München - Sieben Spieltage sind in der neuen Bundesliga-Saison absolviert - in der Länderspielpause eine gute Gelegenheit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Das Mainzer Märchen, der Siegeszug des BVB, die Überraschungsteams aus Hannover und Freiburg stechen ebenso in Auge, wie die zahlreichen Top-Teams, die bislang weit unter den Erwartungen geblieben sind.

Doch welche Spieler haben im ersten Saisonfünftel die meisten Akzente gesetzt? Wer sticht bei den Überflieger-Teams hervor, wer zeigte bei den negativen Überrschungen zumindest Kämpferherz? bundesliga.de präsentiert den zweiten Teil der Gewinnerliste.

Theofanis Gekas (Eintracht Frankfurt)

In seiner ersten Bundesligasaison 2006/07 wurde der Stürmer, damals im Trikot des VfL Bochum, gleich Torschützenkönig. Doch Theofanis Gekas konnte in den folgenden Spielzeiten seinen Ruf als Torjäger nicht bestätigen. Nun ist der Grieche jedoch auf dem besten Weg, seine alte Treffsicherheit wiederzufinden. In den letzten fünf Bundesligapartien traf er fünf Mal - nur der Stuttgarter Pavel Pogrebnyak kann da mithalten. Fünf Tore in den ersten sechs Spielen für seinen neuen Verein gelangen Gekas weder in Bochum, Leverkusen noch bei der Berliner Hertha. Es wäre also kein Wunder, wenn er zum zweiten Mal die Torjägerkanone abstauben würde...

Julian Schieber (1. FC Nürnberg)

Dass der 1. FC Nürnberg nach sieben Spieltagen im sicheren Tabellenmittelfeld steht, liegt nicht zuletzt an Julian Schieber. Der Stürmer, den der "Club" vor der Saison vom VfB Stuttgart ausgeliehen hatte, war bisher an vier Toren direkt beteiligt (zwei Treffer, zwei Assists). In seinen vorherigen 31 Spielen für den VfB waren es eben soviele (drei Tore, ein Assist) - dort allerdings zumeist als "Joker". Schiebers direkte Torbeteiligungen waren immer wichtig: Er traf zwei Mal zum 1:0 und bereitete die beiden Toren zum 2:1 bzw. 1:0 vor. Bitter für den VfB: Auch gegen "seinen" Verein traf er.

Jörg Butt (FC Bayern München)

Wenn sich der FC Bayern in den ersten sieben Spieltagen auf jemanden verlassen konnte, dann auf Jörg Butt. Der Keeper strahlte zu jedem Zeitpunkt Souveränität aus und hielt seinen Kasten sogar zwei Mal sauber. Nur Weidenfeller und Wetklo schafften dies öfter (je drei Mal). Auch mit insgesamt nur acht Gegentoren hat Butt eine gute Bilanz. Mit seiner sachlichen Art sorgt der Bayern-Keeper dafür, dass auf der Position des letzten Mannes keinerlei Diskussionen aufkommen. Und das ist bei dem schwachen Saisonstart der Münchner beileibe keine Selbstverständlichkeit...

Marko Marin (Werder Bremen)

In seinem zweiten Jahr bei Werder Bremen hat sich Marko Marin als absolute Stammkraft durchgesetzt. Im Eins-gegen-Eins ist der Jungstar nur schwer zu stoppen - entsprechend oft (45 Mal) ging Marin in den ersten sieben Spieltagen ins Dribbling. Kein anderer Bundesligaspieler versuchte es derart oft auf eigene Faust. Höchste Alarmstufe herrscht vor allem, wenn Marin in den gegnerischen Straraum eingedrungen ist:: So holte der 21-Jährige beim 4:2-Sieg gegen den 1. FC Köln einen Foulelfmeter heraus. Einen Treffer und einen Assist stehen bislang auf seinem Saisonkonto, zudem schlug der Offensivspieler 29 Flanken (ligaweit Platz 6).

