München - Kurz vor der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr lieferte sich Manuel Neuer noch einen heißen Zweikampf mit Rene Adler um den Torhüterposten im Nationalteam. Ein Duell auf Augenhöhe, das durch Adlers Verletzung zu Gunsten von Neuer entschieden wurde.

Ein Jahr später ist alles ganz anders: Manuel Neuer ist nach einer sehr guten Weltmeisterschaft und einer überragenden Saison mit dem FC Schalke 04 die unumstrittene Nummer 1 in der deutschen Nationalmannschaft. Und damit nicht genug: Am Mittwoch (1. Juni) gab der FC Bayern München die Verpflichtung von Manuel Neuer bekannt. Der 25-Jährige erhält beim Rekordmeister einen Vertrag bis 2015.

Neuers steiler Aufstieg ist kein Zufall, bereits im noch jungen Torhüteralter von 25 Jahren gehört er zu den besten seiner Zunft. bundesliga.de präsentiert wissenswerte Fakten zu Deutschlands Nummer 1.

Der Strafraum "gehört" Neuer

Manuel Neuer fing in der abgelaufenen Saison von allen Torhütern mit Abstand die meisten Flanken ab - 97.
Zum Vergleich: Die beiden eingesetzten Torhüter des FC Bayern (Butt und Kraft) kommen zusammen nur auf 62.
Der Nationaltorhüter hatte in der Saison 2010/11 die zweitmeisten Ballkontakte aller Keeper - nämlich 1583. Nur Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg hatte mehr (1625).
Von den Stammtorhütern hatte Neuer die zweitbeste Passquote, 68,1 Prozent seiner Pässe kamen an.
Neuers 127 lange Abwürfe sind absoluter Höchstwert der Bundesliga. Hoffenheims Starke liegt mit weniger als der Hälfte (61) auf Rang 2.
In seiner fünften Saison holte der 25-Jährige mit den "Königsblauen" seinen ersten Titel - DFB-Pokalsieger 2011 (5:0 gegen den MSV Duisburg).

Der Dauerbrenner

Neuer erlebte die letzten 78 Bundesliga-Spiele alle vom Anpfiff bis zum Abpfiff auf dem Platz - das ist aktuell die längste Dauerbrenner-Serie der Bundesliga. Philipp Lahm liegt mit 75 Partien auf Rang 2.
Als echte Schalker Nummer 1 stand Neuer erstmals am 5. November 2006 im Heimspiel gegen den FC Bayern zwischen den Pfosten der "Knappen" (2:2) - nachdem der damalige Trainer Mirko Slomka den vorherigen Stammtorwart Frank Rost kurz vor dem Spiel aussortiert hatte. Es war sein dritter Bundesliga-Einsatz insgesamt.
Neuer bestritt 156 Bundesliga-Spiele, kassierte dabei 154 Gegentore, bereitete zwei Tore direkt vor, sah sieben Gelbe Karten und flog noch nie vom Platz. Vier von neun Elfmetern in der Bundesliga gegen ihn wurden nicht verwandelt.
In der Champions League kam er 22 Mal zum Einsatz, kassierte dabei nur 21 Gegentreffer und hielt sieben Mal sein Gehäuse sauber.
In 16 DFB-Pokalspielen kassierte Neuer nur sieben Gegentore und blieb in überragenden zehn Spielen ohne Gegentor.

Die Nummer 1 nach 48 Jahren Bundesliga




Neuer kassierte in der Bundesliga im Schnitt nicht einmal ein Gegentor pro Spiel (0,99) - das ist die beste Bilanz aller Torhüter der Bundesliga-Geschichte mit mindestens 100 Einsätzen.
Wenig überraschend, dass auf den Plätzen 2 bis 4 dieser Rangliste ausschließlich Torhüter des FC Bayern folgen: Oliver Kahn (1,04), Raimond Aumann (1,06) und Jean-Marie Pfaff (1.06).
Auch in der Champions League liegt sein Schnitt bei weniger als einem Gegentor pro Spiel: 21 Gegentore kassierte er in 22 Einsätzen.

Die Null steht regelmäßig



Was Neuer gleich in seinem ersten Bundesliga-Einsatz gelang, wurde bei ihm beinahe schon Programm - Zu-Null-Spiele: Am 19. August 2006 bestritt er sein Bundesligadebüt und gewann mit den "Knappen" 1:0 bei Alemannia Aachen.
Seit diesem Tag ist er der Bundesliga-Torhüter mit den mit Abstand meisten Partien ohne Gegentor. Dieses Kunststück gelang ihm bereits 62 Mal.
Auf den Plätzen 2 und 3 der Torhüter mit den meisten Zu-Null-Spielen seit Neuers Premiere in der Bundesliga folgen Roman Weidenfeller (47) und Frank Rost (45).
In fast 40 Prozent seiner Einsätze in der Bundesliga hielt Neuer die Null - eine überragende Quote.