Hamburg - Das war ein Kraftakt des Hamburger SV. Gegen den 1. FC Kaiserslautern sah es lange Zeit nach der dritten Niederlage in Folge aus. Doch dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit wendeten die "Rothosen" das Blatt. 2:1 gewann der HSV gegen den FCK.

"Wir haben uns wieder gefangen, den Gegner unter Druck gesetzt und am Ende dann doch verdient gewonnen", analysierte Jonathan Pitroipa nach dem Schlusspfiff im bundesliga.de-Interview. Der Nationalspieler von Burkina Faso war mit seinen energischen Flankenläufen maßgeblich an der Wende im Spiel beteiligt und bereitete auch den Siegtreffer durch Eric Maxim Choupo-Moting mustergültig vor.

Pitroipa erklärte, was in der Halbzeitpause mit den Hamburgern passiert ist, welchen Stellenwert die Systemumstellung hatte und wie die Aussichten für das nächste Spiel beim 1. FSV Mainz 05 sind.

bundesliga.de: Herr Pitroipa, ist Ihnen und Ihren Mannschaftskollegen nach dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen gefallen?

Jonathan Pitroipa: Oh ja, wir sind sehr erleichtert. Denn nach den zwei Pleiten standen wir unter Erfolgsdruck. Deshalb waren diese drei Punkte besonders wichtig. Daran müssen wir jetzt anknüpfen und wieder Kontinuität in unsere Ergebnisse bekommen.

bundesliga.de: Aber die erste Halbzeit gegen den 1. FC Kaiserslautern war nicht so berauschend. War der Sieg dennoch verdient?

Pitroipa: Nach dem frühen Gegentor waren wir alle ein bisschen verunsichert und demoralisiert. Aber wir haben uns wieder gefangen, den Gegner unter Druck gesetzt und am Ende dann doch verdient gewonnen.

bundesliga.de: Hat Trainer Armin Veh in der Halbzeitpause eine Standpauke gehalten?

Pitroipa: Der Trainer hat uns gesagt, dass Kaiserslautern gezeigt hat, dass sie hierher gekommen sind, um zu gewinnen und dass wir uns jetzt als Mannschaft präsentieren müssen, um die zwei Tore zum Sieg zu schießen. Wir sind dann alle noch einmal doppelt motiviert aus der Kabine gekommen - und haben das Spiel gedreht.

bundesliga.de: Inwieweit war die Umstellung auf das "alte" 4-4-2-System entscheidend für den Sieg?

Pitroipa: Dadurch, dass wir mit zwei Stürmern gespielt haben, hatten wir in der Offensive natürlich mehr Präsenz. Das hat sich schon bemerkbar gemacht, schließlich haben wir auch zwei Tore geschossen. Die Systemumstellung hat uns gutgetan. Ich denke, dass das die richtige Entscheidung des Trainers war.

bundesliga.de: Kommt Ihnen die Länderspielpause denn jetzt überhaupt gelegen?

Pitroipa: Für die Nationalspieler sind die Länderspiele immer eine willkommene Abwechslung zum Ligaalltag. Aber danach müssen alle weiter hart daran arbeiten, dass wir auch im nächsten Spiel wieder einen Sieg einfahren.

bundesliga.de: Und das ausgerechnet bei der Übermannschaft aus Mainz?

Pitroipa: Das ist sicherlich eine schwere Aufgabe. Mainz hat einen Lauf und spielt derzeit einen klasse Fußball. Aber wir haben Selbstbewusstsein getankt und wollen natürlich auch beim Tabellenführer gewinnen.

Das Gespräch führte Michael Reis