Zweiter und bestritt die meisten Zweikämpfe bei den Niedersachsen (97).

Eren Derdiyok (Bayer Leverkusen)

Trotz der verschärften Konkurrenzsituation im Bayer-Sturm macht sich Eren Derdyok auch in der aktuellen Spielzeit unentbehrlich. Der Schweizer Nationalspieler erzielte bereits drei Saisontreffer, gab dazu noch drei Torvorlagen und ist damit der Topscorer der Rheinländer. Wie kein anderer im Bayer-Dress ballert Derdyok aus allen Lagen: Mit 16 Schüssen gab er die meisten seines Teams ab. Zuletzt musste der 22-jährige Angreifer gegen Werder Bremen erst auf die Bank und rettete der Bayer-Elf mit dem späten 2:2 zumindest noch das Remis.

Papiss Demba Cisse (SC Freiburg)

Nach dem Abgang von Mohamadou Idrissou sorgten sich nicht wenige im Breisgau um die Qualität des Freiburger Offensivspiels. Dabei hatte Papiss Demba Cisse bereits in der vergangenen Rückrunde seinen Torinstinkt unter Beweis gestellt und den SCF mit sechs Treffern vor dem Abstieg bewahrt. Nun hat sich der Senegalese richtig warm geschossen: Mit sieben Toren ist der Stürmer Spitzenreiter in der Torschützenliste. Erstmals in der Freiburger Bundesliga-Historie hat ein Spieler so oft nach sieben Saisonspielen eingenetzt. Seitdem er im Breisgau spielt, erzielte er knapp die Hälfte der Freiburger Tore (13 von 27).

Tom Starke (1899 Hoffenheim)

Ein Zweitliga-Keeper zum abitionierten Club aus dem Kraichgau? Als vor der Saison der Wechsel von Tom Starke nach Hoffenheim feststand, gab es leise Zweifel an der Tauglichkeit des 29-Jährigen - die der Torwart in kurzer Zeit eindrucksvoll wegräumte. Mit dem Duisburger Neuzugang ist wieder mehr Stabilität in die Hoffenheimer Defensive eingezogen - vor allem bei Weitschüssen. Starke ist neben Roman Weidenfeller und Raphael Schäfer der einzige Torwart, der noch kein Gegentor von außerhalb des Strafraums hinnehmen musste. Zwei Mal hielt Starke seinen Kasten sauber - nur Weidenfeller und Christian Wetklo gelang dies öfter.

Jonathan Pitroipa (Hamburger SV)

Dass Jonathan Pitroipa ein begnadeter Dribbler ist, wusste man schon lange. Dass der 24-Jährige jedoch nur selten in der Anfangself stand, lag an seiner Abschlussschwäche. Kaum hatte er sich durch die gegnerischen Abwehrreichen durchgetanzt, versagten ihm zumeist die Nerven. Dies hat sich im bisherigen Saisonverlauf grundlegend geändert. Zwar gelingt Pitroipa im Strafraum längst noch nicht alles - doch die Tendenz stimmt positiv: Der Mittelfeldspieler aus Burkina Faso war an drei der letzten vier HSV-Tore direkt beteiligt (ein Tor, zwei Assists). Zudem erzielte der HSV elf seiner zwölf Bundesligatore, wenn Pitroipa auf dem Feld stand.

Grafite (VfL Wolfsburg)

Der Aufwärtstrend der "Wölfe" ist eng mit dem Namen des Brasilianers verbunden: In den ersten Partien musste Grafite systembedingt auf der Ersatzbank Platz nehmen - doch als VfL-Coach Steve McClaren auf 4-4-2 umstellte und der Stürmer ins Team rückte, kamen die Erfolge zurück. Seit dem 4. Spieltag stand Grafite immer neben Edin Dzeko in der Startelf - Wolfsburg holte in diesen vier Spielen zehn Punkte (zuvor null Punkte aus drei Spielen). Grafite erzielte vier der letzten fünf Tore für Wolfsburg, am 5. und 6. Spieltag (in Hamburg und gegen Freiburg) netzte der 31-Jährige sogar jeweils doppelt ein.

Thomas Kessler (FC St. Pauli)

Der FC St. Pauli hat im Tor ein Luxusproblem: Aufstiegsheld Mathias Hain durfte in den ersten beiden Saisonspielen ran, verletzte sich jedoch am Finger und musste pausieren. Also sprang Thomas Kessler ein, den die Hamburger von Köln ausgeliehen hatten. Und Kessler machte seine Sache so gut, dass ihn St. Paulis Trainer Holger Stanislawski auch dann noch im Kasten ließ, als Hain wieder fit war. Somit hütete der 24-Jährige in den vergangenen fünf Spielen das Tor und holte in diesem Zeitraum mit seinem Team sieben der zehn Saisonpunkte. Kessler parierte 14 der 20 Schüsse, die auf seinen Kasten kamen (70%).


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