Hertha-Trainer Lucien Favre befindet sich im Zwiespalt: Einerseits steckt seine Mannschaft im Trainingslager mitten in der Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison: Auf dem Trainingsprogramm stehen intensive Einheiten mit kräftezehrenden Ausdauerläufen und dicke Beine machenden Temposprints.

Andererseits steigt Berlin am Donnerstag in die erste Runde der UEFA-Cup-Qualifikation ein: Um 20:15 Uhr empfängt die Hertha den moldawischen Erstligisten Nistru Otaci und will sich durch ein gutes Ergebnis im Hinspiel eine gute Ausgangsposition für den Weg ins internationale Geschäft verschaffen.

Kanufahren, Taktik- und Spielformen

Ein schwieriger Balanceakt für Favre, dessen Mannschaft sich trotz eines 10. Platzes in der abgelaufenen Bundesliga-Saison per Losentscheid in der Fairplay-Wertung für diesen Wettbewerb qualifizierte.

Nach dem 0:0 im Testspiel am Samstagabend gegen den FC Kopenhagen reduziert der Schweizer Trainer bis Donnerstag den Umfang der Einheiten, um seine Spieler "so frisch wie möglich" in die Partie zu schicken. Eine negative Auswirkung für die anstehende Saison befürchtet Favre nicht: "Es ist eine Frage der richtigen Dosierung und der Breite des Kaders."

So gab es am Sonntag erst mal trainingsfrei, lediglich eine Kanutour des Herthatrosses sorgte für körperliche Anstrengung. In den Tagen vor dem UEFA-Cup-Qualifikationsspiel stehen nun verstärkt Taktik- und Spielformen auf dem Programm.

Pantelic plagt die Wade

An diesen könnte seit Samstag auch der aus dem Urlaub zurückgekehrte Josip Simunic teilnehmen. Doch der Kroate klagt über derzeit über eine Sehnenreizung, die einen Einsatz gegen Nistru Otaci verhindert.

Bis auf Simunic und den deutschen Nationalspieler Arne Friedrich, der durch die Teilnahme an der EURO erst am 21. Juli wieder in den Trainingsbetrieb einsteigt, stehen aber alle Akteure aus dem Kader zur Verfügung. Toptorjäger Marko Pantelic pausierte zwar zu Wochenbeginn aufgrund von Wadenproblemen. Teamarzt Dr. Ulrich Schleicher gab aber gleich Entwarnung: "Das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme."

Lob für Kaka

Auch ohne Friedrich und Simunic werden die Berliner eine starke Defensive aufbieten können. Besonders Neuzugang Kaka durfte sich über ein Lob seines Trainers freuen. "Mit ihm bin ich sehr zufrieden. Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen", sagte Favre über den Brasilianer. Kaka wird wohl gemeinsam mit dem Schweizer Nationalspieler Steve von Bergen in der Innenverteidigung auflaufen.

Unterschätzen sollten die Berliner die Gäste aus Moldwien auf keinen Fall. Nistru Otaci qualifizierte sich bereits zum siebten Mal in Folge für die Qualifikation zum UEFA-Pokal, die gefährlichsten Akteure sind der Kameruner Torjäger Ngaha Collins und Spielmacher Sergey Epureanu.