Erst diese Niederlage in letzter Minute, dann diese Chance, die vielleicht nie wiederkommt. Zwei Situationen nur an bisher 33 Spieltagen, doch für Energie Cottbus am Ende womöglich die zwei entscheidenden für den zweiten Abstieg aus der Bundesliga.

"Es besteht noch ein Stück Hoffnung", sagte Manager Steffen Heidrich nach dem etwas unglücklichen 0:2 (0: 1) beim VfB Stuttgart. Doch dieses eine Stück hat Energie als 17. der Tabelle nicht mehr selbst in der Hand.

Shao trifft nur die Latte

Ohne diese Niederlage am 32. Spieltag gegen Mitkonkurrent Borussia Mönchengladbach (0:1) hätte es besser ausgesehen für die Lausitzer. Und günstig wäre außerdem gewesen, hätte Jiayi Shao 104 Minuten vor dem Saisonende noch ein Tor erzielt.

In Stuttgart lief die 76. Spielminute, der Chinese stand nach einem schönen Trick in guter Position halbrechts im Strafraum - doch der Ball prallte mit Wucht nur an die Latte. "So einen musst du halt einfach auch mal reinmachen", sagte Mannschaftskapitän Timo Rost.

Auf Schützenhilfe angewiesen

Dem vermeintlichen Ausgleich folgte zwei Minuten später der zweite Gegentreffer der Stuttgarter - und damit hat Cottbus jetzt gar nichts mehr selbst in der Hand. Zumindest den Relegationsplatz kann der FC Energie sogar noch bei einem Unentschieden gegen Bayer Leverkusen erreichen - aber nur, wenn am kommenden Samstag Arminia Bielefeld gegen Hannover 96 verliert.

Gewinnt Bielefeld, müsste Cottbus natürlich auch gewinnen, aber dabei auch noch seine um drei Treffer schlechtere Tordifferenz verbessern.

"Wir können nur unsere Hausaufgaben machen - und hoffen", sagte Mannschaftskapitän Rost leicht gesenkten Hauptes. Cottbus könnte sogar noch den Relegationsplatz umgehen, rein rechnerisch ist auch Rang 15 noch drin.

"Die Lichter gehen nicht aus"

Dafür müsste Energie aber eine ganze Menge Tore gegen Leverkusen schießen, gleichzeitig sollte Gladbach deutlich daheim gegen Dortmund verlieren - sieben Treffer wären in diesem Fall für die Lausitzer aufzuholen. Und natürlich dürfte halt Bielefeld nicht gegen Hannover gewinnen.

Der sportlich-mathematischen Hausaufgabe sehen sie beim FC Energie aber offensichtlich gelassen entgegen. Die 2. Bundesliga ist längst durchgeplant und durchgerechnet: Die Verwaltung bleibt auf Erstliga-Niveau, fast alle Spieler besitzen noch einen Vertrag - zu um die Hälfte reduzierten Bezügen.

"Wir würden sofort wieder angreifen", hat Präsident Ulrich Lepsch dieser Tage betont und zudem versichert: "Die Lichter gehen hier nicht aus". Und noch brennen sie ja - wenn auch nur schwach.