Ivo Ilicevic (1. FC Kaiserslautern)

Nach dem furiosen Saisonstart mit den Siegen in Köln und gegen den FC Bayern ist dem 1. FC Kaiserslautern etwas die Luft ausgegangen. Vor allem Ivo Ilicevic glänzte jedoch als Passgeber und Vollstrecker: Der Kroate war an vier der neun Lauterer Tore direkt beteiligt (zwei Tore, zwei Vorlagen). Nur Landsmann Srdjan Lakic sammelte bei den Pfälzern mehr Scorer-Punkte (fünf Tore). In Erinnerung bleibt natürlich vor allem sein Traumtor gegen die Bayern. Kein anderer Bundesligaprofi konnte häufiger seinen Gegenspieler per Dribbling überwinden. 21 Mal dribbelte er sich erfolgreich an seinem Gegenüber vorbei.

Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach)

Den Gladbacher Youngster sollte man auf der Rechnung haben: In der Vorsaison meist als Joker eingesetzt, schaffte er in der laufenden Spielzeit den Sprung in die Stammelf. Beim spektakulären 6:3-Sieg der Gladbacher in Leverkusen erzielte Herrmann zwei Treffer, einen davon in "Tipp-Kick"-Manier, als er den Ball aus dem Stand in den Winkel hämmerte. Mit seinen beiden Toren ist er zusammen mit Juan Arango und Mahamadou Idrissou der Top-Torschütze der "Fohlen". Zuletzt zog sich der 19-Jährige im Spiel gegen Wolfsburg eine schwere Prellung zu, weswegen er eine Trainingspause einlegen muss.

Mato Jajalo (1. FC Köln)

Trotz des durchwachsenen Saisonstars der Rheinländer hat ein Neuzugang bislang die Erwartungen voll erfüllt: Mato Jajalo. Der Kroate stand in jedem der sieben Saisonspiele in der Startelf und gab schon zwölf Torschussvorlagen, davon drei Assists, ab - beides Bestwerte bei den "Geißböcken". Und auch den Abschluss sucht der 22-Jährige regelmäßig: Seine elf Torschüsse wurden bei den Kölnern nur von Podolski (18) und Petit (12) übertroffen. Getroffen hat der Neuzugang des AC Siena in der laufenden Saison allerdings noch nicht.

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04)

Ein Sieg in sieben Saisonspielen - mit dieser Bilanz kann Klaas-Jan Huntelaar mit Sicherheit nur ganz schlecht leben. Dennoch hat sich der Schalker Neuzugang nichts zu Schulden kommen lassen - im Gegenteil! In den vergangenen vier Bundesligaspielen traf er vier Mal in Serie. Dabei brauchte der Niederländer immer erst eine Halbzeit, um sich warm zu schießen: Alle seine Treffer erzielte er in der zweiten Halbzeit. Insgesamt gab Huntelaar schon 20 Torschüsse ab - doppelt so viele wie der zweitplatzierte Schalker in diesem Ranking (Rakitic, zehn Torschüsse).

Pavel Pogrebnyak (VfB Stuttgart)

Während der VfB Stuttgart als Tabellenletzter im tiefen Tal der Tränen steckt, blüht Pavel Pogrebnyak regelrecht auf: Der Russe traf in den letzten fünf Bundesligapartien fünf Mal. Nur der Frankfurter Gekas kann diesbezüglich mit Stuttgarter Stürmer mithalten. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison traf er in den ersten sieben Spielen nur zwei Mal. Mit fünf Treffern liegt der VfB-Angreifer auf dem geteilten 2. Platz in der Torjägerliste (mit Gekas, Lakic und Dzeko) - nur Freiburgs Cisse traf öfter (sieben Mal). Und wenn Pogrebnyak weiter trifft, dürfte es auch mit dem VfB wieder aufwärts gehen...


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