Köln - Ein Drittel der Saison ist gespielt. Die Tabelle besitzt inzwischen einen verlässlichen Aussagewert, Trends zeichnen sich ab.

bundesliga.de hat die wichtigsten Erkenntnisse und Fakten der ersten elf Spieltage unter die Lupe genommen und vier Trends ausgemacht.

1) Breite Spitze bei den Torjägern

An der Spitze der Torjägerliste stehen fünf Spieler mit je sechs Toren. Von den nominellen Top-Torjäger wie Klaas-Jan Huntelaar, Stefan Kießling, Pierre-Michel Lasogga, Robert Lewandowski oder Ciro Immobile (letzte Saison Torschützenkönig in Italien) gehört keiner zur Spitzengruppe.

Wirft man einen Blick nach Europa und betrachtet die internationale Entwicklung so stellt man fest: Es steht meist ein Torjäger im Fokus. In Spanien traf Cristiano Ronaldo in der laufenden Saison in zehn Spielen 18 Mal (in der Saison 2012/13 insgesamt 34 Mal, Lionel Messi sogar 46 Mal!), Neymar zehn Mal. In England erzielte Sergio Aguero in elf Spielen zwölf Treffer, Diego Costa traf zehn Mal in neun Spielen und Luis Suarez traf vergangene Saison 31 Mal in der Premier League für Liverpool.

2) Die Bayern widerlegen die Erwartungen

In der Sommerpause wurde dem FC Bayern München von fast allen Experten (auch aus den eigenen Reihen) mindestens eine schwierige Hinrunde prophezeit, wenn nicht sogar eine schwierige Saison. Von Schwierigkeiten ist beim Rekordmeister allerdings nichts zu sehen. Bereits nach nur elf Spieltagen hat das Team um Kapitän Philipp Lahm die vor der Saison als ärgste Kontrahenten gehandelten Topteams distanziert: zehn Punkte Vorsprung auf Bayer 04 Leverkusen, 13 auf den FC Schalke 04 und satte 17 Punkte auf Borussia Dortmund sprechen eine deutliche Sprache.

Vor einem Jahr waren die Bayern nach elf Spieltagen zwar auch Tabellenführer, hatten aber nur einen Punkt Vorsprung auf den BVB, vier auf Leverkusen und zwölf auf Schalke. Die Dominanz hat also trotz WM-Belastung des Münchner Kaders noch zugenommen.

3) Ecken harmlos, Freistöße gefährlich

In 99 Bundesliga-Spielen fielen in dieser Saison gerade einmal 16 Tore nach Eckbällen. Damit führte nur jede 59. Ecke zu einem Tor, das ist eine schwache Ausbeute. Der Anteil an Toren nach Eckbällen war seit der Datenerhebung 1992 nach elf Spieltagen nie so gering, wie in dieser Saison (sechs Prozent).

Die Trainer in der Bundesliga haben die Probleme bei Standards offensichtlich erkannt, trainieren wieder vermehrt ruhende Bälle und feilen an verschiedenen Varianten: Am 11. Spieltag wurden vier Tore nach Ecken erzielt, an keinem Spieltag der Saison mehr. Werder Bremen erzielte beim Sieg gegen Stuttgart beide Tore nach Ecken. Insbesondere der zweite Treffer fiel durch eine wunderschöne, einstudierte Variante. Auch Bayer Leverkusen ist bei Freistößen kreativ und hat mit Hakan Calhanoglu einen echten Spezialisten in seinen Reihen.

4) Starke Abwehrreihen und Torhüter

Diese Saison fielen an den ersten elf Spieltagen deutlich weniger Tore (262, durchschnittlich 2,6 pro Spiel) als vergangene Saison (325, durchschnittlich 3,3 pro Spiel). Nur ein Mal fielen weniger Tore an den ersten elf Spieltagen: 1989/90 waren es 259.

Das 250. Tor der laufenden Saison fiel erst am 11. Spieltag, letzte Saison bereits zwei Spieltage früher. Die Bundesligisten verteidigen scheinbar so gut wie lange nicht mehr, vor allem die drei Topteams aus München, Wolfsburg und Gladbach, die deutlich weniger Gegentore fingen als in der letzten Spielzeit. Der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach stellten dabei sogar neue Clurekorde auf.

Auch einen großen Anteil an der geringen Anzahl an Gegentoren haben die starken Leistungen der Torhüter: Gut 71 Prozent der Bälle, die auf das Tor flogen, wehrten die Keeper wie Gladbachs Yann Sommer ab. In der vergangenen Saison waren es nur 67 Prozent an den ersten elf Spieltagen.