Köln - Der DFB-Pokal hält am Dienstag eine echte Knaller-Partie bereit: Der VfL Wolfsburg empfängt den FC Bayern München. In diesem Top-Spiel treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich eigentlich erst im Finale begegnen wollten. In Darmstadt kommt es zu einem weiteren Bundesliga-Duell gegen Hannover 96. Hertha BSC will dem Traum vom Pokal-Finale im eigenen Stadionen einen Schritt näher kommen, dafür müssen sie den Underdog aus Frankfurt schlagen.

VfL Wolfsburg - FC Bayern München

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Bereits zum vierten Mal treffen die beiden Teams im Jahr 2015 auf einander. Zum Jahresbeginn gewann der VfL Wolfsburg mit 4:1, im Supercup gab es in der regulären Spielzeit ein 1:1-Unentschieden. Am sechsten Spieltag standen sich die Mannschaften zuletzt gegenüber - der FC Bayern München gewann deutlich mit 5:1. Wölfe-Trainer Dieter Hecking will sich aber nicht verstecken: "Wir sind nicht der Favorit, müssen uns aber auch nicht wie das Kaninchen vor der Schlange verstecken. Wir können mit Selbstvertrauen auftreten." Selbstbewusst treten aber auch die Gäste auf - allen voran Robert Lewandowski. Beim letzten Aufeinandertreffen verzauberte er mit seinem Fünferpack binnen neun Minuten die Fußballwelt. Bei den Bayern wieder mit dabei ist Arjen Robben, der die Partie auf den Punkt bringt: "Das wird ein Topspiel. Ein Spiel, auf sehr hohem Niveau. Ich würde sagen wie Champions League." Das bereits in der zweiten Runde zwei Top-Teams aufeinander treffen zeigen auch die jüngsten Leistungen. Die Bayern haben einen neuen Startrekord in der Bundesliga aufgestellt, zehn Siege in den ersten zehn Spielen. Aber auch die Wolfsburger kommen gestärkt aus den letzten Tagen: Drei Siege in sieben Tagen können sich sehen lassen.

Darmstadt 98 - Hannover 96

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Auch diese beiden Mannschaften kennen sich bereits aus der Bundesliga. Am ersten Spieltag gab Darmstadt 98 nach 33 Jahren Abstinenz seine Bundesliga-Premiere, zu Gast am Böllenfalltor war Hannover 96. Mann des Abends bei den Lilien war Marcel Heller, der mit seinem Doppelpack für den 2:2-Endstand sorgte. Hannover 96-Trainer Michael Frontzeck ist also gewarnt: "Ich erwarte ein ähnliches Spiel wie am ersten Spieltag – sehr kampfbetont." Läuft es für die Niedersachsen in der Bundesliga aktuell alles andere als positiv - Tabellenplatz 15 und nur acht Punkte auf den Konto - will die Elf nun im Pokal punkten. Dafür muss sich Hannover im Hexenkessel in Darmstadt behaupten. Für den Aufsteiger läuft die Saison zufriedenstellend: Siege gegen Leverkusen, Werder Bremen und Augsburg und ein Unentschieden gegen Borussia Dortmund. Mit diesen Achtungserfolgen haben die Lilien gezeigt, dass auf jeden Fall mit ihnen zu rechnen ist. Frontzeck weiß um die Stärke seines Gegners: "Bislang ist das wirklich beachtenswert. Sie haben sich über die Jahre gefunden und haben etwas entwickelt." Die Partie wird zeigen, ob Darmstadt ihre Erfolgsgeschichte auch im Pokal weiterschreibt.

FSV Frankfurt - Hertha BSC

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"Wir wollen die Power aus dem vergangenen Spiel mitnehmen und ein brutal unangenehmer Gegner sein. Im Pokal ist immer alles möglich" - klare Worte von FSV-Trainer Tomas Oral. Sein Team empfängt den Bundesligisten Hertha BSC, sieht sich zwar als Underdog, will aber bei Weitem nicht kampflos aufgeben. Zuletzt zeigte FSV Frankfurter einen beeindruckenden Zusammenhalt: "Man konnte im vergangenen Spiel sehen, wie das aussieht, wenn wir zusammen rücken und von Anfang an dieses Wir-Gefühl entwickeln. Auch wenn wir gegen Hertha BSC eigentlich keine Chance haben, können wir eine kleine Chance bekommen", bringt es Oral auf den Punkt. Für die Berliner geht es in dieser Partie um den Traum vom Finale in der eigenen Stadt: Die jüngste Pokal-Vergangenheit der alten Dame ist nicht sonderlich ruhmreich. Das letzte Mal, dass die Berliner über das Viertelfinale hinaus kamen, war in der Saison 1980/81, als man im Halbfinale bei Eintracht Frankfurt scheiterte. Zuletzt im Endspiel stand das Team aus der Hauptstadt vor 36 Jahren, einen Pokal-Sieg gab es noch nie. "Es gibt am Dienstag nur einen Sieger - das wollen wir sein", sagt Hertha-Manager Michael Preetz, "aber es wird ein schweres Spiel".

Judith Rönnau

DFB-Pokal: Die 2. Runde im Überblick