Mit einem sehenswerten Freistoßtor gab er die Initialzündung, "öffnete so das Spiel für 1899 Hoffenheim" (Christoph Daum) und trug seinen Teil dazu bei, die schmerzhafte Durststrecke des Herbstmeisters von zwölf Partien ohne Sieg zu beenden.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Sejad Salihovic über den Sieg gegen Köln und erklärt, was er sich nun von den letzten drei Partien der Saison erwartet.

bundesliga.de: Wie groß war der Stein, der Ihnen nach Ihrem Freistoßtor vom Herz gefallen ist?

Sejad Salihovic: Er war sehr groß. Wenn man zwölf Spiele nicht gewinnt, ist so ein Sieg was ganz Besonderes und tut sehr gut. Von uns ist heute eine sehr große Last abgefallen.

bundesliga.de: Als etatmäßiger Elferschütze hätte es gegen Köln auch ein Tor mehr werden können. Warum ließen Sie Boubacar Sanogo den Vortritt?

Salihovic: Sanogo wollte gerne schießen, wir haben das gemeinsam abgestimmt und uns dann so entschieden. Leider hat er ihn nicht reingemacht, aber das ist diesmal nicht so schlimm. Das Leben geht weiter.

bundesliga.de: Der Start in die Partie verlief etwas stockend...

Salihovic: Wir wussten von Anfang an, dass es gegen Köln ein schwieriges Spiel werden wird. Die erste Halbzeit war sehr verkrampft. Wir haben zwar wenig Torchancen zugelassen, uns aber auch selbst nicht viel herausgespielt.

bundesliga.de: Ging der Gedanke an eine erneute Niederlage durch die Köpfe?

Salihovic: Ich kann nicht sagen, ob es daran lag, dass wir die erste Halbzeit eher dürftig gespielt haben. Aber das Siegen hat die Mannschaft vor dem Spiel sehr vermisst. Manche wussten wahrscheinlich gar nicht mehr, wie sich das überhaupt anfühlt.

bundesliga.de: In der zweiten Hälfte schien es, als ob eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stünde. Was ist in der Pause passiert?

Salihovic: Wir haben versucht, uns gegenseitig daran zu erinnern, dass wir hier nichts zu verlieren haben und es keinen Grund gibt, verkrampft an die Sache ranzugehen. In der Kabine hat der Trainer uns gesagt, wir sollten keine Angst vor Fehlern haben und wieder den Spaß am Fußball entdecken.

bundesliga.de: Ist die Leichtigkeit jetzt zurück in Hoffenheim?

Salihovic: Wir sind noch nicht auf dem Level der Hinrunde angekommen. Wenn man aber sieht, mit wieviel Leidenschaft und Tempo Demba Ba und Chinedu Obasi in der zweiten Hälfte gespielt haben, dann kommt da Freude auf. Das war schon fast das Hoffenheim, das man aus der ersten Saisonhälfte kannte.

bundesliga.de: Was erwarten Sie sich von den restlichen Spielen?

Salihovic: Wir haben die richtige Einstellung gefunden und wollen diese auch in die restlichen drei Spiele mitnehmen. Es gilt jetzt, noch möglichst viele Punkte zu holen und die positive Stimmung so in die nächste Saison transportieren zu können.

bundesliga.de: Wie wird das Saisonziel von 1899 Hoffenheim im nächsten Jahr aussehen?

Salihovic: Erstmal haben wir jetzt noch drei schöne Spiele vor uns, auf die wir uns auch freuen können. Danach setzen wir uns zusammen und reden gemeinsam über die Erwartungen für die nächste Saison.

Das Gespräch führte Daniel Dillmann