Es war die Woche des FC Bayern München. Aus drei Partien in Bundesliga und Champions League holte der deutsche Rekordmeister drei Siege.

Rang fünf in der Bundesliga und Platz eins in der "Königsklasse" sind die Belohnung für die Leistungssteigerung.

"Für uns war es wichtig, dass wir einen Sprung nach vorne gemacht haben und nun wieder an der Spitze schnuppern können. Ich glaube, wir haben jetzt unseren Lauf gefunden und unser Ziel ist es - daraus mache ich keinen Hehl - noch Herbstmeister zu werden", sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag bei "Premiere".

Keine Überraschung für Klinsmann

Als Symbolfigur für den Wandel bei den Bayern steht Miroslav Klose. Der Stürmer findet langsam zurück zu alter Stärke, ganz ähnlich wie sein Club.

Für Trainer Jürgen Klinsmann kommen die Fortschritte des Nationalstürmers nicht überraschend. "Es ist im Training offensichtlich, dass Miro immer mehr kommt. Sein Antritt ist wieder da, weil er die Fitness hat, die er für sein Spiel braucht."

Klose markiert wichtige Treffer

Der WM-Torschützenkönig von 2006 traf in den zurückliegenden drei Spielen zwei Mal, es handelte sich jeweils um die wichtigen Treffer zum 1:0. Speziell das Tor gegen Karlsruhe in der 86. Minute war so etwas wie eine Initialzündung für die Bayern.

Gegen Wolfsburg konnte sich Klose zwar nicht in die Torschützenliste eintragen, war aber mit drei Assists maßgeblich an der historischen Aufholjagd und dem 4:2 gegen die "Wölfe" beteiligt.

Klose selbst bleibt wie immer zurückhaltend. "Das war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Wir haben nach der schlechten ersten Halbzeit den Hebel umgelegt, mehr Laufbereitschaft gezeigt und einige Gänge höher geschaltet." Klingt, als wäre es ganz einfach gewesen.

Klose in vielen Bereichen verbessert

Schon beim 3:3 gegen den VfL Bochum gab Klose zwei Torvorlagen und war damit an sechs der letzten acht Bayern-Tore in der Bundesliga beteiligt. Zum Vergleich: In den ersten sechs Bundesliga-Begegnungen hatte Klose keinen einzigen Treffer vorbereitet.

Auch in anderen Bereichen konnte sich Klose in den vergangenen drei Bundesliga-Spielen erheblich verbessern. Gab er in den ersten sechs Saisonspielen nur eine einzige Torschussvorlage, so waren es an den Spieltagen 7 bis 9 schon deren 13.

Auch im Zweikampfverhalten zeigt sich Kloses wiedergewonnene Selbstsicherheit. Während er in seinen ersten fünf Einsätzen nur 32,5 Prozent seiner Duelle am Ball gewann, waren es in den vergangenen drei Partien für einen Stürmer ordentliche 40,6 Prozent.

"Wir haben ihm etwas ins Getränk getan"

"Ich fühle mich gut", sagt Klose nur lapidar. Sturmpartner Luca Toni wartete dagegen mit einer erheiternden Erklärung auf: "Wir haben ihm etwas ins Getränk getan", verriet er dem "Tagesspiegel" nach dem Spiel gegen Florenz, schob aber gleich grinsend hinterher: "Das war natürlich ein Scherz. Nicht dass jetzt jemand etwas von Doping schreibt."

Nach mühevollen Tagen ist die Laune also wieder bestens beim FC Bayern München - auch dank Miroslav Klose.

André Wagner