München - Die Bundesliga befindet sich aktuell in der zweiten Länderspielpause der Jubiläumssaison. Sieben Spieltage sind absolviert und erste Tendenzen sind bereits zu erkennen. In der Sommerpause haben sich die Manager der 18 Bundesliga-Clubs viele Gedanken um die Kaderplanung gemacht und dabei den ein oder anderen Volltreffer am Transfermarkt gelandet.

Norddeutsche werden ja Vorurteilen entsprechend besonders gerne als gute Kaufleute bezeichnet und wenn man einen Blick auf die Toptransfers des Sommers wirft, könnte an diesem Sprichwort doch mehr dran sein. Sehen Sie selbst: bundesliga.de stellt die besten fünf Neuzugänge des Sommers vor.

Fabian Giefer (Fortuna Düsseldorf)

Der Neuzugang, der im Sommer die Rheinseite wechselte und Leverkusen in Richtung Düsseldorf verließ, etablierte sich bei der Fortuna sofort als Nummer 1. Beim Aufsteiger hielt er an den ersten fünf Spieltagen seinen Kasten jeweils sauber, länger schaffte dies nur Timo Hildebrand 2003 beim VfB Stuttgart. Mit 89 Prozent abgewehrten Torschüssen ist Fabian Giefer der aktuell beste Keeper der Bundesliga, musste bislang erst drei Gegentreffer hinnehmen. Der 22-Jährige hat damit großen Anteil am guten Gesamteindruck, den die Fortuna bislang in der Bundesliga vermittelt. Die erste Niederlage am 7. Spieltag in Mainz (0:1) konnte aber auch Giefer nicht verhindern.

Philipp Wollscheid (Bayer 04 Leverkusen)

Zweikampfstark, kompromisslos und gut im Offensiv-Kopfball. Dies entspricht dem Anforderungsprofil eines modernen Innenverteidigers. Philipp Wollscheid erfüllt all diese Kriterien nachweislich - wohl der Hauptgrund, warum der Neu-Leverkusener im Rheinland gleich für fünf Jahre gebunden wurde. 68 Prozent seiner Zweikämpfe hat der 23-Jährige in dieser Spielzeit gewonnen, im Vorjahr - noch im Nürnberger Trikot - waren es sogar 70 Prozent. Wenn er in der Offensive gebraucht wird, ist er da, hat schon zwei Treffer für Bayer erzielt, soviele wie in der gesamten Saison 2011/2012 und ist damit im Moment der torgefährlichste Abwehrspieler der Liga (zusammen mit Hoffenheims Fabian Johnson).

Szabolcs Huszti (Hannover 96)

Der Ungar kehrte im Sommer nach dreieinhalb Jahren in St. Petersburg zurück zu Hannover 96 - und wie! Mit drei Toren und sieben Vorlagen führt der Mittelfeldspieler die Scorerliste der Liga an, beim 4:0-Derbysieg über den VfL Wolfsburg bereitete er alle vier Treffer vor, das gelang zuletzt dem Mesut Özil im Jahr 2009. Ingesamt bereitete Szabolcs Huszti 30 Torschüsse und sechs Großchancen vor - soviele wie kein anderer Spieler in dieser Saison. Am 5. Spieltag erzielte Huszti seinen 20. Bundesligatreffer. Damit teilt er sich mit Krisztian Lisztes den Titel als ungarischer Rekordtorschütze in der Bundesliga.

Rafael van der Vaart (Hamburger SV)

Den Weg zurück an seine alte Wirkungsstätte wählte auch der Niederländer, der den HSV einst verließ um bei Real Madrid durchzustarten. "Hoffnungsträger", "Messias" - Fans und Medien überhäuften den Nationalspieler mit Superlativen in Anbetracht der Hamburger Krise zum Saisonstart, die der Superstar schnellstmöglich beenden sollte. Er tat es - sofort. Seit der 29-Jährige wieder da ist, haben die Hamburger alle zehn Saisonpunkte geholt, Rafael van der Vaart erzielte einen Treffer, bereitete drei weitere vor. Der "Messias" spielt, als wäre er nie weg gewesen, von Krise ist in Hamburg keine Spur mehr. Die Hoffnung der Fans hat sich erfüllt, da verzeihen sie van der Vaart sogar seinen Elfmeter-Fehlschuss in Gladbach.

Mario Mandzukic (FC Bayern München)

Mario Mandzukic ersetzt im Moment den verletzten Mario Gomez. Ersetzt? Nein, der Neu-Münchner setzt seine eigene Duftmarke. In den ersten fünf Pflichtspielen traf der kroatische Nationalspieler in jedem Spiel, das schaffte noch kein Bayern-Neuzugang vor ihm. In der Liga hat der 27-Jährige sechs Mal getroffen und führt die Torschützenliste an. Vor allem per Kopf ist Mandzukic überragend, erzielte 50 Prozent seiner Bayern-Tore damit. Rechnet man die Tore für Wolfsburg mit ein, ist die Kopfball-Quote noch höher. Keine schlechter Einstand also, um vielleicht als erster Kroate Bundesliga-Torschützenkönig zu werden. Das hat ihm Mario Gomez dann übrigens doch noch voraus.

Christoph Gailer