Werder Bremen hat die große Chance, eine verkorkste Bundesliga-Saison doch noch mit zwei Titeln zu beenden. Nach dem Finaleinzug im DFB-Pokal haben die "Grün-Weißen" das Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Pokal beim Erzrivalen Hamburger SV mit 3:2 gewonnen und das Endspiel-Ticket für Istanbul gelöst.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Bremer hatte Stürmer Claudio Pizarro, der die HSV-Abwehr fast über die gesamten 90 Minuten in Atem hielt, den Ausgleich auflegte und auch zum zwischenzeitlichen 2:1 traf.

Nach dem Spiel sprach der Peruaner im bundesliga.de-Interview über seine Gefühlslage, das dritte Derby gegen Werder, den Finaleinzug und das Endspiel gegen Schachtjor Donezk.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins UEFA-Pokal-Finale. Wie fühlt sich das an?

Claudio Pizarro: Es ist ein super Gefühl, im Finale des UEFA-Pokals zu stehen. Das habe ich vorher noch nicht geschafft. Die Mannschaft hat gekämpft und bis zur letzten Minute alles dafür gegeben.

bundesliga.de: Was gab im dritten Derby den Ausschlag zu Gunsten von Werder?

Pizarro: Die Mannschaft hat heute einen tollen Charakter und auch den Willen gezeigt, dieses Finale zu erreichen. Denn nach dem Hinspiel und dem frühen 0:1 in Hamburg war es mental nicht so einfach.

bundesliga.de: Ist dieser zweite Finaleinzug die Entschädigung für eine bislang verkorkste Bundesliga-Saison?

Pizarro: Die Bundesliga-Saison verlief wirklich nicht sehr gut. Aber die zwei Endspiele sind auch eine tolle Sache. Doch noch haben wir nichts gewonnen, haben keinen Titel in der Hand.

bundesliga.de: Diego und Hugo Almeida sind im Finale gelbgesperrt. Das ist eine große Schwächung für das Team.

Pizarro: Sie werden uns sehr, sehr fehlen. Denn sie sind beide wichtige Bestandteile der Mannschaft. Aber so ist der Fußball. Jetzt müssen wir im Finale ohne sie auskommen.

bundesliga.de: In Istanbul wartet nun Schachtjor Donezk im Endspiel. Was wissen Sie über die Ukrainer?

Pizarro: Donezk ist sicherlich eine gute Mannschaft. Sonst wären sie nicht ins Finale eingezogen. Ich habe gehört, dass sie einige Brasilianer im Team haben und einen technisch guten Fußball spielen. Aber wir müssen uns jetzt schon wieder auf das nächste Derby am Sonntag konzentrieren und können uns erst danach richtig mit Donezk befassen.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis