Dortmund - Jürgen Klopp und Michael Zorc, Dr. Reinhard Rauball und Hans-Joachim Watzke - sie gelten als die Väter des Erfolges bei Borussia Dortmund. Das sind sie zweifellos - aber die Erfolgsgeschichte des Deutschen Meisters schreiben auch andere Personen mit, die eher im Hintergrund agieren.

bundesliga.de stellt im zweiten Teil die weiteren "Macher" im Rampenlicht und im Schatten vor.

Michael Zorc:



Nach der wirtschaftlichen Konsolidierung sollte der BVB wieder sportliche Substanz aufbauen - und tat das in Riesenschritten, die maßgeblich Michael Zorc als Sportdirektor zu verantworten hat. Dabei war der langjährige Kapitän des BVB kritisch beäugt worden, als er 1998 nach 17 Jahren das Trikot gegen den Anzug tauschte und zum Sportdirektor aufrückte. Aber Zorc etablierte sich, entwickelte Profil und gilt inzwischen als einer der Top-Manager der Bundesliga. Er verpflichtete Hummels, er holte Kagawa zum Schnäppchen-Preis, er entdeckte Barrios. Die Meisterelf trägt seine Handschrift. Mit dem Kauf von Marco Reus und der Vertragsverlängerung von Mario Götze gelang auch Zorc ein weiteres, ganz persönliches Meisterstück.

Jürgen Klopp:



"Klopp war mein bisher bester Transfer als Manager", schwärmt Michael Zorc. Das sagt eigentlich alles. Klopp verkörpert wie kein Zweiter den alten und neuen Deutschen Meister, weil er gelebte Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit ist gepaart mit hohem Fußballsachverstand und bedingungslosem Willen. Nach 18 Jahren als Spieler und Trainer in Mainz hat Jürgen Klopp beim BVB seit 2008 längst eine neue Ära eingeläutet. Vollgasveranstaltungen hat der 44-Jährige auf seiner ersten Pressekonferenz versprochen und Wort gehalten. Für die Spieler ist er Autorität und Kumpeltyp zugleich, eine perfekte Verbindung aus Emotion und Verstand. Er führte die jüngste Mannschaft aller Zeiten auf der Basis hoher Laufbereitschaft und taktischer Disziplin zur Deutschen Meisterschaft und jetzt zur Titelverteidigung. In der Öffentlichkeit sammelt der Diplom-Sportlehrer Sympathien nicht nur durch sein eloquentes und witziges Auftreten - Klopp ist vor allem authentisch.

Zeljko Buvac:



Vom Hütchenaufsteller ist Zeljko Buvac weiter entfernt als der Mond von der Erde. Im Gegenteil: Der Co-Trainer des BVB gilt intern als "Das Gehirn", als der stille Stratege und Analytiker im Hintergrund. Einst schnürte er mit Klopp gemeinsam für Mainz 05 die Fußballschuhe und sie versprachen sich, den jeweils anderen mitzunehmen, sollte einer von ihnen Profitrainer werden. Seit Klopp 2001 in Mainz auf die Bank rückte, bilden beide ein Team und agieren in der täglichen Trainingsarbeit gleichberechtigt. Für die Öffentlichkeit bleibt "Chucky" Buvac der Schattenmann, der nur ungern Interviews gibt und das Rampenlicht meidet. Intern aber arbeitet er mit Klopp auf Augenhöhe und hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Spielphilosophie und der Spieltaktik. Für Klopp ist der 50-jährige Bosnier nicht nur der engste Vertraute, sondern auch der "Fleisch gewordene Fußballsachverstand und Meister aller Trainingsformen".

Willi Droste:



Man sagt, er kann das Gras wachsen hören: Willi Droste ist Platzwart beim BVB, Chef des Rasenteams und wacht als solcher über das satte Grün im Signal Iduna Park. Im Verein ist der bodenständige Willi längst eine Kultfigur mit eigener Kolumne im Vereinsmagazin. "Ich bin Platzwart, nicht Greenkeeper, dazu fehlt mir das Diplom", hat er mal gesagt. Für die Profis ist er der Garant für einen topgepflegten Untergrund, der das technisch versierte und temporeiche Spiel erst so richtig zur Geltung kommen lässt. Droste ist ein absoluter Fachmann, steht - wenn nötig - morgens um fünf Uhr auf "seinem Rasen" und hat auch vor Hightech keine Berührungsängste. Seit einigen Wochen wird die Grünfläche im Signal Iduna Park künstlich beleuchtet. Als die Maschinen anrückten, kreisten beim Platzwart schon längst die Gedanken um das künftige Düngeverhalten. Willi Droste ist eben auch ein echter Profi.

Peter Krawietz:



Er ist der Herr der Videoanalyse und neben Zeljko Buvac und Torwarttrainer "Teddy" de Beer der dritte Co-Trainer im Team von Jürgen Klopp: Peter Krawietz. Kennen- und schätzengelernt haben sich Chef und Assistent - wie könnte es anders sein - beim 1. FSV Mainz 05, wo der damalige Sportstudent der Uni Mainz zunächst im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit als Videoanalyst tätig war. Wie Buvac wechselte er 2008 mit Klopp zum BVB. Gilt Buvac als das "Gehirn", so kann man Peter Krawietz getrost als "Das Auge" bezeichnen. Vor allem an Spieltagen läuft der 40-Jährige auf Hochtouren: Dann erstellt und analysiert er Videomaterial der eigenen Elf, das Klopp oft noch in der Halbzeit seinen Spielern präsentiert. Zudem ist er unerlässlicher Begleiter in der Spielvorbereitung, denn Krawietz analysiert im Vorfeld auch in aller Ausführlichkeit die Gegner der Borussia.

Zusammengestellt von Dietmar Nolte