Traumtore, Hackentricks und begeisterte Trainer: Zahlreiche Bundesliga-Neuankömmlinge haben bei ihren Pflichtspiel-Debüts am Wochenende im DFB-Pokal einen starken Eindruck hinterlassen.

Lucas Barrios, Juan Fernando Arango, Marcelo Moreno und Co. bestärkten bei den Entscheidungsträgern ihrer Klubs vor dem Bundesliga-Start die Hoffnungen, Volltreffer gelandet zu haben.

"Er tut uns gut"

Im Zusammenhang mit Arango, Borussia Mönchengladbachs Neuzugang von Real Mallorca, fiel sogar das Wort "Weltklasse". So bezeichnete der neue Borussen-Trainer Michael Frontzeck nach dem 2:1-Sieg beim FSV Frankfurt die Vorarbeit des Chilenen zum 2:0 durch Roberto Colautti.

Das erste Tor hatte der 29-Jährige Arango, der schon 83 Mal das Nationaltrikot seines Landes trug, selbst erzielt. Frontzeck sagte: "Er tut uns gut."

Lucas Barrios beweist seinen Torriecher

Während Arango bei den leidgeprüften Gladbacher Fans schon vor seinem Einstand als Heilsbringer gefeiert worden war, hatte es Lucas Barrios bei den Anhängern von Borussia Dortmund schwerer.

Doch der argentinische Welttorjäger, vom chilenischen Kultclub Colo Colo gekommen, ließ beim 3:1-Sieg des BVB bei der SpVgg Weiden den nach Basel abgewanderten Fan-Liebling Alexander Frei schon in Vergessenheit geraten.

"Das war gut, für ein Pflichtspiel-Debüt richtig gut", schwärmte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Genau wie Arango steuerte der 24-Jährige einen Treffer und eine Torvorlage der Extraklasse - mit der Hacke - zum Erfolg bei. "Wir haben Barrios ja auch lange genug gescoutet, um zu wissen, dass er einschlägt", ergänzte Klopp.

Heynckes hat die Qual der Wahl

Weniger spektakulär, aber nicht minder effektiv, präsentierte sich Eren Derdiyok den Fans von Bayer Leverkusen. Der 21 Jahre alte Schweizer Nationalspieler mit türkischen Wurzeln, der vom FC Basel an den Rhein gewechselt ist, schoss beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 als Joker fünf Minuten nach seiner Einwechslung das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg.

Derdiyok wird nun mit Rückkehrer Theofanis Gekas um den freien Platz im Bayer-Angriff neben Stefan Kießling kämpfen - Nationalspieler Patrick Helmes fällt nach einem Kreuzbandriss noch lange aus.

"Ich bin froh, dass ich beide habe: Gekas und Derdiyok. Es ist unbedingt notwendig, dass man Stürmer hat, die einen Torriecher haben", sagte Trainer Jupp Heynckes.

Werder darf sich auf Moreno freuen

Bei Werder Bremen wird der Bolivianer Marcelo Moreno den Konkurrenzkampf im Angriff mächtig einheizen, zumal ein neues Engagement von Top-Stürmer Claudio Pizarro (ausgeliehen vom FC Chelsea) noch immer nicht gesichert ist.

"Ich habe immer gesagt, dass Marcelo Tore schießen kann. Wenn er körperlich noch besser drauf ist, werden wir noch sehr viel Freude an ihm haben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach dem 5:0 bei Union Berlin und dem "Doppelpack" von Moreno, der erst in der 79. Minute eingewechselt worden war.

Auch 1899 Hoffenheim konnte sich auf einen seiner Neuzugänge verlassen, der Brasilianer Maicosuel traf beim FC Oberneuland zum 2:0-Endstand. Der Herbstmeister der vergangenen Saison lotste den 22 Jahre alten Brasilianer von Botofago Rio de Janeiro in den Kraichgau.

Magath lobt: "Phänomenal"

Zudem machten zwei Nachwuchsspieler mit je einem Tor auf sich aufmerksam, die schon länger dabei sind, aber bei ihren Clubs bislang kaum zum Zug kamen. Der Georgier Levan Kenia erhielt von Schalke-Coach Felix Magath nach dem 4:0 gegen Germania Windeck ein Extralob: "Für seine 18 Jahre macht er seine Sache phänomenal. Er hat unsere Offensive belebt, und es war kein Zufall, dass er das Tor gemacht hat."

Ebenfalls erst 18 und hochtalentiert ist der Deutsch-Türke Ilkay Gündogan, der für den 1. FC Nürnberg zum 3: 0-Endstand bei Dynamo Dresden traf.

Probleme haben die Liga-Neulinge noch bei Rekordmeister Bayern München. Danijel Pranjic durfte beim 3:1-Zittersieg gegen den Sechstligisten SpVgg Neckarelz als einziger der "Deutschland-Debütanten" in der Startelf ran. Edson Braafheid und auch Anatoliy Timoshchuk saßen nur auf der Bank und werden dort wohl auch beim Ligaauftakt in Hoffenheim Platz nehmen.