Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach ist gut ins Jahr 2011 gestartet. In allen vier Testspielen blieb die "Fohlenelf" ohne Gegentor. Zudem konnte die Borussia am Wochenende den in Düsseldorf ausgespielten "Wintercup" erfolgreich verteidigen. Dem 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern folgte ein Finalsieg gegen den FC St. Pauli im Elfmeterschießen mit 5:3.

Auch alle drei Winterzugänge der Borussen, Martin Stranzl, Havard Nordtveit und der Ex-Hannoveraner Mike Hanke, kamen zum Einsatz. Der frühere deutsche Nationalspieler Mike Hanke stand bundesliga.de nach dem Turnier Rede und Antwort.

bundesliga.de: Mike Hanke, Sie haben in der Offensive zusammen mit Mo Idrissou und Igor de Camargo gespielt. Das könnte auch eine Option für das Spiel in Nürnberg sein.

Mike Hanke: Ja, das Zusammenspiel hat gut geklappt. Wir haben harmoniert, gut zusammen gearbeitet auch in der Defensive. Es hat Priorität, dass wir hinten gut stehen. Die Defensivarbeit fängt vorne bei uns Stürmern an. Das haben wir beim Wintercup und vorher schon beim Testspiel gegen Wolfsburg gut gemacht. Wir haben in den letzten vier Testspielen kein Gegentor bekommen. Das ist ein gutes Zeichen und gibt ein Stück weit Selbstvertrauen. Wir wissen, dass bei uns in der Offensive immer etwas geht. Da sind wir gefährlich genug. Das ist unsere Stärke. Wenn wir so weitermachen, haben wir sehr gute Chancen, auch beim Rückrundenstart in Nürnberg zu gewinnen.

bundesliga.de: Wie ist Ihr erster Eindruck von der Gladbacher Mannschaft? 10 Punkte nach der Hinrunde sind eine Aussage. Spiegelt die Punktausbeute der Mannschaft ihre Qualität richtig wieder?

Hanke: Nein, absolut nicht. Sie hat auch in der Hinrunde sehr gute Spiele abgeliefert, die sie häufig unglücklich oder durch dumme Fehler verloren hat. Sie hat zu viele Gegentore bekommen. Wir haben die Hinrunde analysiert und im Trainingslager viele Einzelgespräche geführt. Unsere Priorität ist wie gesagt die Defensive. Wir müssen weniger Chancen zulassen und in der Offensive eiskalt zuschlagen.

bundesliga.de: Sie hatten mehrere Angebote, wie zu lesen war. Was hat den Ausschlag für Mönchengladbach gegeben?

Hanke: Es ist eine besondere Herausforderung. Ich freue mich auf die Aufgabe. Nicht jeder kommt gerne zum Tabellenletzten. Ich habe aber sofort ja gesagt, weil Gladbach ein geiler Verein ist. Mit tollen Fans, einem super Stadion und Umfeld. Die Mannschaft ist intakt. Das habe ich in der vergangenen Woche erleben dürfen.

bundesliga.de: Was macht Ihnen Hoffnung, dass das Unternehmen Klassenerhalt gelingen wird?

Hanke: Auch die Spiele beim Wintercup hier. Das erste Spiel gegen Kaiserslautern (2:0), in dem ich mitgespielt habe, war schon richtig gut. Wir haben sehr aggressiv gegen den Ball gespielt und immer wieder Möglichkeiten gehabt. Wir müssen jetzt das Glück wieder erzwingen. Warum sollten wir das gegen Nürnberg nicht auch schaffen?

bundesliga.de: In den letzten Monaten in Hannover haben Sie nicht allzu viele Einsatzzeiten gehabt. Glauben Sie, dass Sie bei der Borussia häufiger über 90 Minuten zum Einsatz kommen?

Hanke: Deshalb bin ich nach Mönchengladbach gewechselt.

bundesliga.de: Haben Sie sich besondere persönliche Ziele gesteckt, ein bestimmte Anzahl an Toren?

Hanke: Nein. Das ist mir völlig egal. Wenn ich null Tore mache und die Mannschaft die Klasse hält, dann haben wir das Ziel erreicht. Priorität hat die Mannschaft. Wer die Tore macht, ist völlig wurscht.

bundesliga.de: Ist der Rückrundenauftakt in Nürnberg bereits ein Schlüsselspiel für den Verein?

Hanke: Nein. Danach sind ja noch 16 Spiele. Wir müssen jedes der 17 Spiele wie ein Endspiel annehmen. Wir müssen voll auf Sieg spielen. Unentschieden reichen uns nicht mehr. Wir müssen alle an den Sieg glauben. Wenn wir die Aufgaben so angehen, haben wir gute Chancen.

bundesliga.de: Ist bei sieben Punkten Rückstand auf Platz 15 notfalls auch der Relegationsrang 16 eine Option?

Hanke: Ich denke nur von Spiel zu Spiel. Wichtig ist, dass wir eine Siegesserie starten.

bundesliga.de: Ihr Sturmpartner Mo Idrissou hat Sie eben charakterisiert als einen Stürmer, der den Ball gut abschirmen und ablegen kann. Und er hat betont, dass Sie ein Spaßvogel seien. Ist es im Abstiegskampf auch wichtig, sich eine gewisse Lockerheit zu bewahren? Wie haben Sie die Stimmung in der Mannschaft erlebt, herrschte Frust vor?

Hanke: Wenn man nur 10 Punkte geholt hat und auf dem letzten Platz steht, ist eine gewisse Anspannung da, Das ist doch klar. Eine Verkrampfung habe ich in den letzten Testspielen und Trainingseinheiten nicht gesehen. Das wird auch nicht passieren. Wir haben immer noch Spaß daran, Fußball zu spielen. So sollten wir die Rückrunde beginnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski