Platz 3 in der Bundesliga mit anschließender gelungener Qualifikation für die Champions League. Noch vor wenigen Monaten war die Welt in Ordnung beim VfB Stuttgart. Doch mittlerweile warten die Schwaben seit Ende September auf einen Sieg.

Trotz der prekären Lage behält man die Ruhe in Stuttgart. Vereinsführung, Fans und Mannschaft stärken dem Trainer den Rücken und man will sich gemeinsam aus dem Tabellenkeller kämpfen. Auch Roberto Hilbert sieht positive Ansätze und glaubt fest daran, dass es jetzt wieder aufwärts gehen wird.

Im Interview mit bundesliga.de äußert er sich zudem zum Thema Abstiegskampf und spricht über die Torflaute der Schwaben. Weiterhin erklärt er, wie wichtig die anstehende Begegnung mit Hertha BSC ist (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Herr Hilbert, woran hat die Mannschaft in den vergangenen Tagen seit dem 12. Spieltag besonders gearbeitet?

Roberto Hilbert: Wir haben während der Länderspielpause sehr intensiv trainiert, auch wenn wegen Nominierungen und Verletzungen einige Spieler nicht dabei sein konnten. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel am Samstag gegen Hertha BSC und wollen die Punkte unbedingt in Stuttgart behalten.

bundesliga.de: Vor allem das Tore schießen fiel Stuttgart zuletzt schwer. Zahlreiche Großchancen blieben ungenutzt. Wie gehen Sie damit um und was tun Sie, um diese Tatsache aus dem Kopf zu bekommen?

Hilbert: Man darf nicht verkrampfen, auch wenn die Situation natürlich alles andere als erfreulich ist. Positiv ist, dass wir uns in den vergangenen Spielen einige gute Chancen erarbeitet haben. Uns fehlt ein Erfolgserlebnis, dann wird mit Sicherheit vieles einfacher.

bundesliga.de: Stuttgart ist ambitioniert in die Saison gegangen. Wie gehen Sie damit um, dass man aktuell gegen den Abstieg spielt?

Hilbert: Wir sind natürlich alle sehr unzufrieden mit den Ergebnissen der vergangenen Monate. Ich bin aber überzeugt, dass wir genügend Qualität in der Mannschaft haben, um schon bald wieder positive Resultate zu erzielen und in die Erfolgsspur zurück zu kehren. Wir wissen aber auch, dass wir dafür weiter hart arbeiten müssen.

bundesliga.de: Wenn man in der Tabelle unten steht, wird immer gern der Trainer in Frage gestellt. Wie wichtig ist es für die Mannschaft, dass der Verein die Ruhe behält und sich hinter Markus Babbel stellt?

Hilbert: Grundsätzlich ist es nicht die Aufgabe der Spieler, sich zu diesem Thema zu äußern. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass wir gut mit Markus Babbel zusammen arbeiten und er einen großen Anteil daran hat, dass wir uns in der vergangenen Saison für die Champions League qualifiziert haben.

bundesliga.de: Sie haben die ersten vier Spieltage wegen eines Bandscheibenvorfalls gefehlt, den Sie sich bereits im Sommer zugezogen hatten. Wo sehen Sie Ihren Leistungsstand aktuell?

Hilbert: Die Verletzung ist komplett auskuriert, ich kann wieder schmerzfrei spielen und trainieren. Zur Prävention absolviere ich zusätzlich zum Mannschaftstraining noch einige spezielle Übungen, ansonsten ist glücklicherweise wieder alles beim Alten.

bundesliga.de: Am kommenden Spieltag empfängt Stuttgart Hertha BSC. Das ist ein Duell, welches vor wenigen Monaten noch Champions-League-Ambitionen bedeutete. Wie muss der VfB auftreten, um hier endlich wieder einen "Dreier" einzufahren?

Hilbert: Für beide Mannschaften geht es um sehr viel, entsprechend umkämpft wird das Spiel werden. Wir müssen von der ersten Minute an zeigen, dass wir die Punkte um jeden Preis in der Mercedes-Benz Arena behalten wollen.

bundesliga.de: Wie wichtig ist die Tatsache, dass sich das Lazarett beim VfB pünktlich zum Berlin-Spiel wieder lichtet?

Hilbert: Natürlich ist es immer wünschenswert, dass alle Spieler zur Verfügung stehen. Aber im Fußball gehören Verletzungen nun mal dazu und es bringt nichts, zu lamentieren. Viel wichtiger ist, dass die einsatzbereiten Spieler alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen.

bundesliga.de: Noch fünf Bundesliga-Spiele stehen bis Weihnachten auf dem Programm. Welchen Tabellenplatz würden Sie sich für den VfB gern unter den Christbaum legen?

Hilbert: Wir schauen in unserer Situation nicht auf die Tabelle und auch nicht auf die nächsten Spieltage. Wichtig ist einzig und allein die Begegnung gegen Hertha BSC am kommenden Wochenende, die wir unbedingt gewinnen wollen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